Seite 19 - CONTROLLER_Magazin_Software_Kompendium_2013_2014

Basic HTML-Version

Edward Haase
ist Geschäftsführer der Firma MeshTec GmbH und seit 1996 in
der Beratung, im Projektmanagement und der Entwicklung
sowie dem Betrieb von Marktdateninformationssystemen
tätig. Als Gründer von Finanztreff.de und bis 2005 als Vorstand
und Geschäftsführer der Gatrixx NetSolutions GmbH blickt er
auf langjährige praktische Erfahrung in der Analyse von Web-
daten und zu den Themen SEO/SEM/SEA zurück. Er war dort
verantwortlich für die Entwicklung und den Betrieb von Markt-
informationssystemen für Finanzinstitute und internationale
Medien­unternehmen.
lysen untersuchen, ob im Suchfenster der Webseite
sehr häufig nach einem Produkt gesucht wird, das
nicht angeboten wird. Oder ob auffällig viele Benut-
zer über ein bislang wenig genutztes Keyword auf
die Webseite gelangen. Dies kann einen neuen Trend
und damit ein neues Potenzial signalisieren, auf das
reagiert werden kann.
BI-Kompendium:
Was sind die genauen Bestandteile
der Webanalyse?
Haase:
Inhaltlich bedeutet Webanalyse die Messung,
Sammlung und Analyse von Internetdaten zur Opti-
mierung und zum Verständnis der Webseite-Nutzung.
Stehen die Daten dann technisch zur Verfügung, gilt es
zutreffende Auswertungen auf Basis dieser Daten zu
erstellen. Im Gegensatz zu ad hoc-Fragen ergibt sich
daraus bei Standardfragestellungen auch ein fortlau-
fendes Reporting an durchaus unterschiedliche Ent-
scheidungsträger in Unternehmen. Praktisch gesehen
bedeutet es, große Zahlenmengen zu strukturieren
und mit klarem Fokus auf verschiedene Fragestel-
lungen auszuwerten, um Rückschlüsse zu ziehen, die
wiederum zu Reaktionen führen. Technisch betrachtet
braucht man eine Webseite, die Nutzer der Webseite
und eine Web Analytics-Software, die die Aggrega­
tion der Daten ermöglicht, um Webanalysen durchzu­
führen.
BI-Kompendium:
Wann ist eine Webanalyse erfolg-
reich?
Haase:
Erste Voraussetzung ist, sich im Klaren darüber
zu sein, welchem Zweck die Webseite dient. Nur mit
einem Zweck, beziehungsweise einer Zieldefinition,
kann die Webanalyse erfolgreich sein, weil damit erst
eine Messbarkeit ermöglicht wird. Das gilt auch für
jede einzelne Maßnahme. Ein Beispiel: Es wird eine
Online-Werbekampagne durchgeführt. Bei einer Image­
kampag­ne reicht es vielleicht völlig aus, wenn der Inter-
netnutzer ein Banner häufiger zu sehen bekommt. Bei
einer Produktkampagne wäre das erste Ziel, dass der
Nutzer auf das Banner klickt und auf die Landingpage
unserer Webseite gelangt. Noch erfolgreicher wäre,
wenn er nach dieser ersten Seite unsere Internetprä-
senz nicht verlässt, sondern weitere Informationen aus
der Webseite erhält, ein Produktsheet herunterlädt,
eine E-Mail an den Vertriebskontakt sendet oder gar
eine Bestellung vornimmt.
Webanalyse ist ein fortlaufender Prozess, der in einem
Kreislauf verläuft. Das Verhalten der Webseite-Nutzer
wird von vielen Faktoren geprägt, wie zum Beispiel
der Saisonalität, Trends oder dem Tagesgeschehen.
Ganz abhängig von Zielgruppe und Thema der Websei-