Immobilienwirtschaft 3/2026

25 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2026 1 RESSOURCEN SCHÜTZEN UND BESTEHENDES WERTSCHÄTZEN Ressourcenverbrauch vermeiden • Flächen und Funktionen von Gebäuden und Elementen reduzieren • Bestehende Flächen länger und intensiver nutzen (z. B. Mehrfach- nutzung) • Materialsparende Lösungen verwenden Bestand erhalten • Bestand erhalten und revitalisieren • Bestandserweiterung als Option prüfen • Abbruch nur bei hinreichender Begründung als letzte Wahl nutzen Bestand als Materialquelle und Bauteillager nutzen • Bauteile in gleicher Funktion wiederverwenden • Bauteile in anderer Funktion wiederverwenden • Bauteile bei Bauteilbörsen o. ä. Plattformen anbieten 2 WERTSTOFFE INTENSIV NUTZEN, ABFALLFREI WIRTSCHAFTEN Rezyklate nutzen • Vorrangig hochwertige Recyclingmaterialien einsetzen (Wiederverwertung) • Materialien mit reduzierter Qualität verwenden Abfallentstehung minimieren • Abfallfreie oder abfallminimierte Baustellen • Abfallfreie oder abfallminimierte Gebäudenutzung • Abfallfreier oder abfallminimierter Rückbau 3 WERTE LANGFRISTIG SICHERN Umwelt- und Gesundheitsaspekte von Materialien beachten • Konsequent Schad- und Risikostoffe vermeiden • CO2-Emissionen als Entscheidungsgrundlage nutzen • Erneuerbare, kompostierbare Materialien einsetzen Langlebigkeit und intensive Nutzung sicherstellen • Mehrfachnutzungen und -funktionen von Flächen, Bauteilen, Elementen planen • Reparaturfreundlichkeit sicherstellen • Sharing-Modelle und zirkuläre Geschäftsmodelle nutzen Langfristige Nutzbarkeit und künftige Kreislauffähigkeit sicherstellen • Monomaterialität bevorzugen • Sortenreine Trennbarkeit sicherstellen und reversible Verbindungen einsetzen • Produkte mit Hersteller- oder Verbandsrücknahme verwenden Relevante Informationen aufbereiten und langfristig vorhalten • Material- und Bauteilkatalog nutzen • Gebäuderessourcenpass verwenden • Reparatur-, Wartungs- und Nutzungsanleitungen parat haben Checkliste zur Umsetzung zirkulärer Strategien bei Bau- und Sanierungsvorhaben Quelle: In Anlehnung an Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e. V.). ein zentrales Fundament für eine zirkuläre Wirtschaftsweise im europäischen Binnenmarkt schaffen. Ziel ist es, die bisher fragmentierten Regelwerke in einem kohärenten Rechtsrahmen zu bündeln. Hinzu kommen zahlreiche Vorgaben auf nationaler Ebene. So soll die im Dezember 2024 beschlossene Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) im Mai 2026 durch ein Aktionsprogramm weiter konkretisiert werden. Das Ziel dabei: die Strategie in messbare Umsetzungsmaßnahmen zu überführen. Dafür stellt die Bundesregierung insgesamt rund 260 Millionen Euro bereit, die unter anderem in eine Digitalisierungsinitiative zur Schließung von Stoffkreisläufen sowie in den Aufbau einer zentralen Umsetzungsplattform fließen sollen. Inhaltlich liegen die Schwerpunkte unter anderem auf der Reduzierung des Ressourcenverbrauchs im Bausektor, dem Aufbau eines Binnenmarkts für Sekundärrohstoffe sowie einer Rohstoffwende, um den Primärrohstoffverbrauch und Importabhängigkeiten deutlich zu senken. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlich angespannten Lage der Kunststoff- und Recyclingindustrie fordern auch Branchenverbände einen „Transformationsbooster“ für die Kreislaufwirtschaft, verbunden mit klaren politischen Leitplanken, verlässlichen Rahmenbedingungen und einer beschleunigten Umsetzung. DAS GEBÄUDE ALS DEPOT Insgesamt zeigt sich: Das Regelwerk entwickelt sich von einer abfallorientierten Perspektive zu einem lebenszyklusbasierten Ressourcenmanagement. Für Entscheider in der Immobilien- und Wohnungswirtschaft werden in Zukunft nicht nur Energieeffizienz, sondern auch Ressourceneinsatz, Rückbaubarkeit sowie Materialeigenschaften und -dokumentation zu zentralen Erfolgsfaktoren. Anders formuliert: Die Fähigkeit, Gebäude als Rohstoff- und Materialdepot zu bewirtschaften, wird zunehmend zum Wettbewerbsvorteil – und zur Basis für eine zukunftssichere Immobilienstrategie.

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