13 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2026 erneut unter Druck gerät – durch steigende Nutzeranforderungen, höhere CO2-Kosten oder strengere Finanzierungslogiken. Gerade im gewerblichen Bestand ist die Frage nicht nur energetisch, sondern auch funktional: Viele Gebäude leiden neben schlechten Energiekennwerten auch an strukturellen Defiziten, etwa bei Flächeneffizienz, Gebäudetiefe, Technikkonzept, Flexibilität oder ESG-konformer Betriebsfähigkeit. Wer hier rein energetisch optimiert, ohne Nutzung und Marktposition mitzudenken, riskiert eine Investition mit begrenztem Return. DRUCKFAKTOR KAPITALMARKT: EU-TAXONOMIE UND MEHR Parallel zur EPBD verschärft sich der Druck über die Kapitalmärkte. Die EU-Taxonomie-Verordnung erhöht die Transparenzpflichten für Finanzinstitute und Investoren. Der energetische Zustand von Immobilien wird systematischer offengelegt, bewertet und in Risikomodelle übersetzt. Energetisch schwache Gebäude tragen damit das wachsende Risiko, zu so 1 Maßnahmen vor Strategie: Investitionen werden gestartet, bevor Klarheit über Zielbild und Wirtschaftlichkeit besteht – klassisches Beispiel: die vorschnelle Installation einer PV-Anlage ohne einge- bettetes Energiekonzept. 2 Fördermittel und Finanzierung zu spät integriert: Obwohl sie Capex und Amortisationszeit entscheidend beeinflussen können, werden Förderprogramme oft erst nachrangig berücksichtigt. 3 Digitalisierung und Betrieb unterschätzt: Ohne Energiemanagement, Monitoring und intelligente Gebäudeautomation bleibt Effizienz häufig eine rechnerische Theorie – aber kein tatsächlicher Betriebsvorteil. Drei typische Fehler, die Eigentümer jetzt vermeiden sollten In der aktuellen Marktdynamik zeigen sich drei wiederkehrende Fehlerbilder, die sich als kostspielig erweisen können: Fehler Typisches Beispiel Gegenmaßnahme 1 Maßnahmen vor Strategie PV-Anlage ohne Gesamtkonzept Zuerst Zielbild und Wirtschaftlichkeitsanalyse 2 Förderung zu spät integriert Förderantrag nach Baubeginn Frühzeitige Förder- und Finanzierungsplanung 3 Betrieb unterschätzt Kein Monitoring nach Sanierung Energiemanagement und Gebäudeautomation einplanen 1 SANIERUNG UND NEUBAU Für beides gilt: Wer nur Mindeststandards erfüllt, investiert erhebliches Kapital, ohne das Objekt im Hinblick auf die mögliche Rendite zu optimieren
RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==