40 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2026 Menschen & Märkte Offene Immobilienfonds liquiditätsquote von fünf Prozent absackte. „Wir standen vor der Wahl, uns durch weitere, womöglich übereilte Immobilienverkäufe schnell zusätzliche Liquidität zu verschaffen oder den Wert des Immobilienvermögens für langfristig orientierte Bestandsanleger zu sichern“, resümiert Meyer. Die Wertgrund votierte für die zweite Variante und verschaffte sich und dem Fonds erst mal eine Atempause. Diese Entscheidung hält auch ScopeImmobilienanalystin Knorr für wichtig: „Offene Immobilienpublikumsfonds konnten in den letzten beiden Jahren durch den Verkauf von Immobilien zwar zwölf Milliarden Euro erlösen, aber die Investmentmärkte bleiben herausfordernd.“ Häufig ziehe es sich lange hin, bis sich Käufer und Verkäufer über wichtige Formalien, insbesondere den Kaufpreis, geeinigt hätten. Bremsend wirke zudem die schwerfällige administrative Abwicklung, die bis zu einem halben Jahr dauern könne, fügt sie hinzu. Seltsam mag auf den ersten Blick erscheinen, dass mit dem Wertgrund Wohnselect D und dem Industria Fokus Wohnen zwei offene Immobilienpublikumsfonds mit dem Anlageschwerpunkt Wohnimmobilien zuerst in die Bredouille geraten sind. Das ist Knorr zufolge auf die Fokussierung auf Wohnimmobilien als Investmentsegment zurückzuführen: Viele Anleger hätten die einige Monate zuvor erfolgten hohen Bewertungsabschläge im Portfolio des Fonds UniImmo Wohnen: ZBI stark verunsichert. AUCH DIE GROSSEN BLUTEN Auch die fehlende Einbindung in einen vertriebsstarken Finanzkonzern habe eine Rolle gespielt, merkt sie an. Von dieser profitierten nämlich beispielsweise die offenen Immobilienpublikumsfonds der Deka (Sparkassenorganisation) und von Union Investment (Genossenschaftsbanken). Das verhinderte aber nicht, dass auch offene Immobilienpublikumsfonds der Union Investment hohe Mittelabflüsse verkraften mussten. Diese beliefen sich in den ersten neun Monaten 2025 bei den von ihr gemanagten Fonds (ohne UniImmo: Wohnen ZBI) auf fast zwei Milliarden Euro. Die Deka meldete für das vergangene „LIQUIDITÄTSMANAGEMENTTOOLS SIND SINNVOLL, FÜHREN ABER NICHT DAZU, DASS ANLEGER MEHR GELD IN DIE FONDS STECKEN.“ Sonja Knorr, Bereichsleiterin Alternative Investments, Scope 1 ANTIZYKLISCH Die Deka-Fonds profitieren von ihrer Einbindung in die Sparkassenorganisation und gehören zu den wenigen, die sogar leichte Mittelzuflüsse verzeichnen 1
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