JAHRESSTATISTIK
Warum die Unternehmen weniger bauen als
bisher geplant, hat verschiedene Gründe:
Es fehlt an Grundstücken. Und wenn kom
munale Grundstücke für den Wohnungs
bau vorhanden sind, werden sie häufig
zum Höchstpreisgebot abgegeben. In vielen
Städten ist das Neubauklima in der Bevölke
rung eher negativ. Die Auslastung der Bau
betriebe ist auf Höchstniveau und damit
auch die Preise. Zudem treibt eine steigende
Normen- und Standardflut die Baukosten.
Hohe Investitionen in die Zukunft des
Wohnens
Mit 9,4 Milliarden Euro flossen im Jahr 2018
rund 55 Prozent der Gesamtinvestitionen in
die Bestandsentwicklung der Gebäude. Mit
diesem Geld haben die Unternehmen Woh
nungen und Gebäude modernisiert, instand
gesetzt und instandgehalten. Im Vergleich
zum Vorjahr hat sich der Anteil der Bestands
investitionen an den Gesamtinvestitionen
erneut verringert. 2017 flossen noch 57 Pro
zent der Investitionen der GdW-Unterneh
men in die Erhaltung und Modernisierung
der Bestände. Dafür sind die Investitionen in
den Neubau von Wohnungen erneut gestie
gen. Knapp 45 Prozent der Gesamtinvesti
tionen flossen 2018 in dieses Segment. Im
Jahr 2019 wird sich der Anteil der Neubauin
vestitionen voraussichtlich weiter auf diesem
hohen Niveau halten.
Ausblick 2019: Wachstums- und Neu-
baudynamik sinkt
Für dieses Jahr prognostiziert der GdW
zwar einen weiteren Anstieg der Gesam
tinvestitionen
um rund 11,2
Prozent.
Die
Wachstumsdy
namik geht aller
dings zurück.
„Wir rechnen
damit, dass wir
die 18-Milliar
den-Euro-Marke
deutlich kna
cken werden.
Die Investitio
nen könnten bei
rund 18,8 Milli
arden Euro lie
gen“, erklärte
Axel Gedaschko.
Dennoch bliebe dieser Anstieg um mehr
als zwei Prozentpunkte hinter der Dyna
mik des Jahres 2018 zurück. Hier zeigt sich
nun erstmals: „Dauernde Regulierungen
und Deckelungen haben sehr wohl Auswir
kungen auf die Investitionen in den Woh
nungsmarkt – und zwar keine guten“,
erläuterte der GdW-Präsident.
Besonders kann man dies an den Neu
bauinvestitionen sehen. Hier wird sich der
Anstieg im Jahr 2019 nach den Planzahlen
der Wohnungsunternehmen fast halbie
ren und beträgt nur noch 10,7 Prozent. Im
Vorjahr hatten die Unternehmen noch mit
einem Plus von 27 Prozent geplant. „Die
Rahmenbedingungen für den Wohnungs
neubau sind schlecht: Zu teure Grundstü
cke, hohe Baupreise, Probleme mit den
Baukapazitäten und eine fehlende Akzep
tanz bei den Bürgern sorgen dafür, dass die
Wohnungsunternehmen trotz aller Bemü
hungen in diesem Jahr deutlich zurückhal
tender sein werden als im Vorjahr“, so der
GdW-Chef. Das hat zur Folge, dass immer
weniger bezahlbare Wohnungen auch
wirklich fertig gestellt werden und auf den
Markt kommen.“ Gleichwohl rechnen die
Unternehmen mit einer Steigerung der
Investitionen in den Wohnungsbestand
um 11,6 Prozent auf voraussichtlich 10,5
Milliarden Euro.
(burk/schi)
Weitere Infos unter
und
Mehr zur GdW-Jahresstatistik lesen Sie in den
kommenden wi-Ausgaben.
Fortsetzung von Seite 2
Quelle: Büro Roman Lorenz
EUROPA
International Social Housing Festival –
Projekte aus ganz Europa für soziale Verantwortung ausgezeichnet
Lyon – Im Rahmen des International Social Housing Festivals wurden am 7. Juni 2019 die „European Responsible Housing
Awards“ verliehen. In insgesamt fünf Kategorien fördert der Preis Konzepte und Projekte rund um die Gestaltung eines
sozialen und umweltfreundlichen Wohnungssektors. Neben der Preisverleihung bildeten eine Reihe von Konferenzen,
Workshops und Ausstellungen zum Thema bezahlbarer Wohnraum, innovative Ansätze der Stadtentwicklung und klima
gerechte Politik den Schwerpunkt des Festivals.
Preisträger des European Responsible
Housing Award in der Kategorie „Mehr
als ein Dach – Chancengleich in Gemein
schaften stärken" wurde mit der Berliner
Bau- und Wohnungsgenossenschaft
von
1892 eG
ein Mitgliedsunternehmen
des GdW. Im ausgezeichneten „Bauprojekt
Nettelbeckplatz“ wurde eine energetische
Sanierung, die Installation einer Photovol
taikanlage sowie eine Aufstockung mit der
Einrichtung von Gemeinschaftseinrichtun
gen, Studentenwohnungen und betreuten
Seniorenwohnungen verknüpft. Die Jury
hob ebenso die Schaffung zusätzlichen
Wohn- und Gemeinschaftsraums ohne
Verringerung der Gartenfläche hervor und
bezeichnete das Projekt insgesamt als vor
bildliche Blaupause für andere Wohnungs
unternehmen. Weitere Preise wurden an
herausragende Projekte aus ganz Europa in
den Bereichen Energiewende, Partizipation,
bezahlbarer Wohnraum und Mitarbeiter
förderung vergeben.
Das
„Institut Municipal de l’Habitage i
Rehabilitacio“
der Stadt Barcelona bekam
für sein Engagement gegen Spekulationen
im lokalen Wohnungsmarkt den Preis in der
Kategorie „Faire Finanzierung für Bezahl
barkeit von Wohnraum“ verliehen. Die
Non-profit Organisation
Alwel
aus den Nie
derlanden wurde für die Umsetzung einer
gerechten Energiewende ausgezeichnet.
Unter besonderer Einbeziehung der Bewoh
ner hat die Organisation eine Reihe sozi
aler Mitwohnungen energetisch sanieren
lassen. Der Preis in der Kategorie „strate
gische Allianzen, Stärkung partizipativer
Gemeinschaft“ ging an
Villeneuve-Saint-
Georges OPH
aus Frankreich. Durch Ideen
austausch, Gesprächsrunden und ein Work
camp mobilisierte das Projekt die Bewohner
eines Wohnquartieres zur gemeinschaftli
chen Problemlösung. Besonderes Enga
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