Immobilienwirtschaft 1/2026

54 · Immobilienwirtschaft · 01 / 2026 Menschen & Märkte Portrait gentlich etwas Technisches studieren. Sie schmiss das Studium nach zwei Semestern, weil es ihr zu künstlerisch war, zu wenig mathematisch. Sie ging nach Regensburg, studierte dort BWL, machte später die Steuerberater-Ausbildung und dann in den 1990ern in Düsseldorf ihr Wirtschaftsprüfer-Examen. Ihre mathematisch-techische Begabung ist ein Glücksfall für den GdW. Es ist eher unwahrscheinlich, dass der in den bewegten Zeiten von Wiedervereinigung, Abschaffung der Wohngemeinnützigkeit & Co. eine Künstlerin hätte brauchen können. Auf die Frage, von deren Antwort ich mir so viel verspreche, meint sie lapidar: Als Frau benachteiligt worden sei sie nie. Gerhard Runge und alle Präsidenten hätten sich als extreme Förderer erwiesen. Die Zeit war zu Beginn ihrer GdW-Karriere noch eine andere, die Frau folgte eher dem Mann. Ingeborg Esser war dem ihren zweimal hinterhergezogen, nach Augsburg und nach Köln. In unserem Gespräch scheint es so, als sei beim Umzug nach Berlin erstmals sie die treibende Kraft gewesen. sie etwa an ihr Studium gegangen, wie partywütig sie damals gewesen sei, kann man sich das nur schwer vorstellen. Immerhin habe sie trotzdem zügig studiert. Das passt schon eher ins Bild. Sie spricht vom Ausbau der GdW-Kompetenzen bei der genossenschaftlichen Prüfung, den sie in Berlin vorantrieb. Der GdW übernahm damals die interne Qualitätskontrolle und den gesamten Bereich der Prüfer-Aus- und Weiterbildung. Sie sagt leidenschaftlich: „Stellen Sie sich vor, vorher war die Auslegung, wie wir Modernisierungskosten aktivieren, in Hamburg völlig anders als in Düsseldorf!“ UNTERSCHIEDLICHE AKTIVIERUNG Ich erkenne nicht den Zündstoff, der darin gelegen haben mag. Das liegt vielleicht daran, dass ich eher „Künstler“ bin als Zahlenmensch, was ich nur deshalb erwähne, weil es bei Ingeborg Esser umgekehrt ist. Als sie an der Technischen Universität in Innsbruck ein Architekturstudium begann, wollte sie ei1

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