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1|2015
Große Trauer um Georg Potschka
Georg Potschka, der General-
sekretär der DESWOS Deutsche
Entwicklungshilfe für soziales
Wohnungs- und Siedlungswesen
e. V., verstarb am 27. November
2014 im Alter von 67 Jahren. Mit
ihm hat die deutsche Wohnungs-
wirtschaft eine herausragende
Persönlichkeit verloren.
Georg Potschka war Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.
Neben seiner hauptamtlichen Tätigkeit als Sprecher des Vorstandes
der DIE EHRENFELDER Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft eG
engagierte er sich in den wohnungswirtschaftlichen Verbänden und in
Vereinen mit sozialer Zielsetzung.
In der Wohnungswirtschaft wirkte er ehrenamtlich im Vorstand des
GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunter-
nehmen. Er war Delegierter zum Verbandstag des GdW und im VdW
Rheinland-Westfalen. In weiteren Funktionen war er im Europäischen
Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, im Verein
der Freunde und Förderer der EBZ Business School und im Arbeitgeber-
verband der Deutschen Immobilienwirtschaft tätig.
Sein soziales Engagement war vielfältig. Georg Potschka unterstützte u.
a. das Kultur- und Integrationszentrum Phoenix-Koeln, förderte das in-
tegrative theaterpädagogische Pusteblume-Zentrum in Köln-Ehrenfeld
sowie die Bürgerstiftung Ehrenfeld. Georg Potschka nahm in der 45-jäh-
rigen Geschichte der DESWOS eine besondere Rolle ein. Nach seiner
Wahl in den Verwaltungsrat der DESWOS vor über 30 Jahren wechselte
er im Jahre 1997 in den Vorstand und leitete die Entwicklungszusam-
menarbeit der DESWOS zwölf Jahre als Generalsekretär. Er führte dieses
Ehrenamt mit Engagement, Beharrlichkeit und hoher Verbindlichkeit.
Die bedrückende Lebenswirklichkeit der Menschen in den Entwick-
lungsländern, die ständig wiederkehrenden Katastrophen, die oft die
Ärmsten trafen, haben ihn nicht entmutigt. Sie haben ihn bestärkt, für
diese Menschen immer wieder einen Weg aus der Krise zu finden. Wo
immer es möglich war, hat er seine beruflichen wie privaten Kontakte
genutzt, um weitere Förderer für die DESWOS zu gewinnen. Georg
Potschka war in jeder Situation Botschafter der DESWOS und hat seine
Mission, menschenwürdiges Wohnen für die Ärmsten dieser Welt zu
ermöglichen, mit persönlicher Leidenschaft verfolgt.
Es ist sein großer Verdienst, dass er mit Überzeugungskraft und
Entschiedenheit in der deutschen Wohnungswirtschaft für die nötige
Verankerung und den Rückhalt für die Arbeit der DESWOS gesorgt hat.
Die Wohnungswirtschaft, die Freunde und Förderer der DESWOS haben
Georg Potschka als warmherzigen, humorvollen und verbindlichen
Menschen gekannt und geschätzt. Er war für Viele ein Vorbild und Men-
tor. Georg Potschka wird den Kollegen und Freunden der DESWOS und
der gesamten Wohnungswirtschaft schmerzlich fehlen. Wir verneigen
uns mit großem Respekt und tiefer Dankbarkeit.
NACHRUF
Job-Sharing und Crowdfunding
Wohnungsgenossenschaften diskutieren Potenziale der Shareconomy
Im Rahmen der Veranstaltung „Genossenschaften im Gespräch“ hat sich
der Arbeitskreis Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften e. V. am
1.Dezember 2014 mit Vertretern der Shareconomy über Potenziale und
Gefahren des Trends ausgetauscht. Das Kunstwort Shareconomy steht
spätestens seit der CeBIT 2013 für ein Trend-Thema, doch das Prinzip
der Share Economy – Teilen statt Haben – existiert schon viel länger. Die
Wohnungsgenossenschaften sehen ihr genossenschaftliches Grundprinzip
in engem Zusammenhang mit den Ideen der Shareconomy. „Der Grund-
gedanke ,Wohlstand durch Teilen erhöhen‘ eint Genossenschaften mit
den Ideen der Shareconomy“, sagte Frank Seeger, Vorstandsmitglied des
Arbeitskreises Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften. Viele Ansätze,
etwa Job-Sharing oder Crowdfunding, seien auch für Wohnungsgenos-
senschaften interessant. Diese zu definieren und in die traditionellen
Geschäftsmodelle zu implementieren, sehen die Genossenschaften
als Zukunftsaufgabe. Allerdings wurden auch negative Entwicklungen
thematisiert. Das Modell von digitalen Tausch- und Leihbörsen mache vor
allem die Plattformen zu Nutznießern. Diese Ausprägung der Sharecono-
my hin zum Profit der Mittler sei nicht mit dem Genossenschaftsgedanken
vereinbar, meinte Seeger.
V. l.: Cris Ludwig (Startnext), Frank Seeger (AK Hamburger Wohnungsbaugenossen-
schaften), Jana Tepe (Tandemploy) und Paul Gerlach (Autor)
Quelle: Arbeitskreis Hamburger Wohnungsbau-
genossenschaften e. V. / Jochen Quast
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