Immobilienwirtschaft 1/2026

Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp, des Verbands deutscher Pfandbriefbanken, blickt verhalten optimistisch in die Zukunft. „Das Immobilienfinanzierungsgeschäft unserer Mitgliedsinstitute belebt sich spürbar.“ Die 50 im Verband zusammengeschlossenen Institute hätten in den ersten drei Quartalen 2025 Immobiliendarlehen im Volumen von 107,3 Milliarden Euro ausgereicht – 18,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. „Dabei entfiel allein auf das dritte Quartal des vergangenen Jahres ein Neugeschäftsvolumen von 37,2 Milliarden Euro“, berichtet Tolckmitt. Das entsprach nicht nur einem Anstieg von 20,4 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2024. „Es stellt zugleich den höchsten Quartalswert seit Herbst 2022 dar“, erklärt der Verbandschef. Der Anstieg beim ausgereichten Kreditvolumen resultiert keineswegs nur aus einem erhöhten Refinanzierungsbedarf von Bestandshaltern. Er korresponund Besucher der Mipim 2026. Von der vom 10. bis 13. März in Cannes stattfindenden Leitmesse erhoffen sich Marktakteure einen kräftigen Auftakt-Impuls für ein deutlich dynamischer verlaufendes Jahr an den internationalen Immobilieninvestmentmärkten. Das Palais des Festivals et des Congres in der französischen Festspiel- und Messestadt am Mittelmeer werde in diesem Jahr „ein Zentrum für Investment-Opportunitäten“ sein, verheißt der Veranstalter RX France. EINGESCHRÄNKT OPTIMISTISCH Die vollmundige Ansage erscheint nicht unbegründet. Eine gemeinsame Analyse der Wirtschaftsberatungsgesellschaft PwC und des ULI Urban Land Institute, betitelt „Emerging Trends in Real Estate: Europe 2026“, verheißt einen deutlichen Zustrom an diert vielmehr mit einem Zuwachs des Investitionsgeschehens. Zwar liegen exakte Zahlen für das vergangene Jahr noch nicht vor. Doch Simon Jeschioro, Head of Capital Markets Germany and Investment Advisory beim Immobiliendienstleister Cushman & Wakefield, kalkuliert das Transaktionsvolumen am deutschen Gewerbeimmobilienmarkt in 2025 „auf bis zu 24 Milliarden Euro“. Das entspräche einem Zuwachs von bis zu 7,1 Prozent gegenüber den 22,4 Milliarden Euro in 2024. „Das ist ein klares Signal für den beginnenden Aufschwung, der sich in diesem Jahr mit einem Transaktionsvolumen von 25 bis 30 Milliarden Euro weiter verstärken dürfte“, prognostiziert Jeschioro. Dass Investoren an den größten Immobilienmarkt der Eurozone zurückkehren und dessen Banken die Kredithähne wieder ein Stück weit aufdrehen, ist eine willkommene Nachricht für die rund 2.500 Aussteller und mehr als 20.000 erwarteten Besucherinnen STIMMUNGSBAROMETER Die Besucher und Aussteller der diesjährigen Mipim sehen langsam wieder Chancen am Horizont der Krise 47 · Immobilienwirtschaft · 01 / 2026

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==