Personalmagazin 7-2018 - page 43

Ein Großteil der deutschen Unternehmen setzt Influencer ein,
um die eigenen Markenbotschaften über die enorme, teilweise
Millionen Abonnenten umfassende Reichweite der Youtuber
oder Instas zu verbreiten und so Konsumenten für sich ein-
zunehmen. Influencer sind nichts anderes als Experten und
Meinungsmacher auf definierten Themengebieten – und dazu
gehört ganz eindeutig der eigene Arbeitgeber.
Flexible Arbeitszeiten, kostenloses Obst für alle Mitarbeiter,
Entwicklungsmöglichkeiten für die Karriere und eine tolle Un-
ternehmenskultur – mit diesen Versprechen wirbt derzeit so gut
wie jedes Unternehmen. Doch was vor ein paar Jahren noch para-
diesisch klang, ist angesichts des aktuellen Jobbooms kaum dazu
geeignet, eine ausreichende Zahl von Fachkräften rekrutieren zu
können. Immer mehr Arbeitgeber konkurrieren um die gleichen
Talente, während die Anzahl qualifizierter Bewerber abnimmt.
Der Personalmangel lässt die Unternehmen erfinderisch werden.
Um Otto im Wettbewerb erfolgreich zu positionieren und die
besten Talente zu gewinnen, bilden wir daher seit Oktober 2017
insgesamt 184 Mitarbeiter zu Botschaftern in eigener Sache aus
– sprich: zu Corporate Influencern.
Potenzielle Mitarbeiter wollen den direkten und
authentischen Kontakt zu künftigen Kollegen
Ob in Imagefilmen, bei Recruiting- und Branchenveranstaltun-
gen oder als Online-Werbebanner – schon lange setzen wir echte
Mitarbeiter im Personalmarketing ein. Seitdem sind die eigenen
Experten aus dem Employer Branding nicht mehr wegzudenken.
Und das aus gutem Grund: Technologiekompetenz und Unter-
nehmenskultur können eben nicht glaubwürdig durch noch so
kreative Stellenausschreibungen oder pfiffige Marketingmaß-
nahmen vermittelt werden. Vielmehr haben sich die Ansprüche
der Bewerber massiv verändert. Vor allem in Bereichen wie der
Business Intelligence oder der IT können sich Bewerber heut-
zutage zwischen verschiedenen Unternehmen entscheiden. Die
Candidate Experience spielt deshalb eine immer entscheidende-
re Rolle. Um wirklich in das „Relevant Set“ der High Potentials
vorzudringen, also bewusst unsere Arbeitgebermarke bei den
Bewerbern zu etablieren, ist vor allem der authentische Direkt-
kontakt – auch zu den zukünftigen Kollegen – ausschlaggebend.
Talente – vor allem aus technischen Bereichen – bewerben
sich immer seltener um einen Job. Sie erwarten, gefunden zu
werden. Und dafür müssen Unternehmen zwangsläufig näher an
diese potenziellen Mitarbeiter sowie deren soziale und mediale
Umfelder heranrücken. Doch wie geschieht eben das möglichst
natürlich und glaubwürdig statt gekünstelt und aufgesetzt? Wer
wird als authentischer Botschafter und Vermittler realistischer
Einblicke von der Kandidaten-Zielgruppe akzeptiert? Eine Grup-
pe kann all das besonders gut: die eigenen Mitarbeiter. Sie sind
diejenigen, die die Geschichten, die ein Unternehmen ausma-
chen, wirklich erleben. Sie wissen, wie es ist, in crossfunktiona-
len Teams zu arbeiten, brennen bestenfalls für ihre Aufgaben
und motivieren andere mit Leidenschaft, es ihnen gleichzutun.
Dieses Potenzial haben wir erkannt und begegnen so dem viel
Influencer
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