Immobilienwirtschaft 3/2026

72 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2026 Verwaltung & Vermarktung Vergütungsmodelle Immerhin ist die Nachfrage nach Jobs in der WEG-Verwaltung nach Aussage des letzten Branchenbarometers wieder leicht angestiegen, die Einstiegsgehälter seien im Vorjahr durchschnittlich um 8,8 Prozent angehoben worden. Die Branche investiert kräftig weiter: 2024 flossen im Schnitt 7,2 Prozent des Umsatzes in IT, 2025 waren es 8,1 Prozent. Mehr als die Hälfte der VDIV-Verwaltungen plant darüber hinaus den Einsatz von KI. DIE VORTEILE DER PAKETE Seit Inkrafttreten der zusätzlichen Versammlungsoption im Oktober 2024 sind außerdem virtuelle Eigentümerversammlungen im Aufwind, lautet ein weiteres Umfrageergebnis. 11,6 Prozent der Verwaltungen hätten bereits rein virtuelle Formate beschlossen, bei großen Unternehmen sogar 22,6 Prozent. Die virtuellen Versammlungen starten deutlich häufiger vor 17 Uhr, „was mehr Flexibilität für Eigentümer und Entlastung für Mitarbeitende bringt“, sagt Kaßler. Zugleich steigt die Kosten- und Anforderungsentwicklung in den Hausverwaltungen stetig weiter. Dümpert: „Steigende regulatorische Anforderungen, Betreiberpflichten und Haftungsrisiken, höhere Dokumentations- und Kommunikationsintensität als noch vor einigen Jahren und nicht zuletzt IT-Kosten mit steigender Tendenz gehören zum Alltag.“ Wer dann eventuelle Mehrkosten als Gemeinschaft nicht tragen will, steht möglicherweise im Resultat ohne professionelle Verwalterbetreuung da. Für Martin Kaßler liegen die Vorteile einer Paketlösung bei der zukünftigen Vergütung von WEG-Verwalterinnen und -Verwaltern auf der Hand: Sie hat vor allem einen strukturellen Vorteil, denn sie ordnet Leistung und Vergütung von Anfang an systematisch einander zu. Nicht einzelne Zusatzereignisse lösen nachträglich Honorarfragen aus, sondern Betreuungstiefe, Leistungsumfang und Reaktionslogik werden vorab in klaren Stufen definiert und mit einer kalkulierten Vergütung verknüpft, erklärt Kaßler. Dieses System schaffe erstens deutlich mehr Transparenz, weil die Gemeinschaft bewusst ein bestimmtes Leistungsniveau und damit auch eine nachvollziehbare Kostenstruktur wählt. Zweitens verbessere es die Planbarkeit, weil Erlöse nicht mehr von situativ auftretenden Sonderfällen abhängen. Drittens sorge es, so Kaßler weiter, für mehr betriebswirtschaftliche Stabilität, weil Aufwand und Vergütung synchron bleiben. LEISTUNGSPAKETE M, L ODER XL „Unsere Immobilienverwaltung betreut WEG, Miethäuser und Gewerbeobjekte in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis“, so Mario Schöner von Hammans Schöner Hausverwaltung Bonn GmbH. Das Verhältnis von Verantwortung und Ertrag passe schon länger nicht mehr, betont auch Schöner. Sein Praxisbeispiel: Ein Immobilienwert mit 49 WE von 11.500.000 Euro bedeute einen Umsatz von 1.225 Euro oder 0,1278 Prozent. Der Verwaltungsprofi vergleicht die Leistungspakete M, L oder XL mit der Auswahl beim Autokauf. Auch hier könne man das günstige Basismodell durch individualisierte Sonderausstattungen, beispielsweise im Comfort oder PremiumAngebot, optimieren. Für Schöner ein Konzept, um zuvor definierte Leistungen für einen festgelegten Pauschalpreis im Monat für alle in der WEG transparent abrechnen zu können. Das Paketmodell soll laut Schöner die Vergütungsstruktur vereinfachen und an den Kundenbedürfnissen ausrichten. Das Ziel für WEG-Verwalter ist generell Umsatzsteigerung und Kundenzufriedenheit, die Kunden können letztlich frei wählen. Schöner spricht von einer Umsatzsteige- „VIELE EIGENTÜMER UNTERSCHÄTZEN, WELCHE ZENTRALE ROLLE EINE FUNK- TIONIERENDE VERWALTUNG FÜR IHRE IMMOBILIE SPIELT. IM SCHLIMMSTEN FALL SINKT DER WERT.“ Anika Schönfeldt-Schulz, Vorsitzende des IVD Nord

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