18 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2026 Schwerpunkt Bestandssanierung enthalts- und Kommunikationsbereiche. Besonders erfreulich für den Eigentümer: Durch ein zusätzliches, in Holzhybrid-Bauweise errichtetes Geschoss erhöht sich die Mietfläche von 10.000 auf 11.500 Quadratmeter. DEUTLICHE PREISABSCHLÄGE Ähnliche Sanierungsprojekte finden sich in allen größeren Städten. Laut dem im März dieses Jahres veröffentlichten Bestandskompass des Sanierungsspezialisten Apoprojekt und der Beratungsgesellschaft Bulwiengesa werden in den deutschen A-Städten zwischen 2020 und 2028 rund 2,8 Millionen Quadratmeter Bürofläche modernisiert. Dabei streben die Eigentümer nicht nur eine höhere Energieeffizienz an, sondern auch einen wirtschaftlichen Vorteil. Denn Objekte mit hohem Energieverbrauch erleiden einen signifikanten Preisabschlag, wie die Studie „Die Wirkung von Nachhaltigkeit auf Immobilienwerte“ des Beratungsunternehmens Wüest Partner zeigt. Demnach sinkt der Kaufpreis von Büroimmobilien je Effizienzklasse um 115 Euro pro Quadratmeter, während sich die Miete um 0,30 Euro pro Quadratmeter verringert. „ESG-Qualität“, stellt Wüest Partner fest, „ist zu einem dauerhaften, datenbasierten Faktor der Marktpreisbildung geworden.“ Bestätigt wird diese Einschätzung durch Zahlen von JLL. Demnach haben in den letzten drei Jahren die Preisabschläge für energetisch weniger gute Mehrfamilienhäuser zugenommen. Wohnimmobilien der (schlechten) Effizienzklassen G und H kosteten im ersten Quartal 2026 durchschnittlich 30,8 Prozent weniger als Objekte der Klasse A oder A+. „Büroimmobilien in schlechtem energetischem Zustand verlieren insbesondere in weniger attraktiven Lagen rapide an Markt- und Finanzierungserstmals abgeschlossen und 2023 neu aufgelegt hat. Wie Fabian Viehrig, Leiter Bauen und Technik beim GdW, gegenüber der „DW Die Wohnungswirtschaft“ sagte, ist angestrebt, den Zuschlag an die ausgewählten Unternehmen Ende dieses Jahres zu erteilen. Allerdings ist das Volumen der seriell sanierten Wohneinheiten noch überschaubar. Der GdW spricht von 4.000 Einheiten, die fertiggestellt oder in Bau sind, und weiteren 18.000 in Planung (Stand Ende 2025). Nach Angaben der DASS wurden seit 2019 113 Projekte der seriellen Sanierung fertiggestellt, 46 sind in Bau, und 230 befinden sich in unterschiedlichen Planungsphasen. Die durchschnittlichen Kosten für die serielle Sanierung (Gebäudehülle und TGA) beziffert die DASS auf rund 1.600 Euro pro Quadratmeter. Darauf, dass diese Methode tatsächlich Fahrt aufnimmt, deutet unter anderem hin, dass in diesem Frühjahr der Branchenriese Vonovia eine strategische Kooperation zur seriellen Gebäudemodernisierung mit Nokera geschlossen hat. WAS IST MIT GEWERBEIMMOBILIEN? Das Beispiel von Vonovia zeigt, dass der Schwerpunkt des seriellen Sanierens derzeit auf Wohnimmobilien liegt. Nach dem Willen der dena sollen aber verstärkt auch öffentliche und gewerblich genutzte Immobilien seriell saniert werden. Beispiele dafür gibt es bereits; so hat die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) eine Feuerwache im Stadtteil Charlottenburg-Nord unter Einsatz vorgefertigter Elemente sanieren lassen. Unter Handlungsdruck sind insbesondere Eigentümer älterer Bürogebäude – nicht zuletzt deshalb, weil die EU-Taxonomie die Finanzierung von nicht energieeffizienten Objekten deutlich erschwert. In diesem Bereich ist derzeit Bewegung, da die EUKommission einen Entwurf zur Überarbeitung der Taxonomie vorgelegt hat. Dieser sieht vor, dass ein Gebäude zukünftig als „grün“ gelten soll, wenn zum Zeitpunkt des Kaufs nachgewiesen wird, dass sich die Energieeffizienz des Gebäudes innerhalb der vergangenen zehn Jahre um 60 Prozent erhöht hat. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) wertet das positiv: „Wer alte, energieintensive Gebäude saniert, wird belohnt“, sagt ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan. Sollte der Vorschlag so umgesetzt werden, ließe sich laut Özkan deutlich mehr Kapital für die Dekarbonisierung des Immobilienbestandes mobilisieren. Schon jetzt kombinieren Eigentümer und Asset Manager älterer Büroobjekte die energetische Sanierung oft mit Maßnahmen, die attraktive Arbeitsflächen schaffen. Ein Beispiel dafür sind die Karlsgärten, ein 1994 errichtetes Bürogebäude in der Nähe des Potsdamer Platzes in Berlin. Die CA Immo lässt das Objekt derzeit nach Plänen des Architekturbüros Aukett + Heese grundlegend umgestalten. Durch eine neue Fassade, den Anschluss an das Fernwärmenetz und die Installation einer Photovoltaikanlage soll der Endenergiebedarf laut Prognose von 210 kWh auf 74 kWh pro Quadratmeter und Jahr sinken. Gleichzeitig entstehen eine großzügige Dachterrasse, begrünte Außenflächen sowie weitere Auf- Quelle: Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle 2024 2025 2031 Sanierungsquote Gebäudehülle von Wohnbauten und Nichtwohnbauten (in %) Wohnbau Nichtwohnbau 0,69 0,95 0,67 0,92 1,90 1,90 Benötigte energetische Sanierungsquote: 1,9 % (Ziel Klimaneutralität)
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