Okay. Dann schauen wir doch mal auf das Gesetz „Schneller bauen“. Wie praxistauglich ist denn das? Gibt es aus dieser Richtung positive Signale, die den Markt bewegen könnten? Wolters: Der Bau-Turbo und das, was das Land Berlin mit dem Schneller-Bauen-Gesetz auch noch zusätzlich ergänzt hat, können durchaus einen Impuls geben. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür sind nun gegeben. Wenn jetzt die Verwaltung den Mut aufbringt, diese neuen Wege zu gehen, kann es auch schneller werden. Müssen auch die Marktteilnehmer selbst schneller werden, wie Herr Brumbauer meinte? Wolters: Durchaus. Wir als Tegel Projekt GmbH leisten uns auch deshalb eine Smart-City-Abteilung, in der wir einen digitalen Zwilling entwickeln. Auf Grundlage dieser Technologie wollen wir helfen, Prozesse der Bauleitplanung in Richtung automatisierter Verfahren weiterzuentwickeln. Das werden wir jetzt in entsprechenden Häusern auf Landes- und Bundesebene vorstellen. Wir hoffen, dass es auch eine Blaupause sein kann, mit der alle Marktteilnehmer noch mal Geschwindigkeit aufnehmen können. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit den neuen gesetzlichen Grundlagen dann auch viel erreichen können. Welche Erfahrungen diesbezüglich hat Instone, Frau Bojens? Bojens: Dass das Thema einen Turbo erhält, ist schon mal ganz schön. Der ist auch viel besser als das Schneller-Bauen-Gesetz. Denn das müsste ja eigentlich Schneller-Genehmigen-Gesetz heißen. Wir haben jetzt in den letzten Jahren durch alle Krisen hindurch die über 1.000 Wohnungen hier in Berlin gebaut. Die Genehmigung dafür hatte 16 Jahre gedauert. Wir haben ziemlich straight durchgezogen und waren schneller als der Zeitplan und im Budget. Die Wohnungen sind fertig und bezogen. Meinetwegen heißt es dann eben auch Schneller-Bauen-Gesetz – und den Rest denkt man sich dann. Aber beim Wort Bau- Turbo merkt man zumindest, dass man die prekäre Lage so langsam politisch verstanden hat. Daraus erfolgt aber nicht automatisch ein Handeln!? Bojens: Am Ende ist es immer die Haltung, die den entscheidenden Faktor in der Genehmigungsperiode ausmacht. Die Haltung der Menschen, die einem in Verwaltung und Politik begegnen. Das ist immer so, dafür braucht man eigentlich nicht unbedingt ein neues Gesetz. Aber wenn’s hilft, okay! Mit der bestehenden Rechtsgrundlage könnte man das auch. Dann ist es bereits heute bloß ein Umsetzungs- problem? Bojens: Es gibt sie auch jetzt schon, die Gespräche in der Verwaltung auf Augenhöhe mit Fokus auf pragmatisches, gutes Arbeiten. Das Schwierige ist, eine Entscheidung zu treffen. Da können wir ja nur Vorschläge machen. Und wenn man eine Entscheidung zu treffen schwierig findet, dann helfen weder ein Turbo noch ein Gesetz. Also ist es People’s Business und Sie wünschten sich von den Entscheidungsträgern mehr Mut!? Bojens: Ja, wir bauen ja keine Raumstationen, sondern einfach bloß Wohnungen. Das ist keine Rocket Science. Das ist ein Thema, bei dem jemand in der Verwaltung einfach Rückendeckung aus der Politik und von seinen Vorgesetzten braucht – und niemand nachher sagt, so hättest du aber nicht entscheiden dürfen. Und ich finde, da muss man dann die „MAN MUSS SICH ÜBERLEGEN, INWIEWEIT MAN EIGENTUMSBILDUNG MEHR FÖRDERN KANN. DERZEIT HABE ICH STEUERLICH ALS EIGENNUTZER PRAKTISCH ÜBERHAUPT KEINE VORTEILE.“ Michael Brumbauer Regionreport Berlin Unternehmerrunde
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