Seite 21 - CONTROLLER_Magazin_Software_Kompendium_2013_2014

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Business Intelligence
Mit Business Intelligence (BI) werden alle informa­
tions­technischen Instrumente bezeichnet, die der
optimalen Unterstützung der ganzheitlichen Unter­
nehmenssteuerung dienen. Die Controller werden mit
BI somit bei ihren Kernaufgaben – der Analyse, dem
Reporting und der Planung – unterstützt. Allgemein kann
BI definiert werden als der Prozess, durch den Daten
in Informationen und weiter in Wissen umgewandelt
werden (vgl. Naisbitt, J., Naisbitt, N., Philips, D. (2001)).
Die BI-Architektur im weiteren Sinne
»
Daten erzeugende Systeme
Zu den Vorsystemen, in denen die Daten entstehen,
gehören vor allem die betriebswirtschaftlich admi­
nistrativen Systeme. Sie ermöglichen die Verarbeitung
täglicher Transaktionen wie Auftragserfassung, Rech­
nungsstellung, Einkauf, Lagerverwaltung, Perso­nal­
verwaltung, Lohnbuchhaltung, Finanz­buch­haltung etc.
und werden deswegen auch als OnLine-Transaction-
Processing-Systems (OLTP-Sys­teme) bezeichnet. En­ter­
prise-Ressource-Planning-Systeme (ERP) dagegen
unterstützen alle Funktionen der betriebswirtschaftlichen
Wertschöpfungskette. Typische Funktionsbereiche einer
ERP-Software sind: Materialwirtschaft (Be­schaf­fung,
Lagerhaltung, Disposition, Bewertung), Produk­tion,
Finanz- und Rechnungswesen, Controlling, Perso­nal­
wirtschaft, Forschung und Entwicklung, Verkauf und
Marketing, Stammdatenverwaltung.
»
Daten bereitstellende Systeme
Auf die Daten erzeugenden Systeme werden Daten
bereitstellende Systeme aufgesetzt. In diesem Teil des
BI-Systems können sich das zentrale Data Warehouse
(DWH) oder multidimensionale bzw. relationale Data
Marts befinden. Im zentralen DWH werden Daten aus
den operativen Systemen übernommen und redundant
gehalten. Es dient vor allem der Massendatenhaltung
bereinigter Daten. Ein Data Mart kann einen weiteren
bewusst redundant gehaltenen Ausschnitt aus dem
zentralen DWH darstellen. Hier sind die Daten in einer
Form gespeichert, die die analytische Betrachtung
des Datenbestands besonders unterstützt, indem die
voraussichtlich erforderlichen Informationen rasch zur
Verfügung stehen, zum Beispiel für monatliche Stan­
dardreports oder auch für Ad-hoc-Analysen. Mit dem
Begriff Data Warehouse (DWH) sind oftmals sowohl
das zentrale DWH als auch die Data Marts gemeint.
Ein Data Warehouse bildet die Datengrundlage für
Front-End-Tools, die zur Kommunikation mit den
Endanwendern dienen. Ein DWH ist physikalisch von
den operativen Vorsystemen getrennt und baut nur
zum Zweck der periodischen Datenaktualisierung
bzw. -ergänzung Verbindungen zu den operativen
Systemen auf (vgl. Inmon, W.H. (1992) u. Kimball,
R. (1996)).
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Analyse- und entscheidungsunterstützende
Systeme
Aufgesetzt auf die Daten bereitstellende Ebene
des BI-Systems befinden sich die Instrumente, die
aus den Daten die Informationen generieren und
somit die Grundlage zur Wissensschaffung liefern.
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Online Analytical Processing (OLAP)
OLAP steht für Online Analytical Processing und bezeich­
Die Softwareanbieter für Business Intelligence (BI) haben ein spezielles Marktsegment geprägt und mit
ihm zahlreiche neue Begrifflichkeiten. Das BI-Software-Kompendium bringt die wichtigsten Begriffe
und Zusammenhänge aus dem Controllers Best Practice Fachbuch „Business Intelligence für Controller“.
Was ist Business Intelligence?
Glossar