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PORTFOLIOMANAGEMENT/WERTERMITTLUNG
E
in guter erster Einstieg, um festzu-
stellen, wie es in einem Unternehmen
mit dem Portfoliomanagement steht,
ist die Frage: „Wie oft tun Sie was?“ Da-
bei kann die Spannbreite der Antworten
beim „Wie oft“ von täglich bis alle ein bis
zwei Jahre reichen. Wer sich täglich mit
seinemPortfoliomanagement beschäftigt,
ist wahrscheinlich ein Immobilienfonds,
ein bis zwei Jahre deuten auf eine Woh-
nungsbaugenossenschaft hin. Dazwischen
verwischen sich dann die Grenzen für die
Branche. Bei den kürzeren Rhythmen
findet nicht jedes Mal ein kompletter
Portfoliomanagement-Prozess statt, son-
dern nur die relevanten Schritte, wie die
tägliche Überprüfung des Anteilswertes
bei Fonds oder der monatliche Forecast
von Mieten bei Wohnungsunternehmen.
Das „Was“ wird im Portfoliomanage-
ment-Prozess durch den Datenfluss „Bot-
tom-up“ von unten (Mietvertrag, Objekt)
nach oben (Gesellschaft, Holding, Fonds,
Investor) oder durch die „Top-down“-
Vorgaben (Risiko-Parameter, Scoring-
Ergebnisse, Zielwerte) bestimmt. Dazu
werden vom Portfoliomanagement-Sys-
tem zur Unterstützung der verschiedenen
Planungskreisläufe im Unternehmen ty-
pische IT-Bausteine bereitgestellt. Je häu-
figer und intensiver ein Baustein in den
Geschäftsprozessen genutzt wird, umso
wichtiger ist er.
Wenn man jetzt noch die unter-
schiedlichen Ausprägungen durch ver-
schiedene Nutzungsarten sowie den
jeweiligen Lebenszyklus der Immobilie
(Entwicklung, Ankauf, Nutzung, Leer
stand, Redevelopment, Verkauf, Abriss)
mit einbezieht, kann eine erstaunliche
Vielfalt an Anforderungen auf ein Portfo-
liomanagement-System zukommen. Ein
nicht zu unterschätzender Aspekt für das
Portfoliomanagement ist die individuelle
Strategie bzw. die Optionen des Unter-
nehmens, die etwa der Eigentümer für die
Geschäftstätigkeiten vorgibt. Hier agiert
ein Wohnungsunternehmen im kommu-
nalen Besitz in den Details anders als ein
börsennotiertes. Aus diesen strategischen
Rahmenvorgaben lassen sich grundle-
gende Festlegungen für das Portfolio
management ableiten.
WELCHE IT IST NÖTIG?
Ein Portfolioma-
nagement-System soll einen 360-Grad-
Blick auf die Immobilie ermöglichen mit
den zugehörigen Methoden wie Ana-
lysen, Scoring, finanzmathematischen
Modellen, Planungen, Kennzahlen,
»
»
Anforderungen.
Die Immobilien-
branche als Ganzes ist im Portfolio-
management recht heterogen.
»
PM-Systeme.
Die heterogenen An-
forderungen führen zu einer Vielzahl
von unterschiedlichen PM-Systemen
am Markt.
»
Integration und Automatisierung.
Daten und Prozesse sind system
übergreifend zu betrachten und zu
automatisieren.
»
Beständigkeit und Fortschritt.
Das PM-System ist regelmäßig
weiterzuentwickeln, um den sich
ändernden Anwenderbedürfnissen
gerecht zu werden.
SUMMARY
Wie oft wird ein IT-Baustein
im PM je Branche typischer-
weise verwendet?
Durch die vielen individu-
ellen Kombinationen von
fachlichen Anforderungen
haben sich im Laufe der
Jahre viele unterschiedliche
Systeme für die verschie-
densten Ansprüche am
Markt entwickelt.
PORTFOLIOMANAGEMENT
WELCHE BRANCHE BRAUCHT WELCHEN IT-BAUSTEIN?
Typischer Geschäftsprozess-Zyklus
IT-Bausteine im Portfoliomanagement
täglich
monatlich unterjährig
jährlich
Risikomanagement
W
P
F
Portfolio- und Markt-Scoring
W
P
F
Fonds-/Investorenmanagement
F
P
W
Bilanz-/GuV-Planung
F
P
W
C
Wertermittlung
F
P
W
C
Investitions-/Transaktionsmanagement
W
F
C W
P
F
C W
C W
C
Asset-/Projektmanagement
W
F
C W
P
F
C W
C W
C
Soll-Ist-Monitoring/Controlling
W
F
C W
P
F
C W
C W
C
W
Wohnungsunternehmen
P
Projektentwickler
F
Fonds
C
Corporates
Branche
Quelle: René Wallat