Personalmagazin HR-Software 10/2026

HR-Software personalmagazin HR-Software 2026 28 Wenn der Werksausweis aufs Smartphone wandert Von Samuel Wyss Der neue Kollege startet im Homeoffice in Hamburg, das Büro ist in Stuttgart. Seinen Werksausweis muss er nicht am Empfang abholen – er befindet sich schon vor dem ersten Arbeitstag auf seinem Smartphone. Warum der digitale Ausweis mehr ist als ein Türöffner und wie er HRProzesse verändert. Ob Ausweis, Kreditkarte oder Führerschein: Digitale Nachweise ziehen immer stärker in unseren Alltag ein. Vom Boardingpass bis zum Konzertticket liegen sie gebündelt in einer App auf dem Smartphone und sind somit schnell zur Hand. Mit der European Digital Identity Wallet (kurz: EUDI-Wallet) schafft die EU dafür sogar einen gesetzlichen Rahmen: Bis Ende 2026 muss jeder Mitgliedstaat eine solche Wallet bereitstellen. Drei Begriffe sollte man in diesem Kontext auseinanderhalten: Die digitale Identität beantwortet die Frage, wer jemand ist. Das Wallet verwahrt diese Nachweise auf dem Smartphone. Mobile Credentials bezeichnen Identifikationsmedien im Wallet, etwa den Werksausweis für Zeiterfassung und Zutritt. Nur wenige Firmen nutzen die Wallet Die Unternehmen in Deutschland bleiben mit der Umsetzung der EUDI-Wallet vorerst verhalten. Laut einer Bitkom-Studie aus dem Jahr 2025 wollen sie zwar 82 Prozent der Unternehmen künftig nutzen, doch erst vier Prozent haben erste Schritte unternommen. Viele scheuen sich, funktionierende Prozesse abzulösen – auch wenn das perspektivisch neue Chancen für HR und Belegschaft bietet. Entlastung im HR-Alltag Für HR-Abteilungen liegt der größte Hebel im Lebenszyklus des Identifikationsmediums: Der digitale Ausweis macht Zutrittsrechte unabhängig von einer physischen Karte und ihrer Ausgabe vor Ort und ermöglicht ihre zentrale Steuerung. Das zahlt sich immer dann aus, wenn Beschäftigte neu im Unternehmen starten, wenn sie intern wechseln oder das Unternehmen verlassen. Digitale Identifikationsmedien im Wallet lassen sich schneller anpassen oder entziehen, ohne dass HR mühselig Karten ausgeben, ändern oder zurückfordern muss. Das hilft vor allem in einer hybriden Arbeitswelt, wenn die Belegschaft nicht in der Nähe des Standorts wohnt.

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