personalmagazin 10 / 12
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Titel
_Randbelegschaft
Externe richtig integrieren
grundlage.
Werden Dienstleister, Zeitarbeiter oder befristet Beschäftigte eingesetzt,
zählt oft nur der Kostenaspekt. Dabei gibt es auch andere Chancen – und Gefahren.
Chancen, etwa bei der Mitarbeiterkom-
petenz, wenn externe Dienstleister,
Freelancer oder freie Mitarbeiter, Zeit-
arbeiter oder auch befristet Beschäftigte
eingesetzt werden. Damit einhergehend
gilt es auch, die personalwirtschaft-
lichen Risiken nicht zu unterschätzen,
beispielsweise die Schwierigkeit bei der
Integration externer Mitarbeiter.
Immer noch wichtig: Flexibilisierung
Aufgrund der Möglichkeit, etwa Free-
lancer kurzfristig oder projektbezogen
einzustellen oder auch Verträge mit
Dienstleistern oder Zeitarbeitsunter-
nehmen kurzfristig neu abzuschließen
sowie zu kündigen, kann schnell auf
Veränderungen im Personalbedarf rea-
giert werden. Insofern ist die Flexibilität
weiterhin ein wichtiges Argument, auf
externe Mitarbeiter zu setzen, auch um
längere Fehlzeiten interner Mitarbeiter
abzudecken, beispielsweise bei Krank-
heit oder Schwangerschaft. Im Bereich
geringqualifizierter Tätigkeit, einem Be-
reich, in dem oft Zeitarbeit genutzt wird,
ergibt sich aufgrund der oft kurzen Ein-
arbeitungszeiten ein zusätzliches Flexi-
bilitätspotenzial.
Beim Kostenaspekt gut unterscheiden
Gerade beim Kostenargument ist es
wichtig, nach Qualifizierung des ex-
ternen Mitarbeiters zu differenzieren.
Natürlich können sich Einsparungen ge-
genüber einem unbefristeten Arbeitsver-
hältnis dadurch ergeben, dass befristet
Beschäftigte, Freelancer oder Mitarbei-
ter von Zeitarbeitsfirmen oder Dienstlei-
stern nur für den tatsächlich benötigten
Zeitraum eingestellt werden. Vorteile
zeigen sich auch, wenn tarifliche Rege-
lungen für interne Mitarbeiter nicht an-
gewandt werden müssen. Zudem besteht
eine größere Kostentransparenz, da Un-
ternehmen in der Regel fixe Stundensät-
ze zahlen oder der Dienstleister oder das
Zeitarbeitsunternehmen das Risiko für
krankheitsbedingte Ausfälle übernimmt.
Dennochkönnen auchhöhereKosten als
bei regulärer Beschäftigung entstehen. So
wurde etwa in der Chemiebranche verein-
bart, das Gehalt von Zeitarbeitnehmern
an jenes der Stammbelegschaft stufen-
weise anzugleichen. Auch die kürzlich
veröffentlichte Umfrage von Pricewater-
house Coopers zur Zeitarbeit zeigt, dass
es durchaus Zeitarbeiter gibt, die deutlich
Von
Stephan Kaiser
D
ie Diskussion um den Einsatz
von externen Arbeitskräften
wird seit Langem vor allem
unter dem Aspekt der Kosten-
senkung und der flexiblen Anpassung
personeller Kapazitäten an Nachfrage-
schwankungen geführt. Allerdings wird
dabei vergessen, dass es Unternehmen
heutzutage gerade im Bereich der hoch
qualifizierten Kräfte darum geht, über-
haupt qualifiziertes Personal einsetzen
zu können und die Wertschöpfung zu
sichern. Dies zeigt, dass pauschale Aus-
sagen in der Diskussion schwierig sind.
Jenseits der Argumente Flexibilisie-
rung und Kosten zeigen sich andere
Für den richtigen Anschluss haben
auch Arbeitgeber zu sorgen, wenn
sie auf externe Kräfte bauen.
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