38 · Immobilienwirtschaft · 01 / 2026 Regionreport Berlin Marktbericht Eralp. Mit dem Pauschalurteil geht die Forderung nach einer Vergesellschaftung des Bochumer Dax-Unternehmens einher. Die Grünen möchten ebenfalls „Gemeinwohlorientierung zum zentralen Merkmal des Berliner Mietenmarktes“ machen, bevorzugt mit dem verfassungsrechtlich verworfenen Instrument des Mietendeckels. Über diesen Forderungen schwebt das Damoklesschwert des Vergesellschaftungsrahmengesetzes, das SPD und CDU bereits im Koalitionsvertrag vereinbart hatten. Mit dem Entwurf schafft zum ersten Mal eine Landesregierung einen Rahmen für eine Überführung von Privat- in Gemeineigentum gemäß Artikel 15 des Grundgesetzes. Praktische Folgen gibt es daraus vorerst zwar keine. Der aktuelle Senat würde das Gesetz auch umgehend durch das Bundesverfassungsgericht prüfen lassen. Doch zugleich gäbe es eine Rechtsgrundlage für die Initiative zur Enteignung großer Wohnungsbestandshalter, die knapp 60 Prozent der Berlinerinnen und Berliner im September 2021 positiv beschieden hatten. Wenn überhaupt neu gebaut wird, dann finden diese Projekte mehrheitlich am Rande Berlins statt: Laut dem Wohnungsmarktbericht 2025 von Berlin Hyp und 1 TWENTYONE Im Jahr 2024 stellte die HIH das Bürogebäude TwentyOne in Prenzlauer Berg mit über 6.000 Quadratmeter Mietfläche fertig 2 SPANDAUER UFER Unter dem Projektnamen „Spandauer Ufer“ errichtet FAY Projects ein Mixed-Use-Quartier mit über 70.000 Qua- dratmeter Nutzfläche „Einfacher-Bauen-Gesetz“ auf den Weg zu bringen. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für den „Gebäudetyp E“ mit seinen Abweichungen von der DIN-Norm rechtlich zu verankern. FLÄCHEN WERDEN RAR Zugleich soll das Landesparlament die im Koalitionsvertrag vereinbarte Randbebauung des Tempelhofer Feldes absichern. So soll das Ziel von 20.000 neuen Wohnungen pro Jahr erreicht werden. Tempo kommt also in die letzten Monate vor der Wahl, sowohl im Senat als auch bei den Unternehmen. Denn ein neuer Senat würde ab Herbst höchstwahrscheinlich eine neue Politik fahren. Und die Umsetzung des vom Bund auf den Weg gebrachten „BauTurbos“ entscheidet sich ohnehin in den Bezirken. Diese meldeten im Oktober 2025, dass nur einer von zwölf Bezirken die Planstellen in den Bauämtern voll besetzt hat. Rechtsanwalt Hien gibt sich jedoch optimistisch: „Wenn nun ein größeres Wohnbauvorhaben innerhalb von zwölf Monaten genehmigt würde, wäre dies sehr schnell. Ich rechne damit, dass auch mit dem ‚Bau-Turbo‘ eine Verfahrensdauer von 18 Monaten nicht selten sein wird. Welcher Bezirk sich besonders hervortun wird, wird sich erst Mitte oder Ende 2027 zeigen.“ CBRE entstanden nur noch knapp 15 Prozent der rund 15.400 fertiggestellten Wohnungen innerhalb des S-Bahn-Rings. „Große Projekte können nur noch außerhalb des S-Bahn-Rings entstehen“, ist sich Goldbeck-Manager Rekow sicher. Dass der Senat in der Person des Stadtentwicklungssenators Christian Gaebler bei Neubau mitspielt, zeigte er noch im Spätherbst 2025 mit der Ankündigung, nach dem „Schneller-Bauen-Gesetz“ nun auch ein 1 2
RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==