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Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
zu Unrecht kritisiert fühlt – und schon
wird der Ton unsachlich. Ein wichtiges
Signal für ein aus dem Ruder laufendes
Gespräch ist wieder einmal die Stimme,
in diesem Fall die veränderte Tonlage.
Wenn Sie genau hinhören, bemerken
Sie, dass sich die Stimme in einem sol-
chen Fall mehr und mehr von ihrem
„Eigenton“ entfernt und „unangenehm“
wird. Sie wird höher, härter, kälter und
manchmal auch schrill. Oft werden ge-
nau diese Warnsignale aber überhört
und Gespräche eskalieren früher. Im Ge-
spräch ergeben sich daraus zwei mög-
liche Reaktionen. Zum einen können
Sie den veränderten Ton als Weckruf
nehmen. Halten Sie für einen Moment
inne. Werden Sie sich bewusst, dass
das Gespräch aus dem Ruder läuft, und
gestehen Sie sich die entstandenen Ge-
fühle ein. Zum anderen hilft es, wenn
Sie Ihre Gefühle offen ansprechen, et-
wa mit deutlichen Worten wie „Ich bin
enttäuscht!“. Greifen Sie dann den ur-
sprünglichen sachlichen Ton wieder auf.
Durch diesen kurzen Moment der emo-
tionalen Verständigung sollte auch Ihr
Gegenüber aufmerken. Seien Sie sich in
jedem Fall bewusst, dass Ihre Stimme
untrüglich signalisiert, welche Meinung
Sie von Ihrem Gegenüber haben.
Erfolgreich präsentieren
Präsentieren gehört zu einer wichtigen
Aufgabe im Personalwesen: Auf Messen,
Kongressen und in internen Meetings
müssen Personalverantwortliche vor
größeren Gruppen sprechen. Gerade in
diesen Situationen ruft eine unsichere
Stimme, eine monotone oder undeutliche
Sprechweise großen Unmut hervor. Hier
die drei größten Fehler, die häufig unbe-
merkt eine Präsentation sabotieren:
• Im Gehen sprechen. Wenn der Redner
auf der Bühne auf und ab tigert, kann
sich der Zuhörer nur sehr schlecht auf
die Aussagen fokussieren. Besser ist es,
wenn Sie während Ihrer Rede mit beiden
Beinen fest auf dem Boden stehen. Ihre
Stimme gibt genau diese gefestigte Posi-
tion wieder und überzeugt das Publikum
durch Kraft, Klarheit und Volumen.
• Pausenlos sprechen. Achten Sie auf
Verständnispausen! Es dauert länger als
Sie denken, bis die Botschaft beim Publi-
kum angekommen ist.
Arno Fischbacher
ist
Stimm-Coach, Trainer und
Autor sowie Gründer des
Netzwerks
• Monoton sprechen. Fehlende Modu-
lation und Stimmdynamik resultieren
häufig aus mangelnder Gestik. Versu-
chen Sie daher, dem Bewegungsdrang
von Schultern, Armen und Händen frei-
en Lauf zu lassen.
Die Stimme bewusst einsetzen
All die Aufgaben, die Personaler täglich
erfüllen müssen, beweisen: Die Stimme
und die Art und Weise, sich darüber
auszudrücken, sind hochautomatisierte
Attribute des persönlichen Verhaltens.
Sie sind zu einer selbstverständlichen
Gewohnheit geworden, deshalb sind
sich die wenigsten der Wirkung be-
wusst. Sie sollten daher versuchen, Ihr
Bewusstsein und Ihre Wahrnehmung zu
schärfen, um die Wirkung der eigenen
Stimme zu verbessern. Versuchen Sie,
bewusst auf versteckte Botschaften der
Stimme zu achten (siehe Kasten).
Die Regler für die eigene ­
Stimme sind fein justiert.
Lernen Sie, diese zu bedienen.
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