Region Report Frankfurt - page 29

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GROSSPROJEKT
neuer Wohnbaugebiete, die zur Deckung
desWohnungsbedarfes in Frankfurt drin-
gend benötigt werden, sind angesichts die-
ser Vorbelastung kaum gegeben. In einer
im Jahre 2010 abgeschlossenen Studie
des Büros Albert Speer & Partner wurde
daher untersucht, in welchem Maße po-
sitive Effekte durch eine Einhausung der
Autobahn entstehen können. Im Jahr 2012
wurde dann eine städtebauliche und frei-
flächenplanerische Konzeption erarbeitet,
die gezeigt hat, dass hier Wohnraum für
mehrere tausend Menschen entstehen
kann. In insgesamt acht Teilquartieren
kann ein breites Spektrum unterschied-
licher Wohnformen entstehen. Die Quar-
tiere liegen in unmittelbarer Nähe zum
Stadtkern, sodass das Projekt die Chance
bietet, Flächen in einer zentrumsnahen
Lage einer Wohnnutzung mit hohem
Grünanteil zuzuführen.
DREI ENTWICKLUNGSPHASEN BIS 2030
Das Ernst-May-Viertel soll in drei Ent-
wicklungsphasen entstehen. In Phase
eins sollen in den Jahren 2016 bis 2023
das „Innovationsquartier“ mit 1.500
Wohneinheiten, „Atterberry-Ost“ mit
250 Wohneinheiten und das Gebiet
„Nördlich des Günthersburgparks“ mit
100 Wohneinheiten entstehen. Im „In-
novationsquartier“ sollen Themenfelder
wie Mobilität, Regenwasserbewirtschaf-
tung, kostenreduziertes Bauen sowie re-
generative Energieversorgung, aber auch
gemeinschaftliche Wohnmodelle beson-
dere Berücksichtigung finden. 30 Prozent
der Wohnungen sollen als öffentlich ge-
förderter Mietwohnungsbau entstehen.
In Phase zwei sollen in den Jahren 2019
bis 2027 die Wohnbaugebiete „An den
Röthen“ mit 260 Wohneinheiten, „Katha-
rinen-Campus“ mit 350 Wohneinheiten
und „Nördlich Friedrich-Ebert-Schule“
mit 330 Wohneinheiten sowie die Erwei-
terung des Huthparks entwickelt werden.
Phase drei von 2022 bis 2028 sieht die Er-
weiterung der Festeburgsiedlung mit 680
Wohneinheiten, das Gebiet „Südlich Seck-
bacher Landstraße“ mit 350 Wohnein-
heiten und die zentrale öffentliche „Grüne
Mitte“ auf dem Autobahndeckel vor.
K
napp 4.000 Wohneinheiten für bis
zu 8.000 Menschen könnten bis zum
Jahr 2028 im Ernst-May-Viertel ent-
stehen, 30 Prozent davon als geförderter
Wohnungsbau. Ziel der Projektentwick-
lung ist es, den Lärmschutz für Bestands-
quartiere zu verbessern, den zerteilten
LandschaftsraumzwischenHuthpark und
Günthersburgpark wieder zu vernetzen,
neue Grünflächen zur Erweiterung und
Entlastung bestehender Parkanlagen und
neue Wohnbauflächen zu schaffen. Hier-
zu soll die A 661 zwischen den Frankfur-
ter Stadtteilen Bornheim und Seckbach
überbaut und in einen 400 Meter langen
Tunnel geführt werden. Die zunächst
geplante Einhausung über 1,3 Kilometer
Länge wäre mit 212,5 Millionen Euro zu
Stadt neu gestalten
Das Ernst-May-Viertel, die Einhausung der Autobahn A661
zwischen Bornheim und Seckbach und die Arrondierung der
bestehenden Gebiete, ist eines der wichtigen Zukunftspro-
jekte der Stadtplanung in Frankfurt.
«
teuer ausgefallen. Das Plangebiet erstreckt
sich über Teile vom Nordend, Bornheim
und Seckbach. Das Gesamtvolumen des
Projekts wird derzeit auf 331 Millionen
Euro geschätzt. Voraussichtlich verbleiben
für die Stadt Frankfurt amMain nach Ab-
zug von Grundstücksverkäufen und un-
ter Einberechnung möglicher Drittmittel
Kosten in Höhe von rund 171 Millionen
Euro.
TRENNUNGSFAKTOR AUTOBAHN
Seit dem
Bau der Autobahn 661 sind ursprünglich
zwischen Bornheim/Nordend und Seck-
bach verlaufende Wege unterbrochen
und die autobahnnahen Wohnquartiere
durch die Lärmbelastung ganz erheblich
beeinträchtigt. Chancen für die Planung
Gabriele Bobka
Ernst-May-Viertel
GrünGürtelpark Seckbach Nord
1...,19,20,21,22,23,24,25,26,27,28 30,31,32,33,34,35,36
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