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Organisation
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NEWS
Nachgeforscht
Wie viele Aufsichtsratsposten sollten bei
­börsennotierten Firmen mit Frauen besetzt
sein? Die EU-Kommission scheint es zu ­wissen:
Mindestens 40 Prozent. Wie zuerst die
Zeitung „Welt am Sonntag“ berichtete, will
EU-Justizkommissarin Viviane Reding diese
Quote per Gesetz ab Januar in allen Mitglieds­
staaten erzwingen. Bei Verstößen drohen
Unternehmen Bußgelder und der Entzug von
Subventionen. Die Meldung elektrisiert die
Medien – ohne dass bislang ein offizieller
Entwurf der Richtlinie vorliegt. Die „Süddeut-
sche Zeitung“ schrieb, es gebe unter den
Mitgliedsstaaten bereits eine Sperrminorität
gegen die Idee. „Spiegel online“ wiederum
teilte mit, der Vorschlag sei den Mitglieds-
staaten noch gar nicht zugeleitet worden.
Reding sei vielmehr optimistisch, ihr Konzept
durchsetzen zu können. Das Internet-Magazin
„The European“ will herausgefunden haben,
dass die geplante Richtlinie derart viele Aus-
nahmen und Schlupflöcher enthalte – etwa
für kleinere Firmen –, dass sie in der Praxis
nur wenig bringen werde. In den Aufsichts-
gremien der deutschen Dax-Konzerne ist
derweil der Frauenanteil auch ohne Zwang
gestiegen: Fast jedes fünfte Aufsichtsrats-
mitglied in Deutschlands Dax-Unternehmen
ist mittlerweile eine Frau, teilt die Deutsche
Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz mit.
EU-Frauenquote
Arbeitgeber in Recruiting-Laune
F
ür Jobsuchende in Deutschland bieten sich in den letzten drei Monaten
des Jahres voraussichtlich gute Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt.
Das ist das Ergebnis des jüngsten Manpower-Arbeitsmarktbarometers.
Demnach ist bis Jahresende mit einer stabilen Einstellungsbereitschaft der
Arbeitgeber zu rechnen. Der Nettobeschäftigungsausblick fürs vierte Quartal
2012 erreicht einen Wert von plus sechs und hat sich damit gegenüber dem
Vorquartal um drei Punkte verbessert. Saisonbereinigt liegt der Zuwachs
bei einem Punkt. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal ist der
Nettobeschäftigungsausblick allerdings um die Hälfte eingebrochen. Von den
1.000 befragten Unternehmern geben aktuell zehn Prozent an, bis Jahresende
Personal einstellen zu wollen. Im Vorquartal waren es ebenso viele. Zugleich
ist der Anteil der Betriebe, die im nächsten Quartal Personalabbau planen,
von sieben auf vier Prozent gesunken. Die höchste Einstellungsbereitschaft
herrscht weiter im Finanzsektor. Auf niedrigem Niveau eingependelt hat sich
die Einstellungsneigung im produzierenden Gewerbe, das nun auf einen Net-
tobeschäftigungswert von minus eins kommt – ein Rückgang um einen Punkt
gegenüber dem Vorquartal und um satte 14 Punkte gegenüber dem Vorjahr.
Ausländische Absolventen
Nur jedes zehnte Unternehmen versucht gezielt, ausländische Absolventen in Deutschland als Arbeit-
nehmer zu gewinnen – obwohl mit 245.000 ausländischen Studierenden jeder achte Student hierzulande aus dem Ausland kommt. Dies be-
sagt die Jobware-Hochschul-Recruiting-Studie 2012, für die 443 Personalverantwortliche befragt wurden. Kurios: Jedes fünfte Unternehmen
ist indes im Ausland aktiv auf der Suche nach Absolventen.
Schädliche Flexibilität
Viele Arbeitnehmer fühlen sich durch längere Arbeitswege, ständige Erreichbarkeit und Überstunden überlas­
tet. Psychische Beschwerden sind laut dem Fehlzeiten-Report 2012 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK oft die Folge extremer Flexibilität.
Derart überlastete Menschen klagen demnach mehr als doppelt so häufig über entsprechende Symptome wie der Durchschnitt.
Unpopuläre Familienpflegezeit
Seit Jahresbeginn können Arbeitnehmer die sogenannte Familienpflegezeit in Anspruch nehmen,
doch das neue Arbeitszeitmodell zur Pflege Angehöriger stößt bisher kaum auf Gegenliebe. Bei 14 Großunternehmen mit insgesamt 400.000 Be-
schäftigten, die laut Bundesfamilienministerium dieses Arbeitszeitmodell anbieten, haben sich jedenfalls weniger als ein Dutzend Arbeitnehmer
dafür entschieden, wie die „Mittelbayerische Zeitung“ recherchiert hat.
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Die Einstellungsbereitschaft hat gegenüber dem Vorquartal wieder zugenommen.
Im Vorjahresvergleich (orange) ist allerdings ein deutlicher Rückgang sichtbar.
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Quelle: Manpower
Manpower-Arbeitsmarktbarometer
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2011
2012
Jahr
Nettobeschäftigungsausblick in Prozent