59 · Immobilienwirtschaft · 01 / 2026 Menschen & Märkte Büro zu Hotel in Unterschleißheim bei München B&B Hotels als Mieter im bisher ausschließlich als Bürostandort genutzten Lohhof-Quartier gewonnen. In Berlin ist sogar eine geradezu skurrile Entwicklung zu verfolgen: Am Kudamm-Eck, einem 2001 fertiggestellten Hochhaus in der City-West, laufen derzeit Umbauarbeiten, damit 2028 ein RubyHotel mit 375 Zimmern eröffnen kann. Kenner des hauptstädtischen Immobilienmarkts erinnern sich: An diesem Standort empfing früher ein Swissôtel seine Gäste. 2018 schloss das Hotel seine Tore, weil die damaligen Eigentümer die Zimmer in Büroflächen umwandeln wollten. Dann aber, nach der Übernahme des Objekts durch die Empira Group, die Rolle rückwärts: Statt Büros ist jetzt wieder ein Hotel geplant. Befeuert wird diese Lust an Konversionen von der Erholung des Hotelmarkts. „Zwar hat die Zahl der ausländischen Gäste noch nicht wieder den Höchststand von vor der Corona-Pandemie erreicht, doch die inländische Nachfrage ist wieder voll da“, stellt Tina Froböse fest, Geschäftsführerin der Select Hotel Consulting GmbH. „Hotels sind bei Investoren gefragt, weil sich die Branche professionalisiert und ihre Anpassungsfähigkeit bewiesen hat.“ Hinzu kommt ein Umdenken in puncto Nachhaltigkeit: Während man früher eher an Abriss und anschließenden Neubau gedacht habe, so Froböse, habe heute das Bauen im Bestand an Bedeutung gewonnen. Keine Option war Abriss beim Mizar Gate Office in Schönefeld. Doch die Ausrichtung auf die neue Nutzung war aufwendig. „Die beiden Gebäude mussten wir unter den Aspekten von TGA und Brandschutz neu denken“, berichtet DIEAG-CEO Sprajcar. „So haben wir beispielsweise eine Deckenheizung AAls die Deutsche Immobilien Entwicklungs AG (DIEAG) mit der Planung ihres Büroprojekts Mizar Gate Office in Schönefeld bei Berlin begann, war die Bürowelt in bester Ordnung. Und noch bei der Fertigstellung im September 2021 stellte der CEO des Unternehmens, Robert Sprajcar, fest: „Das Mizar Gate Office kommt genau zur rechten Zeit.“ Doch diese Einschätzung war zu optimistisch: Die Bürovermietung an diesem Standort habe sich schwierig gestaltet, sagt Sprajcar heute rückblickend. Trotzdem ist das in der Nähe des Berliner Flughafens gelegene Neubauensemble mittlerweile voll vermietet. Während eines der drei Gebäude Büronutzer gefunden hat, haben die beiden anderen eine wundersame Verwandlung erfahren: In Gebäude A hat die zu IHG gehörende Novum Hospitality Group im Sommer 2025 das Hotel Holiday Inn – The Niu Pax eröffnet, während in Gebäude C Serviced Apartments der Marke Candlewood Suites entstanden sind. Büros zu Beherbergungsbetrieben – ein Einzelfall? Ganz und gar nicht. „Wir beobachten, dass große Hotelketten ihre Expansionsstrategien zunehmend auf die Umwandlung bestehender Immobilien ausrichten“, so Sebastian Hoffmann, Associate Director Hotel bei Colliers. „Insbesondere leerstehende Bürogebäude bieten erhebliches Potenzial.“ ERHOLTER HOTELMARKT ALS TREIBER Davon gibt es mittlerweile eine ganze Menge. Immer mehr Eigentümer realisieren daher Konversionen zu Hotels oder Serviced Apartments. Um nur einige Beispiele zu nennen: In Hannover macht die Nord/ LB aus ihrem Hansa-Haus, das sie bis 2023 selbst genutzt hat, ein Motel One. Union Investment hat SCHLAFEN STATT ARBEITEN Macht aus leerstehenden Büros Wohnungen! Diese Forderung hört man immer öfter. Doch viele Eigentümer problematischer Büroobjekte entscheiden sich für eine andere Lösung: Sie wandeln ihre BÜROFLÄCHEN IN HOTELS oder Serviced Apartments um. Dafür spricht eine Reihe von Gründen. TEXT Christian Hunziker
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