Immobilienwirtschaft 1/2026

48 · Immobilienwirtschaft · 01 / 2026 Menschen & Märkte Mipim-Vorschau frischem Kapital in diesem Jahr. 58 Prozent der befragten 1.276 Asset, Bank- und Fondsmanager sowie CEOs von Branchenunternehmen rund um den Globus erwarten danach einen Anstieg des Investitionsvolumens in Europa. Hingegen geht nur jeder zweite befragte Immobilienprofi davon aus, dass in diesem Jahr das Investitionsvolumen in den USA zulegen wird. Denn die sprunghafte, unberechenbare Wirtschaftspolitik der US-Regierung beunruhigt der Studie zufolge zahlreiche Akteure. „Die deutlich gesunkenen Inflationsraten in Europa sorgen in der Immobilieninvestmentbranche für Zuversicht“, sagt Thomas Veith, PwC Global Real Estate Leader. Hält die EZB den Leitzins auf dem gegenwärtigen Niveau, könnten Investoren in der Eurozone an günstigere Finanzierungen gelangen als in zahlreichen anderen Weltregionen. Davon könnten gerade BStädte profitieren, die auf der diesjährigen Mipim neben den Metropolen um die Aufmerksamkeit von Investoren buhlen. Kapitalschwere Fonds fokussieren sich vor allem auf Standorte wie Berlin, London und Paris, an denen sie auf einen Schlag mehrere Hundert Millionen Euro in Bürokomplexe oder Shopping-Center investieren können. „Wer Milliardenbeträge investieren muss, hat nicht die Zeit, sich mit Deals in zweistelliger Millionenhöhe zu befassen, die an B-Standorten maximal möglich sind“, so Thomas Beyerle, Professor für Immobilienwirtschaft an der Hochschule Biberach. BANKEN AKTIV, ABER SELEKTIV Die auf der Messe vertretenen Oberzentren wie Belfast, Calais, Hannover und Leipzig seien „eine ausschließliche Spielwiese von kleineren institutionellen Investoren wie Assekuranzen, Family Offices und Pensionskassen, die Projektentwicklern neu errichtete oder modernisierte Immobilien abnehmen“, sagt Beyerle. „In den vergangenen Jahren sind derartige Objekte jedoch kaum an den Markt gekommen, weil Developer kaum Finanzierungen erhielten.“ Dies scheint sich nun zu ändern, wie eine Analyse des Stuttgarter Finanzierungsspezialisten BF.direkt zeigt. Danach suchen Banken nicht nur aktiv wieder nach Neugeschäft. Sie beginnen sogar, einander verstärkt Konkurrenz zu machen, um bei Kreditanfragen zum Zuge zu kommen. Als Folge sei die durchschnittliche Marge der Institute bei Finanzierungsgeschäften mit professionellen Immobilieninvestoren von 225,2 Basispunkten im Juni 2025 auf nur noch 196,3 Basispunkte im Dezember gesunken. „Der größere Wettbewerb trägt dazu bei, dass Finanzierer bereit sind, eine geringere Marge in Kauf zu nehmen“, erklärt Steffen Sebastian, Professor für Immobilienfinanzierung an der IREBS und wissenschaftlicher Berater des BF-Finanzierungsbarometers. „Diese positive Entwicklung ist jedoch auf das Core- und Core-plus-Segment begrenzt“, sagt Matthias Heimann, Managing Director des Immobilienfinanzierungsspezialisten 777 Financial Advisors in Frankfurt am Main. 1 58 % Laut einer Erhebung durch PwC und das Urban Land Institute (ULI) erwarten 58 Prozent von 1.276 weltweit befragten Asset, Bank- und Fondsmanagern sowie CEOs für 2026 steigende Investitionsvolumina in Europa.

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