Immobilienwirtschaft 3/2026

Schwerpunkt Bestandssanierung 26 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2026 flächendeckend mit den regulatorischen Zielbildern von Bund und EU kompatibel ist. Nachteile bleiben die hohen Strompreise, die Investitionskosten sowie Einschränkungen in unsanierten Gebäuden. PREISVERFALL BEI PHOTOVOLTAIK Parallel hat sich der Photovoltaikmarkt grundlegend verändert. Die Modulpreise sind seit 2022 teils um über 40 Prozent gefallen, vor allem aufgrund globaler Überkapazitäten – insbesondere aus China. Gleichzeitig steigt die installierte Leistung weiter: Deutschland hat inzwischen mehr als 80 GW erreicht, bei jährlichen Zubauraten von über 10 GW. Auch technologisch haben sich beide Systeme deutlich weiterentwickelt. Moderne Wärmepumpen erreichen selbst bei niedrigen Außentemperaturen hohe Effizienzwerte (COP > 3). Intelligente Steuerungen und Energiemanagementsysteme optimieren den Betrieb. Im PV-Bereich erhöhen neue Wechselrichter, Leistungsoptimierer und Batteriespeicher die Eigenverbrauchsquote deutlich. Zudem wachsen die Schnittstellen zum Strommarkt. Smart-Grid-Anwendungen, variable Stromtarife und netzdienliches Verhalten gewinnen zunehmend an Bedeutung – und könnten zukünftig stärker vergütet werden. Die Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe gilt daher heute als einer der wirtschaftlich und energetisch sinnvollsten Ansätze im Gebäudesektor. In typischen Wohngebäuden lassen sich Eigenverbrauchsquoten von 30 bis 50 Prozent erreichen, mit Batteriespeichern auch darüber hinaus. Im Neubau ist die Kombination aus Wärmepumpe und PV inzwischen nahezu Standard, da sie regulatorische Anforderungen erfüllt und langfristig niedrige Betriebskosten ermöglicht. Im Bestand zeigt sich ein differenzierteres Bild: In gut sanierten Gebäuden mit niedrigen Vorlauftemperaturen sind WärSSinkende Komponentenpreise bei Photovoltaik, neue Wärmepumpengenerationen, angepasste Förderprogramme und zunehmende Praxiserfahrungen verschieben die Fragestellung für die Immobilienwirtschaft: Es geht längst nicht mehr um das „Ob“, sondern um das „Wie, wann und in welcher Kombination“. Das ist auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll. Denn die Kosten fossiler Energieträger steigen weiter – sei es politisch oder marktbedingt. Wärmepumpen, insbesondere in Kombination mit Photovoltaik, bieten eine vergleichsweise stabile und CO2-arme Lösung für die Dekarbonisierung im Gebäudebestand. MARKT BLEIBT STRUKTURELL AUF WACHSTUMSKURS Der Markt für Wärmepumpen wächst strukturell weiter, auch wenn die Absatzzahlen zuletzt schwankten. Nach einem Rekordjahr mit über 350.000 verkauften Anlagen in Deutschland folgte 2024 eine deutliche Abkühlung – unter anderem infolge von Förderunsicherheiten und hohen Investitionskosten. Neben klassischen Luft-Wasser-Wärmepumpen etablieren sich zunehmend Hochtemperaturgeräte, die auch in größeren Bestandsgebäuden ohne umfassende Sanierung eingesetzt werden können. Hersteller investieren verstärkt in Produktionskapazitäten, insbesondere in Europa, um Lieferketten zu stabilisieren und Kosten zu senken (siehe auch Übersicht zu Modul-Wärmepumpen für Mehrfamilienhäuser). 2025 war die Wärmepumpe laut Branchenverband BDH mit einem Marktanteil von 48 Prozent die meistverkaufte Heiztechnologie – und die einzige mit weiterem Wachstum, zunehmend auch im Bestand. Mit der fortschreitenden Dekarbonisierung des Strommixes verbessert sich zudem ihre Klimabilanz. Gleichzeitig ist sie die einzige Technologie, die WAS FUNKTIONIERT, WAS SICH RECHNET WÄRMEPUMPEN und PHOTOVOLTAIKANLAGEN gehören zu den zentralen Kombinationen, um auch im Gebäudebestand künftig klimaneutral zu heizen. Die Photovoltaik ist heute günstiger und technologisch ausgereifter als je zuvor. Aber es gibt Herausforderungen. Oft ist die Dachfläche zu klein ... TEXT Frank Urbansky

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