Personalmagazin bAV Spezial 12/2026

Branchenlösungen 47 Betriebsrente per Tarifvertrag – das Modell Chemie Von Lars Golatka Knapp 80 Unternehmen der Chemiebranche haben sich dem Sozialpartnermodell der R+V angeschlossen – das Modell ent- lastet von Haftungsrisiken, standardisiert HR-Prozesse und kann höhere Renditechancen bieten. Doch reine Beitrags- zusagen bedeuten auch: keine Garantien für Beschäftigte. Was das SPM leistet – und wo Kommunikationsbedarf bleibt. Die Rentenkommission sendete im Juni 2026 eine klare Botschaft an die Sozialpartner: Ihr seid gefragt! In einem „Sozialpartnerdialog“ sollen Gewerkschaften und Arbeitgeber nun konkrete Maßnahmen entwickeln, um die betriebliche Altersversorgung (bAV) in bisher unterversorgten Bereichen auszuweiten. Die Forderung klingt nach politischer Programmatik, doch eine Lösung existiert bereits. Sie heißt Sozialpartnermodell (SPM) – und die R+V Versicherung setzt sie bereits erfolgreich in der Chemiebranche ein. Die R+V-Tochter ChemiePensionsfonds AG hat 2022 ein SPM für eine gesamte Branche auf Grundlage eines Flächentarifvertrags aufgelegt. Und das in sehr kurzer Zeit: Im April 2022 verständigten sich die Tarifparteien der chemischen Industrie auf einen Tarifvertrag zum Sozialpartnermodell, der am 1. November 2022 in Kraft trat. Parallel wurde das Sozialpartnermodell Chemie mit Hochdruck entwickelt. Bereits im Dezember 2022 wurden die ersten Beitragszahlungen beigetretener Unternehmen verbucht. Inzwischen haben sich knapp 80 Unternehmen dem SPM Chemie angeschlossen. Die Erfahrungen zeigen: Das Sozialpartnermodell kann nicht nur die Betriebsrente modernisieren. Es kann auch die Arbeit in Personalabteilungen strukturieren und entlasten. Das Prinzip der reinen Beitragszusage Das Sozialpartnermodell basiert auf der reinen Beitragszusage. Dabei verpflichtet sich der Arbeitgeber, die vereinbarten Beiträge zu zahlen. Eine bestimmte Rentenhöhe, Verzinsung oder Mindestleistung sagt er nicht zu („pay and forget“). Die spätere Leistung erbringt der Versorgungsträger. Für Arbeitgeber schafft das eine klar kalkulierbare Grundlage. Die Beiträge stehen fest, Nachfinanzierungen und Subsidiärhaftung entfallen. Das Unternehmen kann seine Aufwendungen besser planen und muss nicht dauerhaft für eine Leistung einstehen, deren Höhe von der Kapitalmarktentwicklung und weiteren Faktoren abhängt.

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