Softwareguide Real Estate 2018 - page 40

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SOFTWAREGUIDE
REAL ESTATE
2018
I
PORTFOLIOMANAGEMENT/WERTERMITTLUNG
Werttreiberbäumen, Sensitivitätsanaly-
sen, Simulationen, Benchmarking und
Reporting. Durch die vielen individuellen
Kombinationen von fachlichen Anforde-
rungen haben sich imLaufe der Jahre viele
unterschiedliche Systeme für die verschie-
densten Ansprüche am Markt entwickelt.
Wie überall im Leben kann man bei
den Portfoliomanagement-Systemen nach
„Prêt-à-porter“-Standard-Lösungen und
individuellen „Haute Couture“-Lösungen
unterscheiden. Wobei auch die „Haute
Couture“ vorgefertigte Basis-Lösungen
als Grundlage zum Anpassen nutzt. Wer
Standard-Geschäft in einer ausreichend
großen Peergroup, wie bei bestands-
haltenden Wohnungsunternehmen,
betreibt, findet möglicherweise ein pas-
sendes „Prêt-à-porter“-System. Er muss
und kann sich normalerweise nur einge-
schränkt Gedanken über die Individua-
lisierung im Rahmen der Möglichkeiten
der Software machen und kann die pro-
grammierten „Best Practice“-Methoden
des Systems schnell nutzen.
BASIS-LÖSUNG MIT FLEXIBILITÄT
Was
aber, wenn es keine Standard-Lösung für
das eigene Geschäftsmodell gibt oder das
Unternehmen das Portfoliomanagement
individueller und besser gestalten möch-
te? Dann hilft nur, sich genau zu fragen,
was man besser weiß und anders machen
möchte, um sich anschließend ein System
zu suchen, das eine annähernde Basis-Lö-
sung mit der nötigen Flexibilität bietet. In
den zukünftig noch stärker wissensgetrie-
benen Ökonomien wird gerade diese In-
dividualität zum entscheidenden Wettbe-
werbsfaktor. Unter diesem Gesichtspunkt
ist das „Nötig“ zu überdenken in der be-
kannten Maxime: „So viel Standard wie
möglich, so viel Individualität wie nötig“.
Neben den bestehenden Lösungen
entstehen gerade neue Cloud-Services von
PropTech-Start-ups. Service-Angebote in
der Cloud bilden häufig nur einen spezi-
alisierten Geschäftsprozess ab, dafür aber
optimal. Damit diese Services überhaupt
eine Chance auf einen breiten Einsatz
haben, sind sie von vornherein mit einer
Vielzahl ergänzender Cloud-Services ver-
netzt und bieten eine einfache Integration
von bestehenden Datenquellen an. Am
Ende kann eine hochgradig optimierte
und automatisierte Service-Kette zur
Unterstützung der Geschäftsprozesse im
Portfoliomanagement stehen. Noch sind
viele Angebote sehr jung und in der Ent-
wicklung.
INTEGRATION UND AUTOMATISIERUNG
Was
man aber schon von der Vernetzung in der
Cloud lernen kann, ist, sich am Anfang
nicht nur auf die direkten Anforderungen
an eine Portfoliomanagement-Lösung zu
fokussieren, sondern das Ganze im Fluss
zu betrachten. Neben demFluss der Daten
durch das System hindurch, angereichert
durch die Bearbeitung im Portfolioma-
nagement-System, sind dieWorkflows der
Geschäftsprozesse systemübergreifend zu
betrachten. UmdenDatenfluss zu definie-
ren, sind die KPIs und Steuerungsgrößen
je Geschäftsprozess-Schritt festzulegen.
Wie gesagt muss das Rad dazu nicht neu
erfunden werden, sondern man kann auf
bestehenden Standards oder Basis-Lö-
sungen aufbauen. Komplette Individual-
Entwicklungen sind im Portfoliomanage-
ment sowieso sehr selten geworden.
„Insgesamt hat der Wett-
bewerb in den letzten Jah-
ren in vielen Segmenten
der Immobilienwirtschaft
zugenommen. Die Bran-
che ist professioneller
geworden. So werden
viele Unternehmen in
Nischen gedrängt, Margen
reduziert und der Wert
von zusätzlichen Infor-
mationen nimmt relativ
zu. Daher werden all jene
Technologien wichtiger,
die Informationen auf
kostengünstige Art und
Weise in Wissen übertra-
gen können. …
Weil die Daten- und
Analysesysteme hohe In-
vestitionskosten erfordern,
wird hiermit auch eine
Konzentration in vielen
Segmenten der Immobi-
lienbranche einhergehen.
Allerdings geht es bei
dieser Diskussion nicht nur
um Blockchain, also die
dezentrale und transpa-
rente Protokollierung einer
Transaktion, oder künst-
liche Intelligenz. Sehr häu-
fig können Immobilien­
unternehmen weit unter-
halb dieser Techniken ihre
internen Prozesse durch
integrierte Datenbanken
und Dokumentensysteme
effizienter gestalten.“
Prof. Dr. Tobias Just,
IRE|BS
Zumindest der privilegierte Anwender sollte
Funktionen selber anpassen können, ohne dass
die Bedienung zu kompliziert wird.
IT-ANFORDERUNGEN
Quelle: Wallat
Funktionalität
Zeitverlauf
Lücke
Anforderungen an den Nutzer
Weiterentwicklung der IT
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