Immobilienwirtschaft 1/2026

POSITIVES PASSTE NICHT ZUM WINTER. DOCH DER FRÜHLING NAHT, DIE LAUNE WIRD BESSER. WIR SOLLTEN LERNEN, SIE ZU BEWAHREN. Liebe Leserinnen, liebe Leser, wenn wir von „Krise“ lesen, ist meist nicht jener Höhepunkt einer Konfliktentwicklung im Wortsinn gemeint, sondern eher diese wabernde schlechte Stimmung aufgrund schwieriger Lage, in die wir uns immer mehr hineinbegeben. Ich jedenfalls nahm bisher Positives eher zähneknirschend zur Kenntnis, denn es passte nicht. Ich las, „Deutschland im Aufwind: Warum 2026 besser wird als gedacht“ – und ich wusste, das muss Fake sein: Positiv war eigentlich unmöglich. Ich ignorierte, dass viele Konflikte, etwa der am Wohnungsmarkt – Renditeerwartungen versus Bezahlbarkeitsansprüche – kaum lösbar sind. Und ertappte mich immer wieder dabei, am liebsten alles einreißen zu wollen: die schlappen Politikerhaufen, die es nicht hinkriegen, Bürokratie zu entwirren, und die Demokratie, die es jedem recht machen will, gleich mit. Dazu passte, dass die Kinder bauen wollen, aber nicht können, da teuer. In einer Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft ist der Grund genannt: Die erforderliche Eigenkapitalquote sei bei den Jungen meist erst in 14 Jahren erreicht, gegenüber sieben Jahren bei den Eltern. Das war im Januar. Doch mit dem nahenden Frühling kommt das positive Denken zurück. Ich habe mein Haus schließlich auch gebaut, später halt. Denn der Zinssatz hatte damals bei sieben Prozent gelegen. Ich sehe den Brandanschlag auf die Stromversorgung in Berlin und versuche mich in einer positiven Sichtweise darauf: Berlin wird daraus lernen, wir lernen von Berlin (wenn Berlin es schafft, schafft es jeder). Und kommt die wirkliche Krise dann zu uns, sind wir vorbereitet. Bleiben Sie positiv in diesem Jahr Ihr Dirk Labusch Hier geht’s zur Immobilienwirtschaft digital 3 · Immobilienwirtschaft · 01 / 2026 Editorial

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