wirtschaft und weiterbildung 4/2017 - page 12

aktuell
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wirtschaft + weiterbildung
04_2017
Foto: Volker Lannert / Uni Bonn
Foto: Christian Liepe / Lichtblick
Psychopathen haben in deut-
schen Unternehmen kein gutes
Standing: Entdecken Perso-
naler bei einem Mitarbeiter
psychopathische Züge, steht
diesem selten eine große Kar-
riere bevor. Psychologen der
Universität Bonn kommen nun
aber in einer Studie zum Ergeb-
nis, dass eine bestimmte Form
der Psychopathie zu beruflicher
Spitzenleistung führen kann,
ohne dabei andere oder das
Unternehmen zu schädigen.
Für ihre Studie untersuchten
die Wissenschaftler 161 Ange-
stellten-Kollegen-Beziehungen.
Im ersten Schritt testeten sie die
Studienteilnehmer hinsichtlich
persönlicher Faktoren, ihrem
Bildungsgrad und ihrer Psycho-
pathie-Ausprägung. Als Nächs­
tes sollten jeweils zwei Kolle-
„Wir bieten ein Mentoring-Programm“:
Das schreiben viele Personaler stolz in
Stellenausschreibungen, mit denen sie
junge Talente ködern wollen. Doch hier gilt
Vorsicht: Denn Wissenschaftler der Wirt-
schaftshochschule International School of
Management (ISM) haben nun herausge-
Wer erfolgreich Witze erzäh-
len kann, kann seinen Status
verbessern – sowohl in bereits
existierenden als auch in neuen
Beziehungen. Das ist das Kern­
ergebnis einer Studie der US-
Business School Wharton an
der University of Pennsylva-
nia. Warum humorvolle Men-
schen ihren Status verbessern
können, erklären die Wissen-
schaftler so: Wenn jemand
erfolgreich Gags zündet, wirke
er kompetent und selbstsicher.
So verbessere sich sein Status.
Doch es gibt ein Risiko: Zieht
der Versuch, humorvoll zu
sein, nicht, weil der Witzbold
etwa unangebrachte Scherze
macht, kann sich das negativ
auf sein Standing auswirken.
Wissenschaftler untersuchen, wann Psychopathen performen
Junge fühlen sich von Mentoren kontrolliert
Witze können den
Status erhöhen
STUDIE
ARBEITGEBERATTRAKTIVITÄT
HUMOR AM ARBEITSPLATZ
Nora Schütte
ist Psychologie-
Doktorandin an der Uni Bonn.
Gerhard Blickle
ist Psycholo-
gie-Professor an der Uni Bonn.
gen zu den Arbeitsleistungen
und zum Sozialverhalten der
Teilnehmer Auskunft geben.
Anhand der Ergebnisse konn-
ten die Autoren zwischen zwei
Formen von Psychopathie
unterscheiden: einer gutartigen
und einer negativen Ausprä-
gung, die sie als „toxische“
Psychopathie bezeichnen. „Die
toxische Form von Psychopa-
thie kennzeichnet sich durch
antisoziale Impulsivität“, sagt
Studienautor Professor Gerhard
Blickle vom Institut für Psycho-
logie. Solche Personen könnten
sich nicht kontrollieren, wür-
den agieren, ohne vorher nach-
zudenken und die Schuld auf
andere schieben. „Die potenzi-
ell gutartige Form von Psycho-
pathie wird furchtlose Domi-
nanz genannt“, erläutert Mit-
autorin Nora Schütte. „Sie kann
sich zum Schlechten, aber auch
zum sehr Guten entwickeln.“
Menschen mit dieser Eigen-
schaft hätten keine Angst, son-
dern ein ausgeprägtes Selbst-
bewusstsein und gute soziale
Fertigkeiten und seien extrem
stressresistent. Ob aus einem
Mitarbeiter mit dieser gutar-
tigen Form von Psychopathie
ein Topmitarbeiter wird, hängt
laut der Studie von einem wich-
tigen Faktor ab: Bildung.
funden, dass dieser gut gemeinte Hinweis
sogar die Arbeitgeberattraktivität gefähr-
den kann. Die Studie ergab zwar zunächst,
dass Stellenausschreibungen in Kombina-
tion mit einem Mentoren-Programm gene-
rell zu positiven Erwartungen zum Unter-
nehmen, der Unternehmenskultur und
der eigentlichen Tätigkeit führen: Denn
die Bewerber erwarten dann von ihrem
potenziellen Arbeitsplatz eher vielfältige,
abwechslungsreiche und wichtige Aufga-
ben. Allerdings beobachteten die Forscher
damit verbunden auch einen negativen
Effekt: „Die Bewerber verbinden mit einem
Mentoring-Angebot auch ein stärkeres Maß
an sozialer Kontrolle und den Verlust von
Selbstständigkeit“, erklärt Co-Studienauto-
rin Professor Ulrike Weber. Die Bewerber
befürchteten, die Erwartungen der Men-
toren nicht erfüllen zu können oder zu wol-
len. An der Studie nahmen 113 Studenten
und Absolventen teil.
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