AUS DEN VERBÄNDEN
Sachsen-Anhalt wird, so die demografi
schen Prognosen, auch in den nächsten
Jahren Einwohner verlieren. In der Folge
wird der Wohnungsleerstand steigen.
Laut Wohnungsmarktbericht 2018 des
Landes Sachsen-Anhalt betrug der Leer
stand im Bereich des Geschosswohnungs
baus Ende 2016 durchschnittlich 16 Pro
zent, welcher sich ohne Abriss und bei
Ausbleiben von Neuvermietung bis 2030
auf 29,6 Prozent erhöhen wird. Schon
jetzt nimmt der Wohnungsleerstand vor
allem im ländlichen Raum wieder zu. Dass
der Leerstand im Bereich der kommuna
len Wohnungsgesellschaften mit 12,6
Prozent und der Wohnungsgenossen
schaften mit 8,2 Prozent gegenüber dem
Landesdurchschnitt bedeutend geringer
liegt, ist Ausdruck der aktiven Stadtum
baumaßnahmen seit 2000 mit einem
Investitionsvolumen von über 10 Milliar
den Euro und einem Rückbau von fast
90.000 Wohnungseinheiten. Dennoch ist
schon heute eine wachsende Anzahl der
Wohnungsunternehmen im ländlichen
Raum in ihrer Leistungsfähigkeit einge
schränkt und wenn die Prognosen bis
2030 eintreten, in ihrer Existenz gefähr
det. Auch aus diesem Grund beteiligt
sich die Wohnungswirtschaft des Landes
Sachsen-Anhalt aktiv am gemeinsamen
Forschungsprojekt des Spitzenverban
des der Wohnungswirtschaft GdW, VdW
Rheinland Westfalen und dem vtw unter
dem Titel „Wohnen jenseits der Metro
polen – Regionalen Ausgleich stärken –
die Wohnungswirtschaft als Gestalter von
Heimat“. Ein erster Arbeitsworkshop im
Rahmen des Projekts fand Ende Mai in
der Lutherstadt Wittenberg statt.
Mit Blick auf die aktuellen politischen Dis
kussionen wird deutlich, dass sowohl die
Städtebauförderung als auch die soziale
Wohnraumförderung auf dem heutigen
Niveau eine zentrale Bedeutung zur Anglei
chung der Lebensverhältnisse hat. Notwen
dig ist zugleich eine Einigung zwischen
Bund und Ländern zu der Altschuldenpro
blematik. Allein die Wohnungsunterneh
men in Sachsen-Anhalt sind heute noch
mit circa 720 Millionen Euro Altschulden
belastet. Da auch in Zukunft nicht benö
tigte Wohnungen vom Markt genommen
werden müssen, muss für den künftigen
Abriss von Wohnungen eine Lösung gefun
den werden. Eine derartige Förderung ist
nur aus wirtschaftlichen Gründen notwen
dig, sie sichert ein gemeinsames Handeln
wohnungswirtschaftlicher Akteure im Inte
resse der Stadtentwicklung.
(zill/mei/koch)
Bürokratieabbau: Wohnungswirtschaft in Niedersachsen unterstützt Vorschläge
des Wirtschaftsministers
Hannover – Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw) unterstützt die Forde-
rungen des Niedersächsischen Wirtschaftsministers Bernd Althusmann zum Bürokratieabbau. „Schnellere Genehmigungs-
verfahren beim Wohnungsbau mit verbindlichen Fristen fordern wir bereits seit Jahren. Vielleicht kommen wir jetzt end-
lich einen Schritt voran“, sagte vdw-Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt. Neben fehlendem Bauland, zu hohen Bau-
kosten und zu geringen Kapazitäten in der Bauwirtschaft zählen umständliche Bürokratie und ausufernde Bauvorschrif-
ten zu den größten Hemmnissen für einen effizienteren Wohnungsneubau.
Immer wieder klagen vdw-Mitgliedsunter
nehmen über starke Verzögerungen bei
der Erteilung von Baugenehmigungen.
Zähe Verwaltungsabläufe führten oft zu
monatelangen, mitunter sogar jahrelangen
Genehmigungsverfahren. „Häufig werden
neue Unterlagen, Dokumente oder Gut
achten nachgefordert – und die Zeit ver
geht, ohne dass eine Baugrube ausgeho
ben werden kann. Die Planungssicherheit
geht dann völlig verloren“, moniert Dr.
Schmitt. Auch im Bündnis für bezahlbares
Wohnen sei dieses Problemfeld mehrfach
intensiv diskutiert worden. In der Pflicht
sind nach Ansicht der Verbandsdirektorin
in erster Linie die Kommunen: „Sie sind an
der Reihe, konstruktive Vorschläge zur Ver
schlankung der Antragsverfahren zu unter
breiten und nicht einfach nur zu sagen, was
nicht geht.“
Der vdw verweist auf Hessen, Bremen und
Sachsen-Anhalt, deren Bauaufsichtsbehör
den eine dreimonatige Entscheidungsfrist
bei Bauanträgen haben, die nur „bei Vor
liegen eines wichtigen Grundes“ verlän
gert werden kann. In der kommenden
Woche wird in Niedersachsen das „BIM-
Cluster“ auf den Weg gebracht. Zentrales
Element: der digitale Austausch von Infor
mationen rund um Bauvorhaben. Der vdw
wird neben anderen Institutionen und ver
schiedenen Landesministerien dieser Initia
tive beitreten. „Wir versprechen uns auch
von diesem Ansatz eine dringend erforder
liche Beschleunigung von Genehmigungs
prozessen – und zwar ohne Qualitätsver
lust und Sicherheitseinbußen“, betonte die
vdw-Chefin.
(ens/schi)
Gleichwertige Lebensverhältnisse in Sachsen-Anhalt –
Wohnungswirtschaft setzt sich für Stärkung der ländlichen Räume ein
Magdeburg – Während in den Ballungszentren insbesondere bezahlbarer Wohnraum knapp ist und die Mieten stei-
gen, kämpfen Kommunen und Wohnungswirtschaft in Sachsen-Anhalt schon seit über 20 Jahren gegen Leerstand und
Abwanderung. Dabei ist die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse zu einer zentralen Zukunftsaufgabe nicht nur
der Stadt- und Regional-Entwicklung aller gesellschaftlichen Bereiche geworden und fordert die Wohnungswirtschaft
besonders heraus, so die Verbandsdirektoren der wohnungswirtschaftlichen Verbände Sachsen-Anhalts Ronald Meißner
(VdWg) und Jens Zillmann (VdW).
gement im Personalwesen wurde in der
Kategorie „Stärkung der Mitarbeiter“
gewürdigt, die
„ATC del Piemonte Cen-
trale“
aus Italien wurde hier ausgezeich
net. Eine umfassende Restrukturierung des
Unternehmens und die Einführung neuer
Management-Methoden wurde dabei von
den Mitarbeitern erarbeitet.
(güll/koch)
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