Personalmagazin Business Schools 06/2026

Business Schools 22 personalmagazin Business Schools 2026 Mitarbeitenden interessieren sich für das Studium und bitten den Arbeitgeber um Unterstützung. Diese kann unterschiedlich ausfallen: „Es gibt Firmen, die ihre Mitarbeitenden einen Tag pro Woche für das Studium freistellen, bei vollem Lohnausgleich. Andere machen das nicht, aber sie übernehmen die Studiengebühr“, berichtet Prof. Dr. Elmar Erkens, akademischer Leiter des dualen Master General Management an der Berlin Professional School der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR Berlin). Er beobachtet, dass ein wichtiges Motiv die Mitarbeiterbindung ist: „Ein Argument für die Unternehmen ist häufig: Wenn wir bestimmten Mitarbeitenden nicht den Master ermöglichen, kann es sein, dass sie weggehen.“ Conny Mayer-Bonde bekräftigt den direkten Nutzen des dualen Masters für die Praxis: „Wissenschaftliche Arbeiten im Studium behandeln Problemstellungen aus dem Arbeitsalltag oder werden Projekten des Arbeitgebers gewidmet. Die Studierenden können das Gelernte praktisch umsetzen und tragen zur Verbesserung von Prozessen im Unternehmen bei“, sagt sie. Eine Evaluation der wissenschaftlichen Arbeiten von Studierenden am DHBW CAS belege: 70 Prozent der erstellten Forschungsarbeiten werden im Betrieb umgesetzt und weiterverfolgt. Dazu hat Elmar Erkens ein konkretes Beispiel: Eine Mitarbeiterin eines Immobilienunternehmens beschäftigte sich im Studium mit der Frage, wie die knappen Ressourcen für die Instandhaltung historischer Gebäude systematisch und nicht aus dem Bauchgefühl heraus verteilt werden können. „Im Zuge einer Case Study hat sie ein System entwickelt, mit dem eingeschätzt werden konnte, welches Gebäude mit welcher Priorität zu bearbeiten ist und daraufhin die Mittel zugeordnet werden. Das Verfahren wird heute angewendet und die Studentin ist heute Abteilungsleiterin“, sagt er. Die Studierenden behandeln keine rein akademischen Denkspiele, sondern beziehen ihren Berufsalltag mit ein. Gleichzeitig haben sie die Chance, in den Projekten über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen. „In Kleingruppen sitzen Studierende aus verschiedenen Unternehmen zusammen, vom kleinen Familienbetrieb bis zum Weltkonzern. Auch die Branchen können sehr unterschiedlich sein. Das führt zu einer Vielzahl an Perspektiven und es entstehen langfristig nützliche Netzwerke“, sagt Conny Mayer-Bonde vom DHBW CAS. Ein weiterer Pluspunkt für Studierende ist die Karriere ohne Zäsur: Sie studieren ohne Unterbrechung der beruflichen Laufbahn und bei laufendem Gehalt. Die finanzielle Unabhängigkeit ist ein wichtiges Argument. „In der Regel übernimmt der Arbeitgeber die Studiengebühren und zahlt eine monatliche Vergütung, sodass das Studium ohne große eigene Finanzierungslast möglich ist“, sagt Katrin Gessner-Ulrich von der IST-Hochschule. Kein Wunder, dass die Bewerberzahlen für duale Master an ihrer Hochschule deutlich gestiegen sind. „Getrieben durch die Kombination aus anerkanntem Abschluss, Gehaltsfortzahlung und berufsbegleitender Flexibilität“, nennt sie die Gründe. Sie weiß: „Diese Entwicklung spiegelt sich bundesweit wider, da der Arbeitsmarkt praxisintegrierte Führungskräfte priorisiert.“ Der duale Master an der IST-Hochschule Die IST-Hochschule hat neun duale Masterstudiengänge, darunter zwei mit Wirtschafts- beziehungsweise Managementschwerpunkt: den dualen Master Digital Transformation Management und den dualen MBA. Beide Programme setzen einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss voraus und erfordern eine passende Tätigkeit in einem Unternehmen als Kern des dualen Modells. Ob die Mitarbeitenden dafür frisch rekrutiert werden oder ob es sich um bestehende Mitarbeitende handelt, ist dabei unerheblich. Der duale Master Digital Transformation Management hat eine Regelstudienzeit von fünf Semestern. Die Studierenden benötigen ein mindestens sechssemestriges wirtschaftswissenschaftlich orientiertes Erststudium. Fehlendes fachliches Vorwissen kann über Brückenkurse nachgeholt werden. „Eine umfangreiche Berufserfahrung nach dem Erststudium ist hier nicht zwingend erforderlich. Die Praxis wird primär während des Studiums durch die duale Unternehmensvertragsarbeit aufgebaut, was das Programm ideal für Berufseinsteigerinnen und -einsteiger sowie Young Professionals macht“, so Katrin Gessner-Ulrich. Das duale MBA-Programm ist verkürzt und läuft vier Semester. Hier kann das Erststudium auch fachfremd sein, da der Fokus auf generalistischem Management liegt. Entscheidend ist stattdessen eine mindestens einjährige qualifizierte Berufserfahrung nach dem ersten Hochschulabschluss, die vor Studienbeginn nachgewiesen werden muss. Dazu Katrin Gessner-Ulrich: „Dies positioniert den MBA als Weiterbildungsangebot für Personen mit gesammelter Praxiserfahrung, die diese mit strategischen Führungs- und BWL-Kompetenzen ergänzen wollen.“ Lernen und Arbeiten sind verzahnt Anders als bei klassischen dualen Bachelorstudiengängen mit festen Wechselphasen zwischen Theorie-Blöcken und Praxis gibt es beim dualen Master an der IST-Hochschule keine Blockphasen. Lernen und Arbeiten laufen kontinuierlich verzahnt ab. Online-Formate wie Selbstlernhefte, Webinare, Podcasts, Tutorien und eine Lern-App ermöglichen die Anpassung der Lernzeiten an Schichten oder Projekte ohne berufliche Unterbrechungen. An Seminaren kann vor Ort oder online teilgenommen werden. Diese umfassen während des gesamten Studiums 7 bis 17 Tage und dienen vor allem dem Austausch und Netzwerkaufbau. Die Studierenden im dualen Master an der IST-Hochschule sind im Durchschnitt 26 bis 29 Jahre alt. „Viele bringen bereits mehrere Jahre Berufserfahrung mit und nutzen den Master, um den nächsten Karriereschritt vorzubereiten“, so Katrin Gessner-Ulrich. Rund die Hälfte der dualen Masterstudierenden kommt ihrer Auskunft nach aus dualen Bachelorstudiengängen: „Unsere Programme sprechen ebenso Absolventinnen und Absolventen klassischer Bachelorstudiengänge an, die ihre akademische Qualifikation mit praktischer Berufserfahrung verbinden möchten.“ Der duale Master an der HWR Berlin An der HWR Berlin gibt es insgesamt mehr als 20 duale Studiengänge, darunter zwei duale Master. Der duale Master General Management kann seit 2012 belegt werden, der duale Master Digitale Transformation kam einige Jahre später hinzu. Inhaltlich achten die Studiengangsleiter darauf, dass sie den Bedürfnissen der Studierenden und der Unternehmen gerecht werden. Hierfür finden studentische Befragungen statt sowie einmal im Jahr eine Ausbildungsleitersitzung, bei der die Partnerunternehmen befragt werden, welche Inhalte für sie relevant sind. Ein Ergebnis dieser

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==