37 · Digital Guide · Real Estate 2026 Fortschritte auf der Baustelle mittels eines laufenden Echtzeitvergleichs zwischen Plan und Realität automatisch überwachen. Auch der Blick von oben kann helfen. AI Clearing analysiert von Drohnen gesammelte Daten und stattet Arbeiter mit einer App aus, die auf Grundlage der Daten und der Bau- und Zeitpläne automatisch tägliche Fortschrittsberichte erstellt und dabei auf Engpässe oder Verzögerungen hinweist. KI kann auch Zeitpläne für Baustellen optimieren. NPlan oder SmartPM füllen mit großen Datensätzen vergleichbarer Projekte Erfahrungs- und Datenlücken und liefern realistische Zeit- und Ablaufpläne. Ohne das Building Information Modeling (BIM) sind die meisten KI-Anwendungen im Bauprozess aber Makulatur. Anbieter wie Revit und Archicad versprechen automatisierte BIM-Modellierung unter anderem aus 2D-CAD-Grundrissen. BIM liefert die Grundlage, den wirklichen Mehrwert der ConTech-KIs zu entfalten. Denn erst wenn die einzelnen Anwendungen ineinandergreifen, sich im Gebäudemodell abbilden, dann potenziert sich die Ressourcen- und Zeitersparnis. Gerade wenn KI und Robotik verbunden werden, händische Arbeit maschinell erledigt sowie Planungsprozesse weitgehend automatisiert werden, sinken Bau- und Regulierungskosten deutlich. Dennoch bleibt das Potenzial begrenzt – Grundstü1 POTENZIAL Besonders bei serieller Nachverdichtung oder Sanierung unterstützt KI durch strukturierte Potenzialanalysen und spart enormen manuellen Aufwand cke lassen sich auch mit KI nicht vermehren, dieser Kostenblock bleibt bestehen. Die Branche steckt jedoch noch in der Phase von Pilotprojekten. Bis zum vernetzten Einsatz verschiedener KI-Lösungen wird es dauern. KI breitet sich aber rasant aus. Laut einer ifo-Umfrage nutzen inzwischen 25 Prozent der Bauunternehmen KI – ein Sprung von 7,1 Prozent im Jahr 2023. BITTE NICHT ZU SORGLOS Die Risiken der KI-Nutzung werden aber oft ausgeblendet. „Viele bezahlen nicht für Datensicherheit und zahlen danach den Preis“, kommentiert Jan Hoffmeister, Gründer von Drooms. „Wir hatten einmal den Fall, wo ein Unternehmen seine Daten über Server außerhalb der EU und der USA laufen lassen wollte, ohne DSGVO, ohne Datensicherheit, und das Ganze über ein Unternehmen mit fragwürdiger Eigentümerstruktur. Da ist man schon sprachlos.“ Neben Geldstrafen birgt ein sorgloser Umgang mit Gebäudedaten auch Sicherheitsrisiken. Digitale Zwillinge werden häufig in Asien händisch nachgebaut – problematisch, wenn militärische oder kritische Infrastruktur oder sensible Gebäudedaten erfasst und außerhalb der EU verarbeitet werden. Immobilienunternehmen müssen sich wappnen, gerade wenn KI die Branche grundlegend verändert. 1
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