Softwareguide Real Estate 2018 - page 14

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SOFTWAREGUIDE
REAL ESTATE
2018
I
CLOUD
Für die Wohnungs- und Immobilien-
wirtschaft ist die Cloud-Nutzung von
Business Software eine attraktive Option.
Dies liegt vor allem an den besonders
hohen Anforderungen an die Mobilität
der IT in der Branche. Vor-Ort-Prozesse
wie Wohnungsabnahme, Instandhaltung,
Schadenprotokollierung oder Vermietung
erfordern einenDatenaustausch und/oder
-abgleichmit den betriebsinternenDaten-
banken und ERP- oder CRM-Systemen.
Protokollierungen und Datenregistrie-
rungen von Hand müssen später in die IT
übertragen werden, was Zeitaufwand und
Fehleranfälligkeit mit sich bringt. Prozesse
wie Auftrags- und Rechnungsbearbeitung
oder die Abwicklung von Schadensfällen
stecken in der Praxis heute noch voller
Medienbrüche – siehe handgeschriebene
Formulare und Notizen, Faxantworten,
analoge Fotos und mehr.
DRUCK NIMMT ZU
Michael Dieter, Business
DevelopmentManager beimIoT-Anbieter
Q-loud, einem Unternehmen der QSC
AG, sieht derzeit einen gewissen Druck
auf die Unternehmen der Branche zu-
kommen: „Die Cloud-Nutzung bei Woh-
nungs- und Immobilienunternehmen
wird durchmehrere Faktoren angetrieben.
Dazu gehören der Trend zur Digitalisie-
rung der Hausverwaltungsprozesse und
die verschärften Richtlinien hinsichtlich
der Energieeffizienz. Beides führt dazu,
dass wir künftig immer mehr Sensorik
und Analyse-Software installiert haben
werden. Auch neue Regulierungen und
D
er Hype um das Cloud Computing
gehört offenbar nicht zu den Wind­
eiern unter den Megatrends der
letzten Jahre. Laut Cloud-Monitor 2015,
herausgegeben von KPMGund demDigi-
talverband Bitkom, liegt in den deutschen
Unternehmen die Zahl der Cloud-Befür-
worter seit 2014 über der Zahl der Cloud-
Skeptiker, und fast dieHälfte der befragten
Unternehmen hatte eigene Erfahrungen
mit der Cloud – und zwar vor allem gute:
Rund drei Viertel der Nutzer bewerten
ihre bisherigen Erfahrungen positiv.
VORTEILE DER CLOUD
Das Modell „IT als
Internet-Service“ überzeugt durch eindeu-
tige Vorteile. Wenn Hard- und Software
wie auch der nötige Verwaltungs- und
Personalaufwand einem zuverlässigen
Dienstleister übertragen werden können,
ergeben sich Effizienzgewinne und Kos­
teneinsparungen, wie keine Kosten für
Lizenzen oder Updates. Die Nutzung des
Cloud-Modells stellt Ressourcen für die
Konzentration auf das Kerngeschäft frei,
indemes die Anforderungen an das unter-
nehmensinterne IT-Know-how reduziert.
Ein großer Vorteil hierbei ist, dass alle IT-
Leistungen stets in vertraglich festgelegter
Qualität und Quantität als Service zur
Verfügung stehen. Bedarfsspitzen oder
-flauten können schnell und unkompli-
ziert durch kurzfristige Anpassungen be-
wältigt werden. Die Verantwortung für die
Servicequalität liegt beimCloud-Anbieter,
der dafür sorgt, dass die Ressourcen stets
auf dem aktuellen technologischen Stand
Nicht immer,
aber immer öfter
Die Zahl der Cloudnutzer unter den Unternehmen steigt. Ist
die Cloud im Einzelfall die bessere Lösung? Das kann nur eine
gründliche Analyse des eigenen Geschäftsmodells ermitteln.
sind. Die Abrechnung erfolgt exakt nach
abgerufener Leistung.
Insbesondere auf dem Gebiet der
Business-Software wie ERP oder CRM
ist das Modell, Leistung von einem „Ver-
sorgungsunternehmen“ jederzeit und an
jedem Ort bedarfsgerecht zu beziehen
(„Software-as-a-Service“, SaaS), sehr at-
traktiv. Gerade kleine Unternehmen ohne
umfangreiche eigene IT-Ressourcen sind
so in der Lage, Geschäftsmodelle anzu-
bieten, mit denen sie mit größeren Wett-
bewerbern auf Augenhöhe konkurrieren
können. Ganz entgegen früheren Vor-
stellungen ist das Thema Sicherheit vom
Gegen- zu einem Hauptargument für das
CloudComputing geworden: Die Rechen-
zentren der Provider verfügen über eine
Sicherheitsarchitektur, wie sie sich nur
Großunternehmen leisten können, etwa
ein nach ISO 27001 zertifiziertes Informa-
tionssicherheits-Managementsystem.
VIELE NUTZUNGSVARIANTEN
Ein Plus der
Cloud ist die hohe Flexibilität bei den
Nutzungsvarianten. Zwischen den Ex-
tremen „kompletter Eigenbetrieb“ und
„komplettes Outsourcing“ gibt es unzäh-
lige Abstufungen. So unterscheidet man
grundsätzlich zwischen Public Cloud
(Lösungen wie ERP- oder CRM-System
werden komplett von einem externen
Provider betrieben), Private Cloud (die
unternehmensinterne IT-Abteilung stellt
alle Leistungen über das Internet bereit)
und Hybrid Cloud (beliebige Mischform
aus den beiden genannten Modellen).
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