Immobilienwirtschaft 1/2026

85 · Immobilienwirtschaft · 01 / 2026 S Verwaltung & Vermarktung Makler-Franchising drinsteckt: Schulung, Marketing, CRM, digitale Leadgenerierung oder Prozessbegleitung bis hin zu KI-gestützten Anwendungen. Also ein überzeugendes Leistungspaket zu fairen Bedingungen. Für beides gilt gleichlautend deutsches Wirtschafts- und Zivilrecht. Ein spezielles Franchise-Recht gibt es nicht. „Der Unterschied liegt für mich weniger in juristischen Begriffen als im Alltag“, so Thomas Brunner, Managing Director von ERA Deutschland, Teil des internationalen ERA-Netzwerks. Man verstehe sich nicht als „Zentrale, die Vorgaben macht“, sondern als Arbeits- und Lernsystem, und orientiere sich an der Grundlogik: Marke + System + Standards + Support. Zurzeit gibt es neun Partner. Wachstumsziel: ein Plus von zwei bis fünf Verträgen pro Jahr. ERA ist zertifiziertes Vollmitglied im DFV. MODELLOFFENSIVEN Nicht im Verband organisiert ist Keller Williams Germany, kurz „KW“, dessen Wurzeln in den USA liegen. Die dort vor über 40 Jahren gegründete Keller Williams Realty Inc. gilt als einer der Pioniere im US-amerikanischen Immobilienhandel. KW versteht TEXT Manfred Godek RAUS AUS DEM NISCHENDASEIN? Franchising ist ein Erfolgsversprechen: Ein marktgängiges Konzept wird reproduziert und damit auch die Zahl derer, die davon profitieren. Bisher scheint die Rechnung NUR FÜR WENIGE Immobilienmakler aufzugehen. Doch die Systeme setzen unbeirrt auf ihre Wachstumslogik. Standardisierung, Skalierung, Multiplikation lautet das Credo: Acht Immobilienmakler-Systeme mit aktuell rund 1.400 Partnern, also Maklerbüros vor Ort, sind beim Deutschen Franchise-Verband (DFV) gelistet. Das wären rund fünf Prozent der etwas mehr als 28.000 Maklerbetriebe, die laut Branchenanalyse von IBIS World in Deutschland aktiv sind. Das bestätigt, was der Immobilienverband Deutschland (IVD) häufig betont, nämlich dass Franchisemakler im Markt eine untergeordnete Rolle spielen. Und dass der Anteil nur durch überregionales Marketing größer wirke, so IVD-Sprecher Stephen Paul. LEISTUNG VERSUS LABEL Substanziell ist ein professionelles System weniger am Label als an der Systemarchitektur erkennbar: Marke, Know-how-Transfer, Pilotbetrieb, laufende Unterstützung sowie ein einheitliches Systemhandbuch sind Kernbausteine. Häufig wird „Franchise“ als Sammelbegriff benutzt. Dahinter können auch Lizenzverträge oder andere Vertragsformen stecken. Was kein Etikettenschwindel sein muss. Denn es kommt grundsätzlich nicht darauf an, was draufsteht, sondern darauf, was GEMEINSAMKEIT ALS PRINZIP Doch wie tragfähig sind die Netzwerke im Immobilien-Franchising wirklich?

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