21 Esche Schümann Commichau Carolin Linusson-Brandt www.esche.de/persoenlichkeiten/ carolin-linusson-brandt Was ist Ihrer Meinung nach das HRTop-Thema 2026? Stefan Gatz: Aktuell ist das Thema Entgelttransparenz und Fair Pay eines der wichtigsten Themen, die unsere Mandanten in ganz Europa umtreiben. Leider haben viele europäische Länder – so auch Deutschland – die Vorgaben der EU-Richtlinie bislang nicht in nationales Recht umgesetzt. In Deutschland warten wir noch immer auf einen ersten Gesetzesentwurf. Damit stehen viele Unternehmen vor der großen Frage, was eigentlich konkret zu tun ist und ob es sich lohnt, die beschränkten Kapazitäten bereits jetzt aufzuwenden. Diese Frage ist aus meiner Sicht klar mit „ja“ zu beantworten. Es besteht schon jetzt dringender Handlungsbedarf. sehr auf die Perspektive an. Die Arbeit mit unserer KI oder KI-Ergebnissen unserer Mandanten ist aus unserem beruflichen Alltag nicht mehr wegzudenken und macht sicherlich einiges leichter. Unsere Mandanten können und sollen von uns auch modernes, effizientes Arbeiten erwarten. Das ist mit dem Einsatz von KI sicherlich besser, also leichter möglich als in der Zeit vor dem KI-Boom. Schwieriger wird es aber, wenn wir den Mehrwert der rein anwaltlichen – mitunter zeitintensiven und damit einhergehend auch kostenintensiven – Arbeit rechtfertigen müssen. Zum Beispiel dann, wenn die KI an ihre Grenzen gerät und die anwaltliche Genauigkeit und auch das menschliche Bauchgefühl für konkrete Situationen relevant wird. Stefan Gatz: Aus der Management-Perspektive treibt uns die Frage um, wie wir die Wissensbasis der nachfolgenden Generationen von Beraterinnen und Beratern aufbauen können. Denn unsere Aufgabe ist es ja nicht allein, KI-Output zu generieren, sondern die Fragen beziehungsweise Prompts sowie die KI-Antworten mit der notwendigen anwaltlichen Genauigkeit zu prüfen und für unsere Mandanten umsetzbare Lösungen zu entwickeln. Dafür bedarf es eines komplexen Rechts- und Branchenverständnisses über generatives KI-Wissen hinaus. Carolin Linusson-Brandt: Die von Stefan Gatz beschriebene Situation erinnert stark an die Fragestellungen rund um das Thema Arbeitszeiterfassung. Auch hier wird seit Jahren auf einen klarstellenden Gesetzesentwurf gewartet, es tut sich aber nichts. Dabei hängen die Themen eng miteinander zusammen – denn nur wenn eine Vergleichbarkeit bei der Arbeitszeit objektiv messbar gemacht werden kann, kann auch eine Vergleichbarkeit der Vergütung geschaffen werden. Was raten Sie Mandanten, die rechtlich auf der sicheren Seite sein wollen, aber nicht genug Personal haben, um das umzusetzen? Stefan Gatz: Das Wichtigste ist, überhaupt anzufangen und eine Bestandsaufnahme zu machen. Wenn das erfolgt ist, können beispielsweise gemeinsam mit externen Beratern – das können Anwältinnen und Anwälte, aber auch andere Spezialistinnen und Spezialisten sein – die Priorisierung und Herangehensweise definiert werden. Wir stellen in der Arbeit mit unseren Mandanten immer wieder fest, dass die Themen gut handhabbar werden, sobald dieser erste schwierige Schritt gemacht ist. Carolin Linusson-Brandt: Sinn macht es sicherlich da anzufangen, wo Haftungsrisiken für das Management oder rückstellungsrelevante Themen drohen. Dazu zählen zum Beispiel die bereits angesprochenen Herausforderungen Entgelttransparenz und Arbeitszeiterfassung, aber auch das Thema Sozialversicherung bei der Beschäftigung von sogenanntem Fremdpersonal. Macht Ihnen der KI-Boom der letzten Jahre die anwaltliche Arbeit leichter? Carolin Linusson-Brandt: Diese Frage lässt sich nicht mit einem klaren Ja oder Nein beantworten, sondern es kommt „ Themen wie Entgelttransparenz sind gut handhabbar, sobald der erste schwierige Schritt getan ist.“ Stefan Gatz Interview mit Stefan Gatz und Carolin Linusson-Brandt Stefan Gatz www.esche.de/persoenlichkeiten/ stefan-gatz Jetzt vernetzen!
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