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05/18 personalmagazin
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an
das überaus wichtige, gemeinsame Erle-
ben von Gesundheit in der Organisation.
Gesucht: die Symbiose von digitalen
und traditionellen Elementen
Der Schlüssel zum Erfolg liegt bei der
betrieblichen Gesundheitsförderung da-
rin, eine möglichst effektive Symbiose
von analogen und digitalen Elementen
zu ermöglichen. Genauso wie Unter-
nehmen wie Amazon, Uber oder Airbnb
nicht ohne die analoge Komponente
(hier Waren, Transportdienstleistungen
oder Unterkünfte) hätten erfolgreich
sein können, so bedarf es auch im Be-
reich der betrieblichen Gesundheits-
förderung dieser Verknüpfung beider
Welten. Unternehmen können dann ihre
bestehenden, analogen Gesundheitsan-
gebote durch eine ergänzende Digitali-
sierung besser ausspielen, verwalten
und messbar machen – und ihren Mit-
arbeitern darüber hinaus einen echten
Mehrwert in Form von digitalen Inhal-
ten und Motivatoren bieten.
Statt die bestehenden analogen Ange-
bote einfach zu ersetzen, bildet erfolg-
reiche digitale BGF für diese im Idealfall
also eher eine Art Klammer, die den Be-
mühungen und der Strategie für die be-
triebliche Gesundheit im Ganzen einen
Kontext sowie zusätzlichen Schub gibt.
Praxisproblem eins:
Wie erreiche ich alle Mitarbeiter?
Dies alles zeigt sich auch anhand unse-
rer eigenen Erfahrungen mit Unterneh-
men und Organisationen verschiedener
Branchen. Die Herausforderungen, de-
nen sich die jeweiligen Verantwortlichen
gegenübergesetzt sehen, sind dabei
sehr unterschiedlich. In einem großen
Industrieunternehmen beispielsweise
bestand im Gesundheitsbereich bereits
ein ausgiebiges Angebot: Eine Vielzahl
von Kursen, Seminaren und Inhalten
kursierte über unterschiedlichste Wege,
vom schwarzen Brett über das Intranet
bis zur Mundpropaganda. Doch trotz
dieser Mehrfachinformationen gelang
es dem Unternehmen nicht, die ge-
samte Mitarbeiterschaft zu erreichen.
Wie häufig in Unternehmen mit ver-
schiedenen Abteilungen und Produkti-
onsbereichen informierten sich längst
nicht alle Mitarbeiter regelmäßig über
das schwarze Brett, andererseits konn-
te auch das Intranet keine umfassende
Information garantieren, da gerade die
Mitarbeiter in der Produktion keinen
PC-Arbeitsplatz hatten. Darüber hinaus
arbeiten viele Mitarbeiter in Schichten
und konnten so die Gesundheitskur-
se, die zumeist während der typischen
Kernarbeitszeiten stattfinden, häufig
nicht wahrnehmen.
Die Herausforderung bestand also da-
rin, alle Mitarbeiter mit Informationen
zu den Gesundheitsangeboten wie auch
mit den Angeboten selbst zu erreichen.
Für den oben beschriebenen Effekt der
Verklammerungm wurde der Umstand
genutzt, dass auch die Mitarbeiter, die
beruflich keinen Internetzugang hatten,
privat ein Smartphone, Tablet oder einen
PC nutzten. So ließen sich schlussendlich
die realen Angebote mithilfe digitaler
Technik an den Mitarbeiter bringen: Ei-
ne webbasierte Plattform, die auch von
zu Hause aus aufgerufen werden kann,
informiert nun alle Mitarbeiter über das
vorhandene Kursangebot und ist um di-
gitale Inhalte für zu Hause (z.B. Sport-
und Entspannungsübungen) ergänzt.
Problem Nummer zwei: Das Web ist
unendlich – doch was passt?
Bei einem anderen Kunden hingegen,
einer öffentlichen Bildungseinrichtung,
verfügten alle Mitarbeiter über E-Mail-
Adressen und Computer-Arbeitsplätze,
und es gab sogar bereits eine Online-
Plattform, über die sie sämtliche Ge-
sundheitsangebote einsehen und bu-
chen konnten. Das Angebot umfasst
beispielsweise Online-Fitnesskurse und
-Coachings für eine bessere Gesundheit
und ist für die Mitarbeiter zeit- und
ortsunabhängig zu erreichen. Als pro-
blematisch erwies sich hier aber, die
Mitarbeiter in Bezug auf das Thema
Gesundheit zu aktivieren, ihnen indi-
viduell passende Kurse zu empfehlen
und sie fortdauernd zur Annahme und
alltäglichen Umsetzung des Gelern-
ten zu motivieren. Ganz offensichtlich
reichte das digitale Vorhalten des Ange-
bots alleine nicht aus. Angeboten wurde
deshalb ein appbasierter „digitaler Be-
© LESIA_G /SHUTTERSTOCK.COM
Fitness, Stressmanagement, Gesund-
heit – digitale Lösungen können
unterstützen, sind alleine aber noch
kein Garant für den Erfolg.
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