Masterstudium 23 Treffen nennt Elmer Erkens: „Die Unternehmen wollen keine weitere spezifische Masterausbildung haben. Sie wollen nicht, dass jemand Marketing- oder Personalmanagement-Kenntnisse vertieft. Sondern sie wollen in den meisten Fällen, dass wir ihre Mitarbeitenden in General Management ausbilden.“ Der Studiengangsleiter des dualen MBA General Management berichtet davon, dass direkt nach der Coronapandemie die Nachfrage nach dem dualen Master zurückging. Das hat sich mittlerweile geändert und der Studiengang stratet im Durchschnitt mit 15 bis 20 Studierenden. „Viel größer sollen die Studiengruppen nicht sein, aufgrund des Studienkonzepts“, so Elmar Erkens. Dieses sieht vor, dass konkrete Problemstellungen in Projektteams bearbeitet werden. „Nicht jedes Thema kommt aus der eigenen Firma, sondern die Studierenden wechseln auch die Perspektiven. Denn bei General Management geht es darum, über die eigenen Firmengrenzen hinauszublicken“, sagt er. Da die Studierenden unterschiedliche Vorbildungen haben, sehen sie sich in den Teams unterschiedliche Problemstellungen an und betrachten diese mit anderen Herangehensweisen. Darin sieht der Studiengangsleiter den großen Vorteil des Studienansatzes: „Wir sind sehr praxisnah, denn in betrieblichen Projekten hat man immer mit unterschiedlichen Disziplinen zu tun.“ Berufsintegrierend und berufsbegleitend Bei den meisten Master-Studierenden an der HWR Berlin handelt es sich um Personen, die bereits fest im Job sind: Mitarbeitende interessieren sich für den Studiengang und sprechen ihren Arbeitgeber an. Manchmal kommen auch Unternehmen, die einem ihrer Talente das Studium als Entwicklungsmaßnahme anbieten wollen, auf die Hochschule zu. Oftmals sind diese Firmen bereits im Netzwerk von rund 120 Partnerunternehmen aktiv. Die Vorlesungen für den dualen Master General Management finden freitags und samstags statt. Wenn eine Gruppe neu zusammenkommt, treffen sich die Studierenden bei einer Präsenzveranstaltung. Die weiteren Termine werden online durchgeführt. Der Grund laut Elmar Erkens: „Je nachdem, wo man in Berlin wohnt, kann die Anreise bis zu eineinhalb Stunden dauern. Da viele unserer Studierenden voll berufstätig sind und freitags arbeiten, ist Präsenz schwierig.“ Anstatt mehrfach durch Berlin zu fahren, würden die meisten Studierenden weiter an ihrem Arbeitsplatz bleiben und von dort aus an den Vorlesungen teilnehmen. Voraussetzung für den dualen Master an der HWR Berlin ist mindestens ein Jahr Berufserfahrung nach dem ersten akademischen Abschluss. Einige der Studierenden fangen direkt nach einem Jahr im Job an und sind dementsprechend jung. Aber es gibt auch ältere Studierende – rund 20 bis 25 Prozent – mit langjähriger Berufserfahrung: „Zum Beispiel ein Wirtschaftsingenieur, der eine Leitungsfunktion übernehmen sollte und Kompetenzen in Change Management, Personalführung und Businessplan-Entwicklung erwerben wollte“, so Elmar Erkens. Der Studienabschluss ist meist mit einem Aufstieg im Unternehmen verbunden. „Ziel des dualen Studiums ist ja, dass die Mitarbeitenden den Arbeitgeber nicht wechseln“, sagt Elmar Erkens und greift das Beispiel des Wirtschaftsingenieurs auf: Er war für die Instandsetzung in einem Bereich seines Unternehmens zuständig, ist durch das Studium aufgestiegen und hat jetzt die Gesamtleitung der Instandsetzung inne. „Ähnlich gestalten sich alle Laufbahnen. Teilweise übernehmen die Studierenden schon im Studium mehr Verantwortung“, sagt er. Der duale Master am DHBW CAS Fast 30 duale Masterstudiengänge in Wirtschaft, Technik, Sozialwesen und Gesundheit gibt es am DHBW CAS. Arbeitgeber, die sich beteiligen wollen, benötigen die Zulassung als dualer Partner. Hierfür füllen sie online einen Zulassungsantrag aus. Wer als dualer Partner zugelassen ist, kann ein Firmenprofil im „Marktplatz duales Masterstudium“ anlegen, um Studieninteressierte zu finden. „Zudem kann das Unternehmen das Master- und Weiterbildungsangebot aktiv mitgestalten, zum Beispiel durch Mitarbeit im DHBW CASRat, Weitergabe von Wissen in Seminaren oder Lehrforschungsprojekten“, so Conny Mayer-Bonde. Mit der Qualifizierung als dualer Partner können Arbeitgeber nicht nur neue Talente finden. Sie können das Studium auch bestehenden Mitarbeitenden anbieten. Die Anmeldung ist unkompliziert: „Die Beschäftigten bestätigen dabei lediglich, dass sie ihren Arbeitgeber über die Bewerbung für den dualen Master informiert haben“, so die Direktorin. Ob und in welcher Höhe Arbeitgeber die Studiengebühren übernehmen, bleibt ihnen überlassen. „Etwa zwei Drittel beteiligen sich an den Studiengebühren. Die durchschnittliche Beteiligung liegt bei 50 Prozent der Gebühren“, berichtet sie. Zulassungsvoraussetzung ist neben dem bestehenden Arbeitsverhältnis ein abgeschlossenes Bachelorstudium oder ein vergleichbarer Hochschulabschluss. Zudem muss der Studiengang einen inhaltlichen Bezug zur beruflichen Tätigkeit haben, sodass die im Masterstudium erworbenen Kenntnisse in der Praxis vertieft werden können. Auch beim dualen Master am DHBW CAS bestimmt die enge Verzahnung von Theorie und Praxis das Studienkonzept. Anders als beim dualen Bachelor, bei dem sich dreimonatige Theorie- und Praxisphasen abwechseln, bleiben Studierende im Master durchgehend berufstätig. Pro Monat ist ein Blockseminar mit zwei bis drei Präsenztagen vorgesehen. Die Regelstudienzeit beträgt vier Semester inklusive Masterarbeit, kann auf bis zu zehn Semester verlängert werden. Empfohlen ist eine Reduktion der Arbeitszeit auf 75 bis 80 Prozent. Das durchschnittliche Alter in den dualen Masterstudiengängen des Fachbereichs Wirtschaft liegt bei knapp 26 Jahren, wobei die Studierenden rund 2,4 Jahre Berufserfahrung mitbringen. Fast drei Viertel haben bereits einen DHBW-Bachelor absolviert. Die Nachfrage nach den dualen Masterstudiengängen mit Management-Bezug hat seit 2021/22 stark zugenommen, weiß Conny Mayer-Bonde, die konkrete Zahlen parat hat: Digital Business Management wird aktuell von 53 Studierenden belegt (2021/22: 27), General Business Management von 101 Studierenden (2021/22: 54) und Personalmanagement und Wirtschaftspsychologie von 71 Studierenden (2021/22: 29). Dual zum MBA Auch ein dualer MBA kann belegt werden. „Dieser richtet sich explizit an Nicht-Wirtschaftswissenschaftler, die sich zunehmend im wirtschaftlichen Kontext bewegen und ihre Perspektive durch einen MBA-Abschluss auf ein neues Fundament stellen wollen“, spezifiziert Conny Mayer-Bonde. Auch beim dualen MBA gilt: Die im Studium erlernten Kenntnisse werden direkt in den Berufsalltag übertragen.
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