Immobilienwirtschaft 3/2026

83 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2026 Verwaltung & Vermarktung Portale Daten und Transaktionsprozesse kontinuierlich aus. Sozusagen als Gegenentwurf wurde ivd24immobilien.de im Jahr 2015 für die Öffentlichkeit freigeschaltet. Auf den Angebotsseiten steht der direkte Kontakt zum jeweiligen Anbieter im Vordergrund. Dort heißt es unter anderem ausdrücklich, dass die immobilie1 AG die Anfragedaten nicht weiterverarbeitet. NACH DEM NEUSTART Immobilie1 ist also kein Pflänzchen auf der grünen Wiese, sondern der zweite Anlauf, ein breiteres Branchenportal zu formen und den großen finanzgetriebenen Konstrukten etwas entgegenzusetzen. Für den Neustart im Jahr 2022 taten sich mehrere große Marktteilnehmer zusammen, darunter Dahler & Company, Von Poll, die IVD-Regionalverbände, LBS Immobilien, PlanetHome, RE/MAX Deutschland, Sparkassen Immobilien und Wüstenrot Immobilien. Immobilie1 fokussiert sich nach wie vor auf die Branche. Inserieren dürfen dort weiterhin ausschließlich professionelle Anbieter, die zugleich Miteigentümer werden können. TEXT Manfred Godek IVD24 – DAS PROJEKT (2) Ein von Konzernen und Venture-Capital-Investoren unabhängiger IMMOBILIENMARKTPLATZ – so lautet die Idee. 2015 startete das Projekt im IVD-Umfeld als „ivd24“. Seit 2022 tritt es als „immobilie1“ gegen die Großportale an. Branchenrückhalt und Vertrauen sind die Basis. Was noch fehlt, ist die Reichweite für ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäft. In den USA ist der Streit über die Macht großer Immobilienplattformen längst vor Gericht gelandet. Gegen Zillow, den Platzhirsch unter den Online-Portalen, wurde 2025 vor einem Bundesgericht in Seattle eine Sammelklage eingereicht. Der Vorwurf: Die Plattform leite Kaufinteressenten nicht zum listenführenden Makler, sondern in ein Netzwerk bestimmter Makler. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet zudem, laut Klage nehme Zillow bei manchen dieser Makler bis zu 40 Prozent der Provision. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. Doch schon der Fall selbst zeigt, wie weit sich ein Immobilienportal von der bloßen Anzeigenfläche entfernen kann – hin zur dominanten Kundenschnittstelle zwischen Anbieter, Makler und Käufer. So weit ist der deutsche Markt noch nicht. Hier bleiben Makler und Anbieter auf großen Plattformen bislang präsenter. Aber die Richtung bereitet vielen Marktakteuren Unbehagen. Große Portale bündeln längst nicht mehr nur Inserate, sondern auch Leads, Bewertungen, Software- und Finanzierungsangebote – und weiten ihren Zugriff auf Kundenzugang, I 1 REICHWEITE DAS A UND O Die Reichweite ist die zentrale ökonomische Hürde. Dahinter steht eine schlichte Logik: Portale leben von Marke, Präsenz und Gewohnheit 1

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