personalmagazin 5/2015 - page 32

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MANAGEMENT
_FÜHRUNG
personalmagazin 05/15
D
ie Graubündner Kantonalbank
(GKB) wurde 1870 gegründet
und verfügt über eine erfolg-
reiche Tradition als Univer-
salbank in der Schweiz. Heute arbeiten
bei der GKB rund 1.000 Mitarbeitende,
verteilt auf über 60 Standorte.
2003 überzeugte der frisch gewählte
CEO die Entscheidungsträger, die Bank
konsequent auf die Kundenschnittstel-
le auszurichten. Die Kunden der GKB
sollten kompetenter beraten werden und
ein höheres Service-Level erfahren als
bei der Konkurrenz. Diese Neupositio-
nierung erforderte eine Reorganisation
von einer traditionellen, etwas schwer-
Von
Alexander Villiger
fälligen Universalbank hin zu einer mo-
dernen, schlanken Vertriebsbank, deren
Kernkompetenz in der Beratung und Be-
treuung zu finden ist.
Den Verantwortlichen des Reorgani-
sationsprogramms wurde bewusst, dass
der Wandel hin zu echten, kundenori-
entierten Dienstleistern eine Verände-
rung im Führungsverhalten erforderte.
Denn Kundenbegeisterung lösen nur
Mitarbeitende aus, die auf ihren Arbeit-
geber stolz sind, inspirierend geführt
werden sowie ihren eigenen Beitrag
zur Wertschöpfung des Unternehmens
kennen. Gefordert war eine Abkehr vom
tendenziell sachlich-rationalen, direk-
tiven Führungsstil des transaktionalen
Managements, hin zum inspirierenden,
Emotionen und Energien freisetzenden
Führungsstil des transformationalen
Leaderships.
Eigenverantwortung ist gefragt
Die GKB will Kunden über hohe Kom-
petenz, persönliche Beratung und eine
Best-Service-Kultur gewinnen. Eigen-
verantwortung, intrinsische Motivation
und Engagement sind folglich zentrale
Faktoren, um Kundenbegeisterung zu
entfachen. Wie Professorin Felicitas
Morhart in ihrer Dissertation bei der
GKB aufzeigte, kann die dafür erfor-
derliche produktive Energie in der Be-
legschaft nur mit einem Führungsstil
entstehen, welcher den Mitarbeitenden
das Gefühl von Autonomie („Ich wähle
diese Einstellung aus freien Stücken“),
Kompetenz („Ich darf und kann auf die
Kundenwünsche eingehen“) und Ver-
bundenheit zur Marke („Ich will Teil die-
ser neuen Ausrichtung sein“) vermittelt.
Die Führungsphilosophie des auf Ber-
nard Bass und Bruce Avolio zurückge-
henden transformationalen Leaderships
wird diesen Anforderungen gerecht. Ba-
sis dieses mitarbeiterorientierten Füh-
rungsstils bilden die vier „I-Säulen“.
• Beim ersten „I“, Identifizierung, geht
die Führungskraft als Vorbild voran. Sie
reflektiert ihren Führungsstil, lebt ihre
Führungswerte, handelt stets integer –
und wirkt so identifizierend. Den Mit-
arbeitenden bietet der Vorgesetzte mit
seinem authentischen Verhalten eine
Orientierung, sodass sich diese als Mit-
unternehmer entfalten können.
• Mit einer gemeinsam erarbeiteten Visi-
on wird beim zweiten „I“, Inspiration, die
Erfolgsgeschichte in zehn Jahren
PRAXIS.
Die Graubündner Kantonalbank hat den „Excellence in Leadership Award“ er-
halten. Da ihr Führungsprogramm schon lange läuft, sind die Erfolgsbelege fundiert.
© GKB
Die Graubünder Kantonalbank hat die Führung konsequent am Kunden ausgerichtet.
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