Personalmagazin HR-Software 10/2026

14 HR-Software personalmagazin HR-Software 2026 Foto: 2026 d.vinci HR-Systems GmbH / Foto: Julian Synowski Interview Daniela Furkel „ Damit der Invest auch einen Return liefert“ Personalmagazin: Frau Rahn, warum fällt es vielen Unternehmen schwer, geeignete HR-Kennzahlen zu erheben und daraus zukunftsgerichtete Entscheidungen abzuleiten? Nina Rahn: Das hat mehrere Ursachen. Erstens gab es in der Vergangenheit keinen großen Leidensdruck: Wenn Stellen besetzt werden konnten, war der Anreiz gering, Prozesse systematisch datenbasiert zu analysieren oder deren Wirtschaftlichkeit zu hinterfragen. Zweitens blieb die Nutzung bislang eher oberflächlich. Die meisten Unternehmen erheben, wie viele Bewerbungen eingehen, wie viele Mitarbeitende eingestellt und wie viele Absagen erteilt werden. Doch nur wenige fragen weiter: Was bedeutet das? An welchen Stellen gibt es Hebel für Veränderungen? Betrifft das alle Unternehmensgrößen? Unsere Kunden kommen vor allem aus dem größeren Mittelstand. Und dort stellen wir häufig fest, dass von HR und Recruiting bislang nicht erwartet wurde, Prozesse wirklich datenbasiert zu steuern. In erster Linie reagiert das Recruiting auf interne Anforderungen und sorgt dafür, dass prozessual das Beste daraus gemacht wird, eine datenbasierte Steuerung findet jedoch selten statt. Das ist auch nicht trivial: Es müssen Kompetenzen aufgebaut werden und datengetriebenes Arbeiten muss kulturell und strukturell verankert und in Verantwortlichkeiten übersetzt werden. Wichtig ist auch: Es gibt nicht das eine Setup an Daten, das für alle Unternehmen passt. Deshalb muss jedes Unternehmen für sich herausfinden, welche Daten relevant sind und was ausgewertet werden soll. Das erfordert viel Vorarbeit und solange der Leidensdruck fehlt, wird das nur selten angegangen. Viele Arbeitgeber investieren verstärkt in HR-Technologien, aber nur wenige nutzen ihre Daten, erheben geeignete KPIs und überführen diese in fundierte Entscheidungen. Woran das liegt und weshalb im Recruiting Kennzahlen besonders relevant sind, sagt Nina Rahn. Nina Rahn ist seit 2005 für D.Vinci tätig und übernahm vor zehn Jahren die Geschäftsführung des von ihrem Vater gegründeten Softwareunternehmens.

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