67 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2026 prägend respektiert werden muss. Japan hat erst 2025 eine verpflichtende Energieeffizienz-Norm für Neubauten eingeführt – Niveau deutscher Standard von vor 30 Jahren. Schallschutz und Barrierefreiheit werden gar nicht erst gefordert. All das führt zu halb so hohen Baukosten. Und jetzt die überraschende Erkenntnis: Da die Wohnungen kleiner sind und die disziplinierten Japaner deutlich sparsamer heizen, emittieren sie, trotz der schlechten Dämmung und der kürzeren Nutzungsdauer ihrer Häuser, weniger CO2. So zeigt Japan, dass ein G7-Land auch mit niedrigeren Komfortstandards, weniger städtebaulicher Gestaltung und schlankeren Verfahren funktionie- „JAPAN ZEIGT, DASS EIN G7-LAND AUCH MIT NIEDRIGEREN KOMFORTSTANDARDS, WENIGER STÄDTEBAULICHER GESTALTUNG UND SCHLAN- KEREN VERFAHREN FUNKTIONIEREN KANN.“ ren kann. Und der deutsche Weg, mit immer höheren Standards bei Städtebau, Komfort, Technik und Gebäudehülle, nicht der einzig mögliche ist. Japan heute ist das Versuchslabor alternder Industrieländer: demografischer Sturzflug, blockierte Gleichstellung, wirtschaftliche Stagnation, Migrationsabwehr. Und doch funktionsfähig genug, dass Reformen ausbleiben. Deutschland steht nicht so viel besser da. Wer das verstehen will, sollte Japan 20 Jahre vorausdenken. Als Warnung, was passiert, wenn man nicht schneller und tatkräftiger handelt.
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