Immobilienwirtschaft 1/2026

28 · Immobilienwirtschaft · 01 / 2026 Schwerpunkt Die Immobilie 4.0 tung auch Darstellungen in Quasi-Echtzeit bereitstellen. „Gaussian Splatting kann in Teilbereichen BIM-Modelle ersetzen. Für die Erfassung und die Aufbereitung dieser Daten sind allerdings spezielle Fachkenntnisse erforderlich“, erläutert Michael Plat, Experte für Gebäudeaufnahme, Modellierung und BIM-Management, Nutzen und Grenzen bei einem Messegespräch. Was losgelöst von der BIM World Munich im FM-Markt gar nicht diskutiert wird, sind digitale Zwillinge jenseits reiner BIM-Modelle. Entsprechende Anwendungen führen die grafischen Daten beliebiger Formate in einem Gesamtmodell zusammen und verknüpfen diese mit den alphanumerischen Daten der jeweiligen Gebäude und Liegenschaften. Denn während die Integration von 2D- und 3DDarstellungen inzwischen bei allen professionellen Anbietern Standard ist, fehlt bei vielen weiterhin der Schritt darüber hinaus. Dazu gehört, BIM-Modelle in GIS-Karten zu integrieren. Das kann beispielsweise Dalux, sprach auf der Messe aber nicht darüber, weil diese Funktionalität vor allem bei Kunden aus dem Infrastrukturbereich gefragt ist. Auch Autodesk und Bentley Systems haben Anwendungen, die sich in dieser Richtung bewegen. Deutlich mehr kann das Softwarehaus speedikon, das seine Anwesenheit auf der BIM World Munich auf LinkedIn feierte, als hätte es einen dicht umlagerten Stand betreut, während lediglich ein Mitarbeiter über das Messeparkett über frei wählbare Zeiträume Aspekte wie Sonnenlauf, Wetterentwicklung und andere Einflussfaktoren simuliert und hieraus langfristige Betriebskosten, aber auch – abhängig von verwendeten Baumaterialien und -ausführungen – Kosten für Renovierung und Sanierung ableitet. Charmant ist, dass sich einzelne Komponenten wie beispielsweise Fenster direkt in der Software ändern lassen, zum Beispiel in der Zahl, der Größe oder ihrer Qualität. Auch der Aufmaßanbieter Metrika 360 und der Dienstleister scanmetrix gehören nicht zum Segment der Start-ups, nutzten aber die vergleichsweise günstigen Mini-­ Tische, um als Aussteller präsent zu sein. AKTUELLSTE TECHNOLOGIEN FEHLEN Was auf der Messe fehlte, waren aktuellste Technologien zur Visualisierung. Dazu gehört die jüngste Generation von Laserscannern, die in Rucksäcken getragen die Aufnahme der Punktwolken von Innenräumen weiter erleichtern. Und dazu gehört vor allem Gaussian Splatting. Der Begriff beschreibt ein Verfahren, mittels dessen sich aus Abbildungen Modelle rendern lassen. Einige Plattformanbieter, die auf der BIM-World Präsenz zeigten, untersuchen bereits, wie sich diese Technologie in ihre Anwendungen integrieren lässt, denn sie ermöglicht Nutzern, mit großen Daten wie Punktwolken umzugehen. Dazu ist die Technologie schnell und kann je nach AusrichDer Einsatz von BIM in Europa 8 Länder im Vergleich, die 2021 BIM eingesetzt haben (Anzahl der Bauunternehmen in Prozent) Quelle: PlanRadar Der am weitesten verbreitete BIM-Level Seit wann ist BIM gesetzlich vorgeschrieben? Großbritannien 80 % 2, in manchen Fällen 3 2016, für öffentliche Projekte Deutschland 70 % 1, in manchen Fällen 2 und 3 2017, für Projekte mit einem Volumen von +100 Millionen Euro Polen 50 % 1, in manchen Fällen 2 2030, für Projekte unter staatlicher Beteiligung Frankreich 60 % 2 2022 Kroatien 10 % 0, in manchen Fällen 1 Zurzeit nicht verpflichtend Österreich 20 % 1 2018-2020, für öffentliche Einrichtungen Russland 10 % 1, in manchen Fällen 2 und 3 2022, für öffentliche Einrichtungen Schweiz 20 % 1 und 2 2018, für öffentliche Einrichtungen

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