personalmagazin 10 / 12
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Management
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NEWS
Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
Wenn Leistungsträger plötzlich
weniger Erfolge erzielen
O
lympia ist schon abgehakt.
Aber die Diskussion um die
schlechte Leistung der deut-
schen Olympioniken sollten Perso-
naler nicht vergessen. Schließlich
kommt es auch in der Arbeitswelt oft
vor, dass ein Leistungsträger seine
Ziele plötzlich nicht mehr erreicht.
Dann sollten die Zielvereinbarungen
überprüft werden: Besteht überhaupt
die Möglichkeit, sie zu erreichen? Wer
diese Frage bejahen kann, sollte wei-
tere Maßnahmen einleiten, um den
Mitarbeiter zu unterstützen. Alois
Summerer, Geschäftsführer der Un-
ternehmensberatung AS Team, gibt
dafür Tipps: „Der Personaler sollte
die Führungskraft anregen, über die
möglichen Ursachen des Leistungs-
abfalls des Mitarbeiters nachzuden-
ken. Hier gibt es ein Schema aus
drei Problembereichen, in das sich
die meisten Ursachen einordnen las-
sen.“ Nur beim „Will-Nicht-Problem“
sei der Mitarbeiter demotiviert. Dies
trete tendenziell bei Leistungsträ-
gern auf, da sie das „Kann-Nicht-“
oder „Weiß-Nicht-Problem“ mit ihrer
guten Kompetenz meistern könnten.
Erst wenn Gespräche dazu ergebnis-
los bleiben, sollten arbeitsrechtliche
Maßnahmen in Betracht kommen.
Deutsche Arbeitgeber in China beliebt
Chinesische Absolventen wollen am liebsten bei Apple arbeiten. Doch auch deutsche
Unternehmen sind gefragt. Im Ranking des „Trendence Graduate Barometers“ schafft es Siemens sogar unter die Top 10 der 100 beliebtes-
ten Arbeitgeber in China.
Personalberichte schlecht genutzt
Bei ihrer HR-Berichterstattung haben die meisten Dax-30-Unternehmen noch großen Nach-
holbedarf: Der Großteil informiert nur nüchtern und faktenorientiert und legt den Schwerpunkt auf Effizienz und Personalkosten. Vielfältige
Möglichkeiten, diese Kommunikation zum Beispiel auch für das Employer Branding zu nutzen, bleiben ungenutzt. Das ist das Ergebnis einer
Studie von Ernst & Young.
Mitarbeiter ausgebremst
Wenig Unternehmergeist, geringe Risikobereitschaft, kaum Vertrauen in die eigene Belegschaft, das
attestieren einer neuen Studie von Rochus Mummert zufolge deutsche Mitarbeiter ihren Führungskräften. Der Rückhalt des Top-Manage-
ments in der Belegschaft schwinde.
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Was tun, wenn einer der besten Mitarbeiter unerwartet schwächelt?
Um die anonyme Bewerbung ist es ruhig
geworden. Doch Studien zeigen nach wie
vor, dass gerade durch Fotos in Bewerbungen
Vorurteile entstehen können. So haben
Wissenschaftler der Universität Tübingen
nun belegt, dass Personaler stark überge-
wichtigen Personen weniger zutrauen. Die
Wissenschaftler legten in einem Experiment
127 Personalentscheidern je sechs Fotos vor.
Alle abgebildeten Personen waren ungefähr
gleich alt und hatten einen vergleichbaren
sozioökonomischen Status, aber unter-
schiedliches Körpergewicht. Nun sollten die
Studienteilnehmer unter anderem einschät-
zen, welchen Beruf die sechs Personen
ausüben. Dafür konnten sie aus einer Reihe
von vorgegebenen Berufen wählen. Darüber
hinaus sollten sie diejenigen Personen
benennen, die ihrer Meinung nach in einem
Bewerbungsgespräch um eine Abteilungs-
leiterstelle in die engere Wahl genommen
würden. „Die Ergebnisse unserer Studie sind
eindeutig“, so die federführende Projektmit-
arbeiterin Dr. Katrin Giel. „In beiden Fällen
schnitten die Übergewichtigen sehr schlecht
ab. Ihnen wurde fast nie ein Beruf mit
hohem Prestige zugetraut und sie wurden
ebenso selten für eine Abteilungsleiterstelle
ausgewählt.“ Die Vorurteile treffen dabei
besonders stark Frauen.
Anonymität ist kein Nachteil
Nachgeforscht