20 Betriebliche Altersversorgung personalmagazin bAV Foto: Fred Lahache / Connected Archives Eine längere Erwerbstätigkeit ist aus arbeitswissenschaftlicher Sicht grundsätzlich möglich, lässt sich jedoch nicht allein über gesetzliche Vorgaben oder das Renteneintrittsalter erreichen. „Eine tragfähige Rentenreform muss berücksichtigen, wie Arbeit in den Betrieben tatsächlich organisiert wird,“ erklärt Prof. Sascha Stowasser, Direktor des ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft. Die Reform solle sich deshalb aus Sicht des ifaa nicht allein auf Altersgrenzen fokussieren, sondern Gestaltungsspielräume stärken und Anreize setzen, Arbeitsfähigkeit und Produktivität über das gesamte Erwerbsleben zu fördern. Länger arbeiten, so Stowasssr, müsse für Beschäftigte leistbar und für Unternehmen produktiv gestaltbar sein. Zentrale Voraussetzung sei eine alternsgerechte Gestaltung der Arbeit. Dazu gehöre, so das ifaa, dass Arbeitsanforderungen, Belastungen und Kompetenzen im Verlauf des Erwerbslebens systematisch berücksichtigt werden. Dabei ginge es nicht darum, Arbeit allein zu reduzieren oder einzelne Altersgruppen gesondert zu behandeln. Ziel der alternsgerechte Gestaltung sei, die Arbeitsfähigkeit zu erhalten und zugleich die Leistungsfähigkeit der betrieblichen Prozesse zu sichern. Arbeitszeitmodelle, Schichtsysteme und Aufgabenverteilungen müssten zu den jeweiligen betrieblichen Abläufen passen. Flexible Übergänge, Arbeitszeitoptionen und anpassbare Tätigkeitsprofile könnten helfen, erfahrene Beschäftigte länger im Betrieb zu halten. Alternsgerechte Arbeitsorganisation schaffe so die Grundlage dafür, Belastungen zu steuern, Qualifikationen einzusetzen und produktive Abläufe zu sichern – ohne starre Sonderregelungen. „Produktivität entsteht nicht durch die bloße Verlängerung von Erwerbszeiten“, so Stowasser. „Sie entsteht, wenn Menschen ihre Erfahrung, Qualifikation und Leistungsfähigkeit unter guten Bedingungen wirksam einbringen können.“ Unternehmen könnten längere Erwerbsphasen nur gestalten, wenn gesetzliche Rahmenbedingungen betriebliche Differenzierung zulassen. Beschäftigungsfähigkeit entstehe im Zusammenspiel von Führung, Arbeitsorganisation, Arbeitsgestaltung und individueller Gesundheitskompetenz. „Länger arbeiten ist kein Selbstzweck“, fasst Stowasser zusammen. „Es muss für Beschäftigte leistbar und für Unternehmen produktiv gestaltbar sein. Alternsgerechte Arbeit ist dafür eine zentrale Voraussetzung.“ Voraussetzung der Rente mit 67 Neuausrichtung
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