Immobilienwirtschaft 3/2026

59 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2026 Menschen & Märkte Portrait riesengroß, dafür aber stabil. Gute Bekannte hätten sie manchmal gerettet, etwa nach ihrem Sabbatical. Damals hoffte sie auf eine Wahnsinnsidee, die dann aber nicht kam. Sie spricht von Dr. Sepp von Hauck Aufhäuser, der ihr einen Job anbot. Von Frank Mueller, der sie später zur Swiss Life holte, wo sie sieben Jahre blieb, darunter viereinhalb Jahre als CEO der Swiss Life KVG. Ihr sicher wichtigstes Netzwerk ist jedoch ihre Familie. Bernhofer lernte während ihres Sabbaticals ihren jetzigen Lebensgefährten kennen, der drei Kinder mit in die Beziehung brachte, drei Mädchen, damals 10, 13 und 16. Sie sagt, sie möchte keinen Tag mit ihnen missen. Was hat ihr nun geholfen auf ihrem Weg, außer Klugheit, Teamfähigkeit? Zum einen ihre Eltern. In ihrem Elternhaus habe immer ein sehr offener Geist geherrscht. „Ich wurde nie mental klein gehalten“, sagt sie. So habe sie sehr früh mitbekommen: Du kannst es probieren und schaffen. Ein anderes Detail, das ihr Vater ihr mitgab: Der Kunde ist wichtig, denn der bezahlt dich. Dann war da noch ihre Religionslehrerin. Die hatte ihr den Spruch mitgegeben: „Der böse Hund bekommt immer zwei Brote. Wir werden aber auch von einem satt.“ Kann man mal drüber philosophieren. Wichtig dürfte auch ihr Talent zum Pokern gewesen sein. Als sie ihr Examen machte, bereitete sie sich nur auf die Wahlfragen vor, und genau die kamen dran. Wenn es passen würde, würde ich „Bingo“ sagen. „Ab und zu musst du schon ins Risiko gehen“, meint sie und bezieht sich dabei auch auf ihren Geschäftsführer-Job bei TMW Pramerica. Den hätte sie nicht bekommen, hätte die Bafin sie nicht bestätigt. Und bei der Meag war sie schon raus. Sie hätte ja immer noch zu Edeka an die Kasse gekonnt, sagt sie. MANCHMAL AUCH OPERATIV Krisen machen ihr keine Angst. Sie erzählt, bei der Real I.S. habe Ende 2023 in einem Spezialfonds mit 40 Kunden einer gekündigt. „Dann musst du schnell sein, informieren, alle Anleger gleichzeitig. Gleichbehandlung ist unbedingt erforderlich.“ Wenn das niemand schon mal gemacht habe, mache sie das operativ mit. Denn in so einem Fall gebe es keine zweite Chance. Im Gespräch mit ihr wird ein gewisses schauspielerisches Talent deutlich. Man liegt nicht sofort auf dem Boden, wenn sie erzählt. Der Humor ist eher leise. Etwa wenn sie davon spricht, sie habe wirklich allen Leuten gesagt, dass sie gerade promoviere. Sie wollte sich damit unter einen gewissen Druck setzen. Die CEO-Position bei der Real I.S. bezeichnet sie heute als ihre letzte berufliche Station („Ich bin jetzt 58“). Vor allem, weil es inzwischen mehr denn je auch um ein gutes Gefühl gehen mag beim Job. Es sei schon schön, zurück zu sein bei den Sparkassen, da schließt sich ein Kreis. „Ich habe da gelernt, ich bin einer vom Team.“ Auch das ist Familie. Ihre Mutter habe sie neulich gefragt, ob Christine irgendwo im Leben hätte anders abbiegen wollen. „Nein“, habe sie gesagt, „nirgends.“ Das hört sich jetzt schon ziemlich erfüllt an. 2

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