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SOFTWAREGUIDE
REAL ESTATE
2018
I
CAFM IN DER IT-LANDSCHAFT
stellentechnologien wie Webservices, die
eine Software-Integration heute deutlich
vereinfachen.
So gesehen hat CAFM-Software sicher
technologisch das Potenzial, eine zentrale
Informationsdrehscheibe im RE und FM
zu sein. Prof. JoachimHohmann (TUKai-
serslautern) stellt hierzu fest: Angesichts
der „für IWMS genannten Anwendungs-
module (Real Estate Management, Capi-
tal Projects, Space Management, Facility
Maintenance, Energy Management &
Sustainability) wird klar, dass sich solche
Systeme CREM- und FM-übergreifend
einsetzen lassen. Eine wichtige Voraus-
setzung beim Einsatz von IWMS ist die
Nutzung des aktuellen Stands der IT wie
z.B. Cloud Computing, IoT, Augmented
Reality, Real Time Collaboration, Mobile
Computing und AI/Machine Learning“.
Ebenso ist die Integration von BIM und
CAFM/IWMS auf dem Vormarsch.
Wir beobachten aber auch die Annä-
herung von Systemen mit unterschied-
lichem Background wie CAFM- und
kaufmännische Systeme mit Fokus Miet-
management. „CAFM hat hier sehr gute
Chancen, die Führung zu übernehmen“,
so Matthias Mosig (cgmunich GmbH).
Er hält es auch nicht für ausgeschlossen,
dass BIM-Softwareanbieter das klassische
CAFM-Feld besetzen könnten. Immerhin
sind sie die ersten Player im Gebäude
lebenszyklus. Michael Härtig (N+P) be-
stätigt die Tendenz der immer stärkeren
Fusion: „Wir bekommen dadurch Kom-
plexitätsmonster, die dann irgendwann
Zentrum oder
Randerscheinung?
Die IT-Landschaften sind geprägt von einer großen Anzahl unterschiedlicher Softwarelösungen
und Technologien. Hat Computer Aided Facility Management das Zeug zu einer zentralen
Informationsplattform? Laut einer Blitzumfrage gibt es Befürworter. Aber auch Zweifler ...
I
m Facility Management werden seit
30 Jahren Computer-Aided-Facility-
Management(CAFM)-Systeme mit
Erfolg eingesetzt. Im angelsächsischen
Raum wird auch häufig von Integrated
WorkplaceManagement Systems (IWMS)
gesprochen. Ursprünglich einmal als di-
gitale Gebäude- und Raumbücher gestar-
tet, haben sich diese Systeme heute zu
sehr leistungsfähigen prozessorientierten
IT-Lösungen entwickelt, die komplexe
Entscheidungsprozesse im RE und FM
unterstützen, wie Instandhaltungs-, Flä-
chen-, Inventar-, Reservierungs-, Schließ-,
Energie-, Miet- oder Nachhaltigkeitsma-
nagement. Angesichts dieser Komple-
xität stellt sich die Frage: Kann bzw. soll
CAFM-Software die Rolle einer zentralen
Informationsplattform (Hub) im Bereich
RE und FM einnehmen oder hat es diese
längst inne?
DIE BEFÜRWORTER
CAFM-Systeme haben
sich in den letzten Jahren zu immer mäch-
tigeren IT-Systemen entwickelt. Dies liegt
natürlich an der Komplexität des Facility
Managements selbst, aber auch an dem
Wunsch bzw. der Notwendigkeit, unter-
schiedliche IT-Lösungen rund umRE und
FM in einer Gesamtlösung zu integrieren.
Dabei haben sich zwei Tendenzen heraus-
gebildet. Zum einen nehmen die CAFM-
Softwarehersteller immer mehr Funktio-
nalitäten bzw. Module in ihre Software auf,
was z.B. ein Blick in die CAFM-Marktü-
bersicht zeigt. Zum anderen unterstützen
fast alle CAFM-Systememoderne Schnitt-
»
Alleskönner im RE und FM?
CAFM-Systeme haben sich zu
leistungsfähigen, prozessorientierten,
State-of-the-Art-Informationssyste-
men entwickelt.
»
Integrationsplattformen
Durch moderne Integrationstechno-
logien können CAFM-Systeme zur
zentralen Informationsdrehscheibe
im RE und FM werden.
»
Komplexitätsmonster?
Durch immer mehr Module und
Funktionsbereiche können CAFM-
Systeme den Fokus auf ihre Stärken
verlieren – die Unterstützung und
Automation der FM-Prozesse.
»
Heraus aus der Nische
CAFM-Systeme können sich zu uni-
versellen IT-Systemen für das Dienst-
leistungsmanagement entwickeln.
»
Ist die Frage überhaupt relevant?
Anbieter und Markt entscheiden über
die Zukunft von CAFM, egal ob als
zentraler Info-Hub oder als eines von
vielen IT-Systemen im RE/FM, beides
hat seine Berechtigung sowie Vor-
und Nachteile.
SUMMARY