rente ist damals, im Jahr 2001, explizit als gemeinsame Sozialpartnerinitiative gestartet, um gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen, die damals keinen Zugang zu effizienter betrieblicher Altersvorsorge hatten, ein real umsetzbares Produkt zu bieten. Das ist die Gründungsgeschichte der Metallrente. Und immer wieder sorgt es für Überraschung, wie viele Handwerksbetriebe die Metallrente nutzen – darunter auch wirklich kleine Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten. Das ist für uns seit 25 Jahren ein ganz normaler Zustand. Auf diese Zielgruppe richten wir auch unsere Kommunikation und unsere Bemühungen aus. Was sind aus Ihrer Sicht besonders wichtige Themen, die zur Weiterentwicklung der Altersversorgung insgesamt beitragen können? Reichen die Vorschläge der Alterssicherungskommission aus? Müllerleile: Die Alterssicherungskommission hat 33 Vorschläge vorgelegt, die sich im Wesentlichen damit beschäftigen, das Rentenniveau wieder zu stabilisieren. Sehr wichtig ist dabei, dass ein klares Bekenntnis zum Mehrsäulenmodell enthalten ist. Die Herausforderungen aufgrund des demografischen Wandels und der wirtschaftlichen Entwicklung werden – und das ist allen klar – sich nicht mit einer einzelnen Maßnahme in einer einzelnen Säule lösen lassen. Wir brauchen eine starke gesetzliche Rente als Fundament. Wir brauchen eine starke bAV für Breite und Tiefe. Und wir brauchen eine zusätzliche private Altersvorsorge. Wer eine dieser Säulen schwächt, belastet am Ende immer die anderen. Deswegen bin ich fest davon überzeugt, dass man das Paket nicht aufschnüren kann und auch nicht aufschnüren sollte. Es kommt in der Umsetzung darauf an, dass nicht eine Säule gegen die andere ausgespielt wird. Schminke: Besonders wegweisend finde ich dabei, dass man von der Vorgabe eines Rentenniveaus zur Vorgabe eines Gesamtversorgungsniveaus übergegangen ist. Geht man von einem Rentenniveau aus, das 48 oder 47 Prozent beträgt, dann müssen die anderen Säulen das Gesamtversorgungsniveau von 70 Prozent netto tragen und erwirtschaften können. Das haben wir so vorher in der Diskussion nie beachtet – diese hatte sich bisher allein auf das Rentenniveau beschränkt. Wenn Sie sich etwas wünschen dürften von der Politik bezüglich bAV, was stünde ganz oben auf Ihrer Wunschliste? Schminke: Ich würde mir wünschen, dass die bAV tatsächlich nicht gegenüber den anderen beiden Säulen der Alterssicherung benachteiligt wird. Ich war kürzlich auf einer Tagung, da hieß es, die bAV sei jetzt in einer Sandwich-Position. Dabei wäre das denkbar Schlechteste, was passieren kann, dass die bAV bei den Prioritäten des Gesetzgebers ins Hintertreffen geriete. Denn sie bietet deutliche Vorteile gegenüber rein privater Vorsorge. Müllerleile: Ich würde mir zudem wünschen, dass wir bei der bAV-Förderung zu einer Simplizität zurückkehren können, wie wir sie auch beim Thema Kapitalrente einerseits und beim Thema privater Altersvorsorge haben. Übertrieben komplizierte Fördermodelle können ein Hindernis sein. Wie sorgen Sie beide eigentlich fürs Alter vor – nutzen Sie auch Angebote der Metallrente? Müllerleile: Da orientiere ich mich an bewährten Prinzipien, etwa nicht alles auf eine Karte zu setzen, sondern die Vorsorge breit aufzustellen. Und ja, ich nutze selbst auch Metallrente-Produkte. Schminke: Das gilt auch für mich. Es wäre seltsam, wenn es anders wäre. Zum neuen Jahr kommt das Altersvorsorgedepot, ein staatlich gefördertes Privatvorsorgemodell. Ihr Haus unterstützt das. Was versprechen Sie sich davon und was bedeutet das für die Metallrente? Müllerleile: Ich finde es grundsätzlich wichtig, dass die Politik mehr Menschen in die langfristige Kapitalanlage bringt. Ich hätte mir auch gewünscht, dass zu diesem Zeitpunkt ein stärkerer Fokus bereits auf der etablierten betrieblichen Altersvorsorge liegt. Die privaten Altersvorsorgedepots sind attraktiv, gerade für jüngere Menschen – und für uns als Versorgungswerk sind sie somit natürlich ein Faktor, der junge Menschen ans Thema Altersvorsorge heranführt. HOLGER SCHINDLER ist freier Journalist mit einem Schwerpunkt auf Finanz- themen. „ Wichtig ist ein klares Bekenntnis zum Mehrsäulenmodell. Die Herausforderungen aufgrund des demografischen Wandels und der wirtschaftlichen Entwicklungen werden sich nicht mit Maßnahmen in einer einzelnen Säule lösen lassen“. Hansjörg Müllerleile 45 Branchenlösungen
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