personalmagazin 10 / 12
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Persönlich
_Kommunikation
Der Ton macht die Musik
Praxis.
Personalmanager sind in hohem Maße auf die Wirkung ihrer Stimme
angewiesen. Erfahren Sie, wie Sie im Personalwesen von Ihrer Stimme profitieren.
ins Warme, Volle und Runde verändern
und Ihre Wertschätzung auch nach au-
ßen transportieren. So werden Ihre Stim-
me und Ihr Gesicht ein homogenes Bild
abgeben, eine wichtige Grundlage für
das Vertrauen Ihres Gesprächspartners.
Mit einigen kleinen mentalen und kör-
perlichen Vorbereitungen können Sie
dafür sorgen, dass Ihre Stimme im Ge-
spräch den richtigen Weg einschlägt:
• Überprüfen Sie Ihre Einstellung: Wol-
len Sie dieses Gespräch jetzt führen?
Sind Sie offen und bereit für einen neu-
en Gesprächspartner?
• Überprüfen Sie Ihre Körperhaltung:
Nehmen Sie eine Position ein, in der Sie
sich sicher und aktiv fühlen – genau das
wird Ihre Stimme auch transportieren.
• Seien Sie von sich selbst überzeugt:
Überprüfen Sie die Ergebnisse Ihrer
Vorbereitung und nicken Sie sich sel-
ber bestätigend zu mit einem hörbaren
„mmmhh!“ – das ist der Wohlklang Ihrer
Stimme, an den Sie nun im folgenden Ge-
spräch leicht anknüpfen können.
Für einen guten Gesprächsverlauf
Bauen Sie zu Beginn des Gesprächs ei-
ne Beziehung zu Ihrem Gegenüber auf
– zum Beispiel, indem Sie sich für das
Erscheinen bedanken. Dann klären Sie
das eigentliche Gesprächsthema, hier
darf die Stimme auch sachlich klingen.
Vermeiden Sie jedoch unbedingt einen
zu schroffen Tonfall. Kehren Sie am Ende
des Gesprächs wieder zur anfangs auf-
gebauten Beziehungsebene zurück, bei-
spielsweise indem Sie sich für das gute
Gespräch bedanken und dem Gegenüber
noch einen angenehmen Tag wünschen.
Mit diesem Wechsel zwischen Bezie-
hungs- und Sachlichkeitsebene können
Sie heikle Themen ansprechen, ohne in
emotional aufgeladene Missverständnis-
fallen zu tappen.
Die Stimme als Schlichter
Grundsätzlich gilt im Personalwesen
für Gespräche mit Mitarbeitern: „Der
Ton macht die Musik.“ Das heißt nicht,
dass Sie vollkommen sachlich an das
Gespräch herangehen sollen. Wenn Sie
versuchen, Ihre Gefühle zu unterdrü-
cken, wird es Ihre Stimme sein, die Ihre
innersten Regungen verrät. Gerade ein
Personalgespräch birgt Konfliktpotenzi-
al. Da ist es schnell passiert, dass sich
einer der Beteiligten angegriffen oder
Von
Arno Fischbacher
P
ersonalverantwortliche müssen
Telefoninterviews, Meetings,
Präsentationen und Einstel-
lungsgespräche meistern und
wollen dabei vor allem eins – gehört und
verstanden werden. Der gezielte Einsatz
der Stimme vermag Großes zu bewirken:
Sie hat das Potenzial zu motivieren, zu
begeistern, Vertrauen zu schaffen, kons
truktive Kritik zu üben und mehr.
Auf Gespräche einstimmen
Wenn Sie sich vor dem persönlichen Ge-
spräch die positiven Eigenschaften Ihres
Gegenübers bewusst machen, wird sich
das Timbre Ihrer Stimme automatisch
Mit einigen Tricks können Sie erkennen, was die Stimme Ihres Gegenübers über
dessen Stimmung verrät und Ihrer eigenen Stimme mehr Wohlklang verleihen.
• Lernen Sie, in inhaltlich weniger wichtigen Situationen von passivem „Zuhören“ auf aktives
„Lauschen“ umzuschalten.
• Fragen Sie sich, was Sie heraushören, welche Stimmung sich überträgt und ob die Stimme für Sie
angenehm ist oder nicht.
• Denken Sie daran, dass die Körpersprache ebenfalls Einfluss auf die Stimme hat – so, wie Sie
sitzen oder stehen, klingen Sie auch.
• Gewöhnen Sie sich an, zwischendurch vom Schreibtisch aufzustehen, sich zu lockern und zu
dehnen – Sie werden feststellen, dass Ihre Stimme danach wieder rund und voll klingt.
• Achten Sie auf eine gerade Körperhaltung, bevor Sie etwas Wichtiges sagen wollen – diese
innere Aufrichtung wird Ihrer Stimme die nötige Stärke und Sicherheit geben.
Wie Sie versteckte Botschaften erkennen
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