Immobilienwirtschaft 1/2026

Zum Beispiel Reanovo. Die Deutschlandplattform der französischen Emeria-Gruppe (bis 2022: Foncia) ist seit Jahren im deutschen Markt aktiv und wächst vor allem durch Übernahmen – etwa 2021 mit dem Erwerb der Dresdner R&M-Gruppe, wonach von über 130.000 verwalteten Einheiten die Rede war. Weitere Plattformen sind Prokuras (gegründet 2022; je nach Quelle rund 20.000 bis über 40.000 verwaltete Einheiten), Novumstate (gegründet 2022; seit Juli 2024 nach eigenen Angaben über 15.000 Einheiten) und DHV Plus (gegründet 2020), die mehr als 20 regionale und lokale Hausverwaltungen in einer Gruppe vereint. SYNERGIEN? OFT FEHLANZEIGE! Doch nicht bei allen ging oder geht die Rechnung auf. Denn schnell wachsende Organisationen haben eine Achillesferse: die Integration von Prozessen, IT und Zuständigkeiten. Nach Übernahmen entstehen häufig Parallelwelten aus unterschiedlichen ERP-Systemen und Workflows. Von bloßer Konsolidierung zu leistungssteigernder, wertschöpfender Prozessoptimierung ist es ein großer Schritt. Er kann zum Spagat werden. Über Buena (Berlin), die sich als „AI-enabled platform“ positioniert, die Property-ManagementProzesse mittels Künstlicher Intelligenz automatisiert, finden sich seit 2023 in Bewertungsportalen Klagen über Nichterreichbarkeit sowie ausstehende Abrechnungen und verzögerte Eigentümerversammlungen. Unter dem Label Reanovo verwaltete Eigentümergemeinschaften machten 2023 ihrem Ärger über fehlende Abrechnungen, wechselnde Zuständigkeiten und Sachbearbeiter „auf Tauchstation“ Luft. Das Wachstum habe zu „komplizierten Strukturen und Prozessen“ geführt, räumte der damalige ReanovoCEO Worna Zohari gegenüber dem „Tagesspiegel“ ein. Auch in Bielefeld schlugen die Wogen hoch. TEXT Manfred Godek Zentrale Verwaltergruppen etablieren sich und wachsen – vor allem durch die Übernahme regionaler Verwaltungen sowie digital getriebene Rationalisierung. DER ENGPASS einer Konsolidierung ist fast immer die Integration. Die "Erste Hausverwaltung" (EHV) will beweisen, dass gelingen kann, womit sich viele schwertun. ÜBERNOMMEN. INTEGRIERT. Am 17. Juni 2025 verkündete die Erste Hausverwaltung GmbH mit Hauptsitz in Köln (EHV) die Aufnahme weiterer Verwaltungen in ihren Unternehmensverbund. Damit baute das 2022 gegründete Unternehmen seinen betreuten Bestand auf rund 50.000 Einheiten aus. Im September 2024 war EHV in die schwedische Odevo-Gruppe eingetreten, die ebenfalls über ein Plattform-/Buy-and-build-Modell wächst. „Nach dem Zusammenschluss mit der Portik Group, einer paneuropäischen Holding für Immobilien und WEG-Verwaltung, umfasst das Odevo-Portfolio mehr als zwei Millionen Einheiten“, so EHV-CEO Justus Freudenberg. Die Konsolidierung des Markts schreite unaufhaltsam fort, notierten Beobachter. Die EHV kommuniziert ihr Geschäftsmodell allerdings differenzierter: Übernahmen seien nicht das primäre Geschäftsmodell, sondern „flankierendes Mittel zur Skalierung eines operativen Modells“. Die eigentliche Wertschöpfung werde durch Prozess-, Daten- und Technologieintegration im laufenden Betrieb erzielt. Mit diesem Anspruch sind bereits andere angetreten. NACH ÜBERNAHMEN ENTSTEHEN HÄUFIG PARALLELWELTEN AUS UNTERSCHIEDLICHEN ERP-SYSTEMEN UND WORKFLOWS. VON BLOSSER KONSOLIDIERUNG ZU LEISTUNGSSTEIGERNDER PROZESSOPTIMIERUNG IST ES EIN GROSSER SCHRITT. 79 · Immobilienwirtschaft · 01 / 2026 Verwaltung & Vermarktung Konsolidierung

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