Softwareguide Real Estate 2018 - page 18

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SOFTWAREGUIDE
REAL ESTATE
2018
I
MAKLER-IT
so: Im Internet wird Eigentümern eine
Gratis-Bewertung ihrer Immobilie ange-
boten – gewissermaßen als Einfallstor für
den Makler. Die Folge, so der McMakler-
Mitgründer: Die Makler müssen sich
nicht selbst um die Akquise kümmern
und haben immer genügend Objekte, die
sie vermarkten können.
DER BRÜCKENSCHLAG
In eine andere
Richtung weitet das in Ingolstadt an-
sässige Start-up faceyourbase.com sein
Betätigungsfeld aus. Bisher konnte es
sich mit seinem Matching-Prinzip bei
der Wohnungsvermietung nicht so recht
durchsetzen. Jetzt soll der Brückenschlag
zum Energiemanagement zum Durch-
bruch verhelfen: Zu Beginn dieses Jahres
übernahm die meistro Energie GmbH
25,1 Prozent an der faceyourbase AG.
Gemeinsam wollen die Partner nun ei-
nen digitalen Abmeldeprozess für die
Stromzähler leer stehender Wohnungen
einführen. Faceyourbase-Gründer Chri-
stian Dau will diesen Vorgang mit dem
Vermietungsprozess bündeln, sodass die
leer stehende Wohnung sofort der Ver-
marktung zugeführt wird.
DIE GROSSEN PORTALE
Demonstrativ ent-
spannt vor dem Hintergrund der derzei-
tigen Umwälzungen geben sich die eta-
blierten Portale. „Start-ups setzen neue
Impulse in der Immobilienwirtschaft.
Das freut uns!“, sagt Dr.Thomas Schroeter,
Geschäftsführer bei Immobilienscout24.
Gleichzeitig gelte aber: „Als größter di-
gitaler Marktplatz kennen wir den Markt
auf Anbieter- und Konsumentenseite wie
kein anderer. Das ermöglicht uns besser
als allen anderen Marktteilnehmern, An-
gebot und Nachfrage ideal zusammenzu-
bringen.“ Selbstbewusst zeigt sich auch die
Immowelt-Gruppe, zu der seit 2015 das
Portal immonet.de gehört. „Neue Heraus-
forderungen nehmen wir sofort an“, sagt
Pressesprecher Jan-Carl Mehles.
Solche Herausforderungen gibt es in
der Tat – gerade im Software-Bereich. Die
Immowelt-Gruppe hat im Herbst 2016
ihre neue Software estateSmart auf den
Markt gebracht, die es erlaubt, Aufgaben
wie Objekterfassung, Exposé-Erstellung
und Interessentenverwaltung von jedem
„Start-ups setzen
neue Impulse in der
Immobilienwirtschaft.
Das freut uns!“
Dr. Thomas Schroeter,
Geschäfts-
führer bei Immobilienscout24
Endgerät aus zu erledigen. Auch Immo-
bilienscout24 hat zuletzt technische Wei-
terentwicklungen in Gestalt einer neuen
App für virtuelle Besichtigungen sowie der
Wohnungssuche über Facebook Messen-
ger bekannt gegeben.
Eine zweite Herausforderung stellt die
rückläufige Zahl der Maklerkunden dar.
In ihrem Geschäftsbericht für 2016 muss
die Scout-Gruppe eingestehen, imvergan-
genen Jahr nicht weniger als zehn Prozent
ihrer „Kernmakler“ als Kunden verloren
zu haben. Begründet wird dies mit der
„allgemeinen Marktentwicklung“. Das
dürfte allerdings nicht der einzige Grund
sein, ist doch die Unzufriedenheit vieler
Makler und Verwalter über die Leistung
und die Preise der Portale unüberhörbar.
Ein deutliches Zeichen dafür ist, dass der
Immobilienverband Deutschland (IVD)
sein eigenes Portal (ivd24immobilien.de)
gegründet hat, auf demausschließlichVer-
bandsmitglieder inserieren dürfen. Das
Angebot umfasst derzeit nach Angaben
des für ivd24 zuständigen Stephan Kippes
rund 37.000 Immobilien in Deutschland,
davon 10.000Mietwohnungen und 27.000
Kaufobjekte.
Ein weiteres Zeichen für die um sich
greifende Unruhe im Markt: 2016 been-
dete der GdW Bundesverband deutscher
Wohnungs- und Immobilienunterneh-
men seine Kooperation mit Immobilien-
scout24. Stattdessen arbeitet der Verband
jetzt mit der Immowelt-Gruppe und ebay
Kleinanzeigen zusammen. Laut GdW-
Pressesprecherin Katharina Burkardt
existiert darüber hinaus die Option, ein
eigenes Portal (ähnlich wie der IVD) auf
die Beine zu stellen.
Kritik gibt es auch an der Immowelt-
Gruppe. Der Buchholzer Makler Jan
Mettenbrink von der Maison Immobilien
GmbH rief imOktober 2016 auf Facebook
seine Maklerkollegen zu einer Sammel-
kündigung auf. Stein des Anstoßes war
für ihn der Umstand, dass Immowelt die
Daten von verkaufswilligen Eigentümern
nicht direkt an die auf Immowelt inserie-
rendenMakler weitergibt, sondern an zwei
andere Portale, die als Lead-Generatoren
Interessenten gewinnen. „Dabei haben
doch wir die Portale durch unsere Anzei-
gen erst groß gemacht“, klagtMettenbrink.
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