Softwareguide Real Estate 2018 - page 17

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MAKLER-IT
Makler. Dieses ist tatsächlich ein Mak-
ler, der neben dem Vermietungsgeschäft
immer stärker in die Vermittlung von
Kauf­immobilien einsteigt. Derzeit hat
das Unternehmen nach eigenen Anga-
ben etwa 300 Verkaufsobjekte und rund
350Vermietungsobjekte imAngebot; den
Umsatz generiert es jedoch zu gut 80 Pro-
zent über den Verkauf.
Gestartet ist McMakler als Internet-
Unternehmen. „Wir lernten aber rela-
tiv schnell, dass die hundertprozentig
digitale Lösung nicht erfolgreich ist“,
blickt Heintzenberg zurück. Auch das
weiteren Kunden entsteht für das Unter-
nehmen also kaum zusätzlicher Aufwand.
Bisher beschränkt sich der Einsatz der
Immomio-Software auf die Vermietung.
Dass auch der Verkauf dazukommen
könnte, schließt Jacobi nicht aus. „Al-
lerdings ist beim Wohnungsverkauf das
Potenzial der Standardisierung geringer“,
gibt er zu bedenken.
DER HYBRID-MAKLER
Dafür ist die Mar-
ge beim Verkauf wesentlich höher als bei
der Vermietung, wie HannoHeintzenberg
feststellt, Mitgründer des Start-ups Mc-
Matching-Prinzip betrachtet er heute
skeptisch. „Ein Vermieter möchte keinen
Algorithmus, der ihm sagt, wer derMieter
ist“, hat er beobachtet. „So groß ist das Ver-
trauen in die Technik nicht.“ McMakler
fährt deshalb zweigleisig: Einerseits ar-
beitet das PropTech mit Maklern, die an
gut 50 Standorten in Deutschland präsent
sind; andererseits hat es denVermietungs-
prozess mit Hilfe einer ausgeklügelten
Software standardisiert. Diese ermöglicht
es, die vom Makler bei der Besichtigung
aufgenommenen Fotos und sonstige An-
gabenmit geringemArbeitseinsatz aufzu-
bereiten und auf den etablierten Immobi-
lienportalen einzustellen.
Der Vermieter profitiert dadurch von
einem günstigen Preis: In Rechnung ge-
stellt werden ihm nicht zwei Monatskalt-
mieten, sondern Festpreise von 498 Euro
(bei einer Kaltmiete von höchstens 1.200
Euro) oder 998 Euro (bei teureren Woh-
nungen). Bei Kaufimmobilien hingegen
geht McMakler ganz konventionell vor
und lässt sich gemäß dem Usus im jewei-
ligen Bundesland die übliche Provision
auszahlen. Innovativ ist das Unternehmen
dafür bei der für Makler entscheidenden
Frage der Objektakquise. Und das geht
»
Start-ups
wollen mittels innovativer
Software die
Wohnungsvermitt-
lung digitalisieren
. Viele dieser
jungen Unternehmen sind jedoch
bereits wieder vom Markt ver-
schwunden.
»
Während manche der neuen Anbie-
ter sich als Software-Unternehmen
verstehen, betätigen sich andere
selbst als
Internet-Makler
.
»
Deutlich ist der Trend hin zum
hybriden Makler
, der ausgeklügelte
Software-Lösungen mit der Kompe-
tenz klassischer Makler verbindet.
»
Neben den Start-ups setzen auch
neue
Konkurrenzangebote wie
ivd24
die großen Immobilienportale
unter Druck.
SUMMARY
»
Foto: Bluehousestudio/shutterstock.com
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