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SOFTWAREGUIDE
REAL ESTATE
2018
I
CAFM IN DER IT-LANDSCHAFT
Big Data &Analytics, ERP, CAFM/IWMS
usw.). CAFM/IWMS wird dabei das
,Experten-System‘ für verschiedene FM-
Prozesse sein wie z.B. Ticketing, Auftrags-
wesen und Instandhaltungsplanung, aber
nicht die Rolle des ‚großen‘ Info-Hubs
übernehmen. Diese Rolle werden sich
vermutlich die großen Big-Data-, BI- und
Analytics-Systeme mit künstlicher Intel-
ligenz (z.B. IBM Watson) nicht nehmen
lassen.“
Nino Turianskyj (Keßler Real Estate
Solutions GmbH) stellt fest: „… wenn
wir es mittelfristig nicht schaffen, CAFM
aus der Nische zu heben und breiter auf-
zustellen (nicht nur aus Prozess-Sicht),
dann können durchaus andere Tools diese
Rolle mit übernehmen. Ich denke da u.a.
in Richtung GIS, BIM und auch ERP. …
Wir sind doch einfach viel zu sehr damit
beschäftigt, ein optimal auf den Kunden
abgestimmtes System zu schaffen, als es
im Unternehmen für die breite Masse als
Tool für Dienstleistungen jeglicher Art zu
etablieren.“Hier drückt sich die nicht ganz
unberechtigte Sorge aus, dass CAFM-Auf-
gaben künftig auch von anderen Systemen
übernommen werden könnten.
MarcoOpić (CBRE PREUSS VALTEQ
GmbH) geht noch einen Schritt weiter
und bezweifelt die Relevanz der hier dis-
kutierten Frage: „Ich sehe in absehbarer
Zeit keine Chance, ein führendes System
imImmobilienmanagement zu definieren.
Aber gibt es denn überhaupt den Bedarf
danach? Bau und Betrieb einer Immobilie
sowie die Interessenbefriedung aller daran
beteiligten Nutznießer erfordern die Ab-
arbeitung einer solchenUnmenge von völ-
lig unterschiedlichen Aufgaben, dass sie
kaum je über EIN ‚bestimmendes‘ System
zu bewältigen sein dürften. Die Vielfalt
der Speziallösungen kommt ja nicht von
ungefähr – jede hat ihre Berechtigung. …
Der Bedarf an einer zentralen Informati-
onsquelle (Information Hub) ist freilich
groß. … Ich kann mir vorstellen, dass dies
aus demBereich der Daten-Analyse-Tools
aufgegriffen wird.“ Reiko Hinke (BASF
SE) stellt fest: „Das eine CAFM-Tool,
welches es allen Nutzern Recht machen
und alle Anforderungen erfüllen kann,
wird es nicht geben.“ Dr. Stefan Koch
(Axentris Informationssysteme GmbH)
Befürworter
„Eine wichtige Voraussetzung beim
Einsatz von IWMS ist die Nutzung des ak-
tuellen Stands der IT wie Cloud Compu-
ting, IoT, Augmented Reality, Real Time
Collaboration, Mobile Computing und
AI/Machine Learning.“
Prof. Joachim Hohmann,
TU Kaiserslautern
„Durch die Annäherung von Systemen mit
unterschiedlichem Background wie CAFM- und
kaufmännische Systeme mit Fokus Miet-
management hat CAFM sehr gute Chancen,
die Führung zu übernehmen“.
Matthias Mosig,
cgmunich GmbH
„Ziel sollte es vielmehr sein, CAFM als
zentrale Informationsinstanz zu sehen
und hieran spezialisierte Lösungen
anzubinden“.
Michael Härtig,
N+P
„Bestimmend wäre für mich auch, wenn
ein System als zentrale Informationsplatt-
form entscheidend dazu beiträgt, dass
andere Systeme aufbauend auf CAFM ihre
Ergebnisse erbringen.“
Thomas Kalweit,
Ambrosia FM
Consulting & Services GmbH
„IWMS/CAFM-Plattformen sind am besten
geeignet, um diesen zentralen Daten-Hub zu
bilden. Sie können Stammdaten verwalten
und Daten aus unterschiedlichsten Quellen
wie BIM, CAD, BMS, IoT-Sensoren oder Buch-
haltung integrieren.“
Steven Lambert,
MCS